Samstag, 30. Oktober 2010

Métro, alt werden und Arc de Triomphe

 Lieber ...
...
Ja, die Musik unten in der Métro. Es ist wahr, mein Herz wäre beinahe
zersprungen, als ich das Concerto de Aranjuez hörte, das ein Musiker
dort auf seiner Oboe spielte. Es war himmlisch schön. Und man
vergass darüber die langen mühsamen Gänge. Die Akustik ist auch sehr
gut dort.

Wir konnten direkt von Boulogne mit der Metro ins Zentrum fahren.
Einmal, als ich abends allein in der Stadt war, bin ich aus Versehen
in Richtung Gare du Nord gefahren. D.h. die richtige Linie aber die
falsche Richtung. Und als ich zurückfuhr war so gut wie der ganze
Wagen voll von Schwarzen. Ich schätze es müssen mindestens 80 %
gewesen sein. Zum grossen Teil elegante gepflegte Menschen.
An dem Nachmittag habe ich mir zum ersten Mal Paris vom Arc de
Triomphe angesehen. Und während ich zusammen mit Japanern, Russen,
Spaniern u.a.m. in alle Richtungen geschaut habe, fand unten am Grab
eine Zeremonie statt mit den "ancien combattants". Uniformiert, mit
Medaillen dekoriert und Fahnen in der Hand und natürlich passende
Musik dazu. Eigentlich genau wie damals, als ich um die 20 war. Doch
auch die Herren waren um einiges jünger damals. Vielleicht waren es
dieselben. *s*

A propos Alter. Du schreibst nun oft, dass du dich wie rund 50
fühlst.. oder in den Augen der anderen erscheinst. Ist das denn so
wichtig? Ich finde je älter ein Mann ist, desto interessanter ist er.
Na ja, kommt vielleicht darauf an zu was man ihn haben will. ;-) Aber
als Gesprächspartner sind sie den jüngeren überlegen. Jüngere Leute
haben so viel zu tun. Sie haben eigentlich keine Zeit über das Leben
nachzudenken.

Haha… ich plaudere so dahin… und diese dumme Sprache (es ist kein
Whisky involviert, aber danke für den Tip.) Ich frage mich ob man
überhaupt das Wesen eines Menschen, der nicht seine Muttersprache
verwendet, richtig kennenlernen kann. Dabei denke ich auch an dich und
S.
...

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