Samstag, 12. April 2025

Montag Morgen

 

Subject: momo
Date: Mon, 7 Apr 07:04

Liebe Marlena
Ich habe nur ein klitzekleines Bisschen Zeit heute morgen. Muss sofort nach Basel weiterfahren, wo wir die Sitzung haben. Wenn ich nach 07.00h losfahre, komme ich in den Stau und strapaziere meine Nerven. Das mag ich nicht, schon gar nicht gleich am Montag Morgen. Es ist auch hier kühl geworden. Der Himmel iost zwar blau und nur wenig bewölkt. Doch während der Nacht war es mindestens -2°. Ich frage mich, was mit den Pflanzen passiert ist, die wir bereits hinausgestellt haben. Nun ja, sie stehen zwischen den Häusern, wo sie etwas geschützt sind.
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Gestern war ich allein bei Onkelchen. Und ich habe auch selbst gekocht. Hör mal an, gekocht! Nun ja, einige Dinge waren bereits vorbereitet. Ich meine, den Reis hatte S schon zubereitet: Tomatenreis mit Bohnen, meine Lieblingsvariante. Und auch den Salat hatte sie schon gewaschen. So musste ich nur noch den Fisch anbraten. Das ist gut gelungen. Auf jeden Fall fand O. das alles köstlich, auch die vorbereitete Crème . Kurz und gut, ich musste nur den Kaffee selbst anbrühen. Und etwas Maionnaise in der Tube haben wir in einem Kasten auch noch gefunden. Es war köstlich. Nächstes Mal wollen wir wieder einmal auswärts essen. Eigentlich hatte er mich eingeladen, unter Männer sozusagen, ins Restaurant zu gehen. Doch ich habe mit Hinweis auf S. diesen Anlass verschoben. Es ist gut, wenn sie dabei ist, schliesslich macht sie die Hauptarbeit. Und so soll sie das Restaurant geniessen. Onkelchen macht sich immer ganz chick, wenn wir auswärts gehen, zieht die schönste Kravatte an und den besten Anzug. Und beim Bestellen ist er nicht kleinlich. Früher, als er mit seiner Frau unterwegs war, haben sie natürlich Lokalitäten berücksichtigt, die auch bei ihnen eingekauft hatten. Und da ging es nicht an, sparsam zu erscheinen. Sie gaben ihr Geld grosszügig aus. Und das tut er noch heute. Er beginnt gleich am Anfang mit einem Champagne, wählt dann mindestens drei Gänge, und ist auch beim Wein während des Essens nicht kleinlich. Einzig mit der Tatsache, dass seine Zähne nicht mehr die besten sind, hat er zu kämpfen. Er kann nicht schnell essen. Und die Portionen sind so gross, dass er Mühe hat, sie zu beenden. Und das wiederum kann er nicht aufgeben. S. hat die letzten Male veranlasst, dass man ihm die Resten einpackt. Das hat ihn dann beruhigt. Doch in neuerer Zeit bekommt er die Mahlzeiten von auswärts. Und so hat er zuhause kaum mehr Gelegenheiten, Resten aufzuessen. Jedesmal kommt gleich eine neue Portion. Ist es nich gut, das alles zu wissen. Wenn wir mal alt und zitternd vor der Tür stehen, um im Kesselchen die Mahlzeiten entgegen zu nehmen, dann wissen wir schon, worauf es ankommt. Es ist auch gut, eine gefrässige alte Katze im Haus zu haben. Sie hilft, die Resten zu vertilgen und schnurrt einem die Einsamkeit von der Seele.
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Bald ist Ostern. Ich hoffe, das Wetter wird wärmer und freundlicher. Das ist doch, was wir alle wünschen. Schnee um Ostern ist wie Nachsitzen in der Schule. Es ist eine herbe Strafe, und niemand lernt was dabei.
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Mittlerweile ist sieben geworden. Heute abend haben wir im Club Generalversammlung. Das ist, nach einer turbulenten Diskussion ums Budget, immer vor allem ein grosses Fressen. Ich hungere mich ein bisschen durch bis abends, damit ich dort nicht wie Onkelchen am Tisch die Teller anknabbern muss.
Ich wünsche Dir einen schönen Wochenanfang.
Mit einem lieben Gruss
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