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Nein, ich habe im Wallis nur etwa ein oder zwei Bilder gemacht. Das Wetter
war einfach zu schlecht. Und Fotos bei Regenwetter sind immer eher grau,
ausser in Situationen, wo künstliches Licht auftaucht. Dann kann man mit den Reflexionen der nassen Flächen schöne Effekte erzielen. Nein, stell Dir vor, ich habe einige Postkarten gekauft, wie ein echter Tourist. Ich habe mich fast ein wenig geniert, am Ständer zu drehen und die verschiedenen Karten zu begutachten. Und ich habe mir eingeredet, dass mir niemand ansieht, dass ich hier aufgewachsen war. Aber im Übrigen habe ich alles mit meinen Augen ausgetrunken. (Es gibt einen schönen Roman von Orwell, der eine solche Rückkehr beschreibt. Ich habe mich an Orwell erinnert.)
Und natürlich habe ich all die Veränderungen gesehen, die in der Zwischenzeit geschehen sind. Sie schmerzen. Es ist so, als hätte einer deine eigene Wohnung ummöbliert. Es ist einfach unverschämt, was sie alles ändern und umbauen und abreissen, ohne dich zu fragen. Die Zeit ist brutal. Aber ich glaube, es ist genau das, was ich mag, wenn ich an die alten Orte zurückgehe. Es ist eine Art süsser Schmerz. Es ist, in einem Wort, purer Masochismus!
Im Grunde ist es die Sehnsucht nach der eigenen Jugend. Das ist es. Die Orte sind nur ein Mittel dazu, diese Jugend nochmals in den Horizont
hereinzuziehen.
Samstag, 9. Oktober 2010
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