Donnerstag, 3. November 2011

"Die Himmelstür zum Cyberspace"

Subject: Re: ne me quitte pas ...
Date: Sat, 30 Sep 2000 07:59:40 GMT

Liebe Marlena
Gerade war ich auf der Post und habe den Brief abgegeben, denn ich wusste nicht, mit welchem Wert ich ihn frankieren sollte. Wir können jetzt sehen, wie lange es dauert. Denn wenn ich mal in Not sein sollte, muss ich genau wissen, wie lange es dauern wird, bis ich Marlenas Hilfe anfordern könnte. ...
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Ich habe gerade ein interessantes Buch gefunden, das zu lesen ich angefangen habe. Es heisst "Die Himmelstür zum Cyberspace" von einer amerikanischen Wissenschaftsjournalistin namens Margaret Wertheim. Ich bin noch nicht so weit in der Lektüre, aber man kann alles nachlesen, was wir beide schon diskutiert haben über Platonismus, den klassischen Dualismus von Körper und Geist, den Cyberspace als die RES COGITANS Descartes' und viele ähnliche Dinge, inklusive alles, was mit dem Symbol eines Turmes assoziiert sein könnte. Ich glaube, Marlena, wir haben unsere imaginären Bedingungen gar nicht so schlecht durchschaut. Und darüber können wir doch ein wenig stolz sein.
Solche Fragen der modernen Medien, und wie sie unser Weltbild verändern können, das interessiert mich mehr als die technischen Fragen des EDV-Systems. Doch natürlich muss ich zugeben, dass ich oft bei Diskussionen schweigen muss, und dass ich in vielen kleinen Situationen des Alltages ein wenig hilflos sein kann.
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Ich kenne Jacques Brel, doch ich habe keine CD von ihm. Ich höre diese Musik vor allem, wenn wir über Weihnachten die Wohnung P und M haben, dann kann ich sie stundenlang hören und mich den Gedanken hingeben. M hat viele von diesen alten Platten.Und ich liebe sie besonders dort in .., wo ja auch sonst die Atmosphäre ein wenig französischer ist als hier. Sie ist oft voller Poesie, wie Du sagst.

Ich wünsche dir und Deiner Familie ein schönes Wochenende. Hier ist es noch ziemlich mild. Doch der Himmel ist bedeckt. Und nächste Woche soll es kühler werden. Wir werden sehen. Dann können wir "wachen, lesen, lange Briefe schreiben, und (..) in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben". Aber nicht zu unruhig.
Mit einem schönen Kuss für Dich
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