Freitag, 22. Oktober 2010
Sharm el Sheikh
Das Paar, welches wir in Sharm el Sheikh kennen gelernt haben, hat uns
ihre Bilder geschickt. Es ist lustig zu sehen, wie andere Leute
dieselben Dinge und Umstände anders sehen, die auch wir selbst gesehen
haben. In den Bildern kommt immer wieder eine verschiedene Perspektive
zum Ausdruck. Ich versuche auf meinen Bildern immer, die Touristen
auszuschliessen. Ich möchte vor allem die Einheimischen auf dem Bild.
Das wirkt für mich natürlicher (ist natürlich eine Illusion, aber eine
schöne). Ich habe beispielsweise bei den Pyramiden versucht,
Gesichtspunkte zu wählen, wo man die vielen Touristen nicht sieht.
Aber irgendwie braucht es das menschliche Mass auf dem Foto, damit die
Monumentalität der Pyramiden zum Ausdruck kommt. Deshalb habe ich
immer wieder versucht, diese Kamelreiter zu erwischen. Aber unter
ihnen gab es solche, die mit westlicher Kleidung, Windjacke und Jeans
daherkamen. Die wollte ich nicht. Ich habe jene bevorzugt, die mit dem
langen Hemd und womöglich mit Kopftuch bekleidet waren. Kurz und gut:
ich war in meinen Fotos viel wählerischer als Werner. Und so behaupten
meine Fotos, das authentische Aegypten darzustellen.
Auf der anderen Seite haben sie einige Ausflüge gemacht, bei denen wir
nicht dabei waren. Die Fotos geben uns einen Eindruck von dem, was wir
dabei verpasst haben. Und ich kann mit Erleichterung sagen, dass ich
nicht neidisch geworden bin.
Hast Du gehört in den Medien: Israel und Palestina haben sich in Sharm
el Sheikh getroffen. Schon als wir dort unten waren, soll eines Tages
Mubarak aufgetaucht sein. Ich hatte es nicht beobachtet. Aber S hatte
erzählt, dass der halbe Ort gesperrt war. Sharm el Sheikh ist für
Ägypten, wie Zermatt oder St. Moritz für die Schweiz. Es ist die reine
Ferienmaschine.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen