Sonntag, 13. November 2011

Karfiol, Genazino und Geldüberweisung

28 October 2004 19:00
subjectSo...

Lieber ...,
Nun bin ich wieder da. In der Küche kocht ein Kopf Karfiol (sagt man
Kopf?), das klingt ein bisschen nach Mord. Ich habe vergessen
Petersilie ins Wasser zu legen, damit es nicht so stark riechen soll,
aber bis morgen ist der Geruch wieder weg.
Vorhin war ich noch schnell einkaufen um den Kühlschrank zu füllen
fürs Wochenende. An der Kasse sass eine frühere Schülerin von mir.
Eine meiner Lieblingschülerinnen. Sehr tüchtig, immer nett und
freundlich. Auch heute war sie ganz frohgelaunt und hat von ihren
Studien an der Uni erzählt. Zuerst hat sie Französisch studiert und
nun macht sie Betriebswissenschaft. Sie trifft auch oft M, mit dem
ich damals in Prag war, und der seit ein paar Jahren an der Uni in dem
Fach unterrichtet. Damals hatte sie ihn als Lehrer hier am Gymnasium
und ich merke, dass sie viel mehr sagen will als ihr die Zeit erlaubt,
denn andere Kunden warten schon nach mir.
Du hast mich in einem deiner vorigen mails neugierig gemacht auf
Genazino, und so habe ich mich im Internet etwas über ihn erkundigt.
Schau mal hier:
http://www.zeit.de/2003/13/L-Genazino

Ich komme nicht von dem Gedanken los, dass du irgendwie seelísch
verwandt bist mit dem Helden in seinem neuen Buch. Ich würde es auch
gern lesen. Es ist schon lange her, dass ich ein Buch auf Deutsch
gelesen habe. Zwar habe ich meinen eigenen privaten Schriftsteller,
mit dem sich kein anderer messen kann, aber trotzdem. Das einzige was
mich abhällt von diesem Bücherkaufen im Ausland, sind die Bezahlungen.
Ich meine, es kostet manchmal ein Drittel des Buchpreises, eine
Bezahlung zu schicken. Und es ist schrecklich umständlich.  Als ich
letzthin  "L'Express" bezahlen wollte, d.h. Geld dafür überweisen, war ich
zuerst 1½ Stunden auf der Bank, um dann nach einer Zeit  eine
Bezahlungsermahnung zu erhalten und noch ein paar Wochen später eine
Mitteilung, dass man wegen ausgebliebener Bezahlung die Zeitschrift
nicht mehr senden würde. Dann war ich schon so böse, dass ich nach
Paris angerufen habe um ihnen mitzuteilen, dass ich ihnen das Geld
bereits vor zwei Monaten überwiesen hatte und dass ich ihnen nach der
ersten Aufforderung auch eine Kopie von der Bankorder geschickt hatte.
Klingt sicher ganz verrückt.

Der Karfiol ist fertig. Mit etwas zerlassener Butter mit Semmelbröseln
drin schmeckt das herrlich!

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
mit lieben Gs und Ks,
Malou
Ach ja, Karfiol heisst es in Österreich. Die Deutschen sagen wohl Blumenkohl.

1 Kommentar:

  1. Ich finde es sehr schön, dass du "Karfiol" schreibst und nicht Blumenkohl!

    Herzlich,
    Elsa

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