Donnerstag, 17. November 2011

Heute - immer noch...

... blühen die Rosen am Eingang  17/11  2011

1 Kommentar:

  1. XXIII

    Rose, sehr spät gekommene,
    die die bitteren Nächte aufhalten
    mit ihrere zu sternigen Helligkeit,
    Rose, errätst du die leichten vollkommenen Wonnen
    deiner sommerlichen Schwestern?

    Während Tagen und Tagen sehe ich dich,
    die du zögerst in deiner zu stark geschnürten Hülle,
    Rose, die du, im Zur-Welt-Kommen,
    die Langsamkeiten des Sterbens
    in entgegengesetzter Richtung nachahmst.

    Dein unzählbarer Zustand läßt er dich erkennen,
    in einer Mischung, wo alles ineinander übergeht,
    diesen unaussprechlichen Einklang des Nichts
    und des Seins, von dem wir nichts wissen?


    XXIV

    Rose, hätte man dich draußen lassen sollen,
    liebe Köstliche?
    Was macht eine Rose da,
    wo das Schicksal sich über uns verbraucht?

    Kein Zurück. Hier bist du,
    die du teilst mit uns, bestürzt, dieses Leben,
    dieses Leben, das nicht von deiner Zeit ist.

    Rainer Maria Rilke
    Aus : Rosengedichte in französischer Sprache.

    Ein sehr schönes Bild.
    Liebe Grüße und ich wünsche einen schönen Tag.
    George

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