Ämne: Mina
Datum: den 4 september 2002 17:00
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Und jetzt bin ich eben von unserem Ausflug nach Basel zurückgekommen. Das
war nicht übel. Das Wetter zeigte sich von einer angenehmen Seite. Die
Führung im Zoo war exzellent. Ein Verhaltensforscher sprach über Gorillas.
Und dahinter konnte man eine Kolonie mit einem Männchen und etwa 4 Weibchen
mit ebensovielen Jungtieren beobachten. Wir mussten zur Kenntnis nehmen,
dass das Erbmaterial der Schimpansen und der Menschen zu 99% übereinstimmt,
und dass die Distanz der Primaten zu übrigen Affen 1000x grösser ist als die
Distanz der Menschenaffen zum Menschen. Wir sind die gleiche Familie. Die
Tiere haben Einsicht, können lernen, haben eine hohe Sensibilität, sind
individuell erkennbar und haben damit so etwas wie eine Persönlichkeit. Das
war wirklich hoch interessant. Ich hatte früher einmal einen solchen Vortrag
gesehen, von demselben Forscher. Aber er erzählte völlig andere Dinge.
Interessant war es vor allem, die Erklärungen gleich am Verhalten der Tiere
im Hintergrund überprüfen zu können. Beispielsweise wurde das Männchen, das
eigentlich die Führung der Gruppe übernehmen sollte, noch nicht allzu lange
in die Gruppe eingeführt. Doch er ist noch nicht voll erwachsen, obwohl er
schon Junge zeugen kann. Erst wenn er sich in einem vernünftigen,
beschützenden und beruhigenden Verhalten in der Gruppe bestätigen kann, dann
wird er als Chef anerkannt werden. Im Moment hat er zeitweise noch Flausen
im Kopf, neckt andere Jungtiere, so dass die Weibchen sofort auf den Plan
treten, um sie zu beschützen. Und dabei war dieses Männchen bei weitem das
grösste und stärkste Tier im Käfig. Es wäre also für einen blossen Zuschauer
ohne Erklärung nicht verständlich, weshalb dieses Männchen zwar einzelne
Tiere vom Platz verweist, aber doch die Gruppe nicht dominieren kann. Ich
muss mal ein Buch von diesem Jörg Hess lesen. Er kann die Dinge auch sehr
gut beschreiben und plausibel machen. Und ich glaube in unserem Beruf ist es
gut, den Menschen gelegentlich als Affen anzuschauen, dh. ihn völlig
äusserlich zu beobachten, ohne gleich die psychische Seite mit in die
Überlegungen zu bringen.
Anschliessend haben wir auf dem Rhein eine kleine Fahrt gemacht und einen
Apero getrunken, um den Nachmittag mit einem kleinen Spaziergang zu
beschliessen. Ich hatte es nicht erwartet, aber es war alles ziemlich
angenehm und gut geplant. Und dazu hat uns der Arbeitgeber sogar einige der
Kosten übernommen. Kurz und gut: eingelungener Tag.
*
Und jetzt muss ich heim, um mich für morgen zu rüsten. Morgen sollte ich
noch ein Plakat zeichnen und zwei Dinge erledigen, die schon ewig auf meinem
Tisch liegen. Ich sollte sie eeeeeeeendlich tun.
Und wo bist Du, was sagst Du? Gibt es Dich noch?
Mit einem lieben Gruss
...
Freitag, 14. Oktober 2011
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