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Dir hat also das Wochenendleben in meinem Elternhaus gefallen? Das freut mich. Es war auch schön. Es ist herrlich für ein Kind Erwachsene froh zu sehen und lachen zu hören. A propos interessante Leute möchte ich dir von einem anderen kleinen Erlebnis erzählen das mir in Erinnerung kommt. Mein Onkel war mit uns Kindern in den Zirkus gegangen (Zircus Scott glaube ich). Dort wurde es ihm wohl etwas langweilig und so begann er mit jemanden von den Zirkusleuten zu sprechen. Nach der Vorstellung wurden wir in einen Zirkuswagen eingeladen wo uns ein Paar in den mittleren Jahren zum Kaffee einlud und von ihrem interessanten Leben erzählten. Sie waren Löwenbändiger gewesen hatten aber mit der Zeit (aus Altersgründen) auf Seelöwen umgesattelt. Sie zeigten Fotos und wir Kinder staunten nur so.
Die jungen fröhlichen Menschen die ab und zu bei unseren Festen auftauchten habe ich schnell wieder vergessen - sie gehörten sozusagen zu den Kulissen oder waren irgenwelche Statisten. Dagegen haben einige Freunde meiner Eltern einen tiefen Eindruck auf mich gemacht. U.a. der Arzt (auch Veterinär) aus Wien der eine Schwedin geheiratet hatte und später mit ihr nach Schweden gezogen war. Viel von dem was ich über Wiener Leben und Athmosphäre kenne habe ich durch ihn gelernt. Er gehörte zur Prominenz in Österreich und du kannst dir sicher vorstellen was das bedeutete in dieser k&k Monarchie, wie du sie zu nennen pflegst.
Wenn die Wiener witzen wollen, nehmen sie ganz einfach eine schöne klassische Melodie und singen dazu einen ganz schrecklichen Schmähtext. So kann ich noch heute gewisse schöne romantische Musikstücke kaum hören ohne dabei sofort an irgend einen ganz wahnsinnigen Text zu denken :-)
Dann hatten wir eine Freundin meiner Tante. Sie war Künstlerin und sehr originell. Eigentlich sah sie aus wie ein kleiner Mann mit O-Beinen. Aber ich sage dir: Nie in meinem Leben habe ich ein so weibliches Geschöpf kennengelernt. (Ihre Bewegungen und Art zu Reden) Ich freute mich in meinem Herzen wenn sie ihren Besuch ankündigte. Dann blieb sie meistens eine Woche und wir halfen ihr Ausstellungen zu arrangieren. Ihr Mann war ein noch grösserer Künstler und es war interessant zu sehen wie verschieden sie eine Landschaft malten. Seine gingen in "Moll" wenn man so ein Wort verwenden darf und ihre waren hell und sonnig, die Freude selbst.
Natürlich konnte ein solches Paar nicht zusammenleben - es hätte ihrer Kunst geschadet.
Eigentlich war er ein Portrait-maler.
Übrigens. für den Louvre brauchen wir wohl mehr als einen Tag, oder? Ich höre dich schon mir die Barockmalerei erklären :-) Ich glaube ich muss ein wenig aufpassen sonst geht es mir wie dir ;-)
"Meine Ruh ist hin
Mein Herz ist schwer
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr."
Armes Gretchen, hat sich in Faust verliebt.:-)
Ich Grüsse dich herzlich
Deine Mausfreundin
Marlena
PS
Habe gerade dein Mail von heute gesehen.. noch nicht gelesen.
Dienstag, 14. Dezember 2010
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