Dienstag, 23. April 2013
Gute Nacht, chéri ...
Zum Einschlafen zu sagen
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüsste: die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe gross
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.
(Rilke)
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:) "Guts Nächtle Marlena" toller Post. Danke, habe das schon lange nicht mehr gelesen!
AntwortenLöschenJa, ein schönes Gedicht! Genau dieses Gefühl habe ich an so manchem Abend. Und ich liebe den Reim "einsingen" und "kleinsingen"..
AntwortenLöschenRilke, mein Lieblingsdichter. Sicher findet man das Gedicht auch hier:
http://mitrilkedurchdasjahr.blogspot.se/