date 19 December 2005 08:23
subject Re: Sorry..
Liebe Malou
Ja, es ist auch bei uns kälter geworden. Und im Radio haben sie heute morgen schon in der früh vom alten Muff erzählt, diesem Pelzding, in das die Damen von beiden Seiten her ihre Hände stecken konnten. Sogar schlittschuhgelaufen sind sie mit diesen Dingern. Das - so denkt man heute - kann doch nicht ungefährlich gewesen sein. Aber die Sprecherin ergänzte rasch, dass damals eben, um 1900, immer ein hilfreicher Kavalier in Reichweite gewesen wäre. So haben die Damen mittlerweile den (oder vielleicht das??) Muff und den Kavalier verloren!
Sagt man hier, sich französisch verabschieden. Und man weiss nicht genau, ob das besonders diplomatisch oder besonders unhöflich sei. Es ist vielleicht beides zugleich. Wenn man an einem Kiwanis Essen früh wieder auf dem Heimweg gehen will, ist es doch besser, dies zu tun, ohne diese grosse Runde mit Händeschütteln und Abschiedsküsschen zu drehen. Das führt ja doch zur Nachahmung und zu einem Zug der Lemminge. Also ist der französische Abschied ganz elegant und eben dipolmatisch. Andererseits ist ein solcher Abschied gelegentlich doch auch wieder hässlich.
Du sagst, du lebst ziemlich planlos. Na ja, ich glaube sowas spüre ich irgendwie. So wärst du im Grunde die ideale Partnerin, die sich gut auf ihren 'Kavalier' einstellen kann. "Ein liebes Seelchen" vielleicht, wie Heidegger offenbar seine Frau in den vielen Briefen genannt hat. Und heute hat eine ihrer Enkelinnen diesen Briefwechsel veröffentlicht und damit den grossen Philosophen in seinem Machogebaren öffentlich blamiert. Er hatte - so wird publik - neben Hannah Arendt noch andere Freundinnen. Geradezu beneidenswert, denn Hannah war mal eine sehr schöne und doch bestimmt zugleich sehr gescheite Frau. Aber einer solchen Disponbilität fehlt doch irgendwie auch die Attraktivität?
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Ach ich sehe schon, ich komme wieder echt ins Assoziieren und Schreiben. Und dabei sollte ich hier doch eigentlich Arbeiten.
Ich wünsche dir einen guten Tag.
MLG
Donnerstag, 2. Dezember 2010
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