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Nimmst du auch Beichten ab, wie die katholischen Priester in ihren speckigen Sutanen, meine liebe Marlena? Tust du das? Wenn ja, dann hätte ich im Moment eine grosse Beichte. Ich zögere etwas, dir das so offen und unter 4 Augen zu beichten. Aber ich muss ja wohl. Und ich hoffe, du wirst mir keine allzu strenge Strafe und Wiedergutmachung auferlegen. Ich meine, 10 "Av Maria .." (was meine Kollegen in der Schule zu beten hatten), 10 wäre die oberste Grenze. Obwohl mein Vergehen vielleicht schwer wiegt.
Eigentlich ist es kein Vergehen, sondern eine Unterlassung. Eine fahrlässige noch dazu. Ich schäme mich etwas, dir das zu erzählen, liebe Marlena, und ich kann nur hoffen, du wirst das nie gegen mich verwenden, niemals!
Nein, Spass beiseite! Ich habe Goethes Faust nie gelesen. Niemals! Ehrenwort! Ich habe ihn auch nie vermisst. Erst an der Universität kannte ich eine Komilitonin, die vom Faust geschwärmt hat. Und da ist mir aufgefallen, dass ich diesen Hit der deutschen Literatur nie wirklich zur Kenntnis genommen habe. Das ist mein Defekt! Wie ein kleiner Sehfehler, oder ein Muttermal an der falschen Stelle!
Ich will dir jetzt auch nicht gleich versprechen, dass ich das noch nachhole. Vielleicht erzählst du mir davon, so kann ich es mir ersparen.
Ach, es tut gut, von der Jugend zu erzählen! Erzählen an sich ist gut, und mit der Jugend kommt auch die jugendliche Energie und Kraft zurück. Das ist wie eine Therapie, das ist reculer pour mieux sauter!
Ich danke dir und umarme dich
Samstag, 11. Dezember 2010
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