Date: Thu, 18 May 2000 11:09:07 GMT
Liebes Schwesterchen
Ich bin ganz vernarrt in deinen neuen Titel. Ist doch schön, und so unschuldig. Da braucht man sich keine Schuldgefühle zu machen. Was kann denn schon ein kleines Schwesterchen anstellen, vielleicht ein bisschen Zucker klauen oder der Nachbarin eine lange Nase machen?
Und als Schwesterchen gehörst du halt nun zu meiner Familie. (don't break my heart kommt gerade). Ich möchte dir auch unseren Familienbrief von 1998 schicken. Ich habe noch einen gefunden. Gib mir eine Adresse, an die ich ihn schicken kann. Vielleicht auch an das Schulhaus? Ich werde ganz neutral adressieren und keinen Absender drauf schreiben. Ich werde keine Herzchen oder sowas drauf malen. Aber es ist Persönliches über unsere Familie, eigentlich möchte ich nicht, dass ihn sonst noch wer liest ausgenommen du, na ja, vielleicht Anna noch, wenn du es wünschst. Und wenn es zu kompliziert ist, dann lass es mich wissen, dann vergessen wir es.
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Nun ja, ein bisschen bin ich schon traurig, wegen dieser Römer Geschichte. Aber es ist nicht deine Schuld, und du hast mir auch nie falsche Hoffnungen gemacht. Ich will sagen, deine Informationspolitik war immer sehr korrekt. Vielleicht will ich oft zuviel und zu schnell? Ohne dich kann ich weder nach Rom noch nach Prag. Und Paris schon gar nicht. Es sind schon viele Städte mit unserer Maladi belegt, meine liebe Schwester! Bald muss man nach Afrika ausweichen. Oder eben in den Nahen Osten, in dieses Pulverfass. Ach, ich muss mich ein bisschen lösen von dir.
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Das ist mein letztes Mail heute. Ich komme nicht mehr dazu diesen Abend. Also zum Frühstück morgen, wenn es reicht.
Ich umarme dich herzlich, mein kleines süsses Schwesterchen.
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