Montag, 4. Oktober 2010

"starke Dichtung"

...
Und daneben lese ich immer noch Flusser. Das Interview, das Du mir in Deiner Frustration herübergeschleudert hast, finde ich nicht so besonders gut. In einem Interview ist man immer abhängig vom Niveau des Fragenden. Und das Niveau und die Inspiration ist nicht bei jedem Menschen gegeben. Vielleicht habe ich auch durch Deine Reserve etwas mehr Distanz zu Flusser gewonnen. Aber dennoch finde ich, dass er ziemlich gut argumentiert. Er ist fantasievoll und in einer gewissen Weise recht dichterisch.
In der Tat, ich habe es schon einmal gesagt, Philosophie ist "starke Dichtung". Das wird zwar kein Philosoph auf sich sitzen lassen. Dennoch besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass die Aussage trifft. Darauf hast Du noch nicht reagiert, meine liebe Marlena. Rilke ist Dichtung und Flusser ist Dichtung. Es gibt da nichts, was grundsätzlich anders wäre, ausser
vielleicht das Vokabular. Alle versuchen sie, der Welt etwas anzudichten. Und die Welt, geduldig wie sie ist, lässt dies alles geschehen, wie eine grosse ...

Lieber ...,
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Du bist lustig wenn du für deinen Flusser argumentierst.. Du meinst also der Fragende hätte ein zu niedriges Niveau gehalten und deswegen hätte Flusser nicht zu seinem vollen Recht kommen können. Flusser würde sich natürlich freuen über deine Verteidigungsrede. ;-)
Natürlich versuchen alle "der Welt etwas anzudichten". Das hast du schön ausgedrückt.

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