Dienstag, 13. Mai 2025

Die Kunsthalle Basel


... das einfachere Bistro

 Wir haben am Donnerstag Abend in Basel gegessen. Ich glaube, das habe ich Dir schon erzählt. Ich hatte mit B zusammen einen riesigen Barsch, d.h. die Hälfte, vielleicht die untere, oder die linke vielmehr. Er hat wunderbar geschmeckt, besonders die Haut. Ich bin ein grosser Liebhaber von knuspriger Fischhaut. Deshalb esse ich Fische auch meist gebraten, nicht in einem Sud gekocht. Letzteres finde ich etwas fade, obwohl es alle Gesundheitsapostel empfehlen. A und ihr Freund waren dabei. Sie haben ein ausgewachsenes Chataubriand (wie schreibt man so was?) bestellt, und dazu einen spanischen Wein. Und auch S. hat sich dem angeschlossen, aber ohne Wein. Die Kunsthalle, das habe ich schon angedeutet, ist ein echt bürgerliches Restaurant. Da kannst Du die bessere Hälfte Basels treffen, ich meine, nicht die absoluten Trophäen, die mit der Chemie zu Millionären geworden sind, aber die Oberen und die, die meinen, dazu zu gehören. Man kann sich die Kunsthalle vorstellen wie ein recht grosser Saal. In der Mitte ist er geteilt durch eine Wand, die mit einigen Bogen durchbrochen ist. So kann man von der bürgerlichen Seite hinüber sehen in das einfachere Bistro. Dieses ist dunkel und die Wände sind bemalt mit barocken Bildern von nackten Jungfrauen, die wohl den Durst anheizen sollten, und von wilder Vegetation. Wenn man dort drüben sitzt, fühlt man sich wie in der Studentenzeit, und man schaut sich zwischendurch nach irgendwelchen hübschen Figuren um. Aber wir waren ja, wie Du weißt, jenseits des Acheron, und haben brav Fisch gekaut. Die bürgerliche Seite ist ein langer Raum mit einer hellen Fensterfront. Und in dessen Mitte steht auf dem langen Tisch ein riesiger Blumenstrauss. Er ist grösser als Blumensträusse, die man da und dort sieht. Er ist wirklich olympisch gross und voll. S. behauptet, sie würde nur wegen des wundervollen Strausses dorthin gehen, um zu essen. Und ein bisschen glaube ich ihr das.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen