Halo meine liebe Wand
Liebe Marlena
Ach meine Liebe, Du bringst mich echt in Not. Deine Mails sind
zuckersüss und klitzeklein wie Surfin-Pralinen, aber ich brauch mal
wieder ein echtes breites gepfeffertes Bergarbeiter-Steak, das mir ein
tüchtiges Fundament abgibt. Verstehst du meine Not? Der Turm bröselt
dahin!
With one incentive & intensive kiss
und mach es gut, mein Turmfräulein
Gruss ...
Ein Steak?
Lieber ...!
Ich habe eine etwas längere Mittagspause heute und so werde ich
versuchen (so wie du es tust) einen kleinen Teil meines Mails zu
schreiben.
Die Sonne scheint so schön hier und das Thermometer zeigt (hör
und staune) +26 Grad. Aber das ist natürlich an der Wand auf der
Südseite des Hauses. Sonst ist die Luft noch ziemlich kühl. Ich
wünsche dass ich heute keine Konferenz hätte und endlich die
Bäume beschneiden könnte.
Als wir dieses Haus kauften (neugebaut) ging ich einen "Garten-kurs"
und lernte viel von dem ich früher keine Ahnung hatte. Ich tat es
zusammen mit der damaligen Nachbarin und es machte einen
Riesenspass. Ich glaube der Leiter des Kurses hatte ein spezielles
Auge zu uns beiden jungen lebenslustigen "Mädchen".
Ich hatte übrigens seinen Sohn ein Jahr in Französisch gehabt :-)
Bei dem Kurs lernten wir u.a. wo man was pflanzen kann, wie man die
Erde behandelt, wie man einen Rasen anlegt u.s.w. Das ganze endete
mit einem Tagesausflug mit dem "Gartenverein" zu dem wir uns
anmeldeten.
Es war meine erste Erfahrung von dem Pensionistenleben ;-) Damals
hatte ich noch die Vorstellung dass man, wenn man so um die 60 ist,
nicht mehr zu den lebenden Wesen zählt *lacht* Aber auf dieser Reise
habe ich umgelernt. Schon im Bus herrschte eine sehr gute Stimmung.
Einige der Männer konnten vortrefflich Witze erzählen, andere konnten
sogar Gedichte bekannter schwedischer Schriftsteller in Dialekt vortragen.
Das gibt ihnen ja einen ganz besonderen Reiz .Auf diese Weise wurde es
wie eine kleine Kulturreise.
Alle waren sehr froh gelaunt mit einer Beredsamkeit die man
normalerweise nicht von einem Schweden erwartet. Die Erklärung
bekam ich später. Eine kleine Ausbuchtung ihrer Brusttasche führte
mich auf die Spur. (kleine Flasche mit belebendem Inhalt ;-)
Die Frauen ihrerseits führten Obst aus ihren Gärten mit. Herrlich
saftige Birnen, interessante Apfelsorten u.s.w. die sie uns zum
schmecken anboten. Und alle schienen sich etwas extra zu freuen
darüber dass auch die Jugend an dem Ausflug teilnahm. Ausser uns
beiden war nur noch ein junger Mann dabei, ein "Muttis Söhnchen"
der wahrscheinlich (so glaubte ich jedenfalls) niemals seine Mutter
verlassen würde. Das Ziel unsere Reise war eine wunderschöne
Gegend mit einem Berg wo wir beim Mittagessen auf der Terrasse
die schöne Landschaft bewundern konnten und eine grosse Garten-
anlage wo alles zu finden war,was man so für einen Garten brauchen
kann. Ich konnte es nicht lassen und kaufte zwei kleine Thujen die
wir dann beim Eingang pflanzten. Jetzt sind sie schon über 3 Meter
hoch geworden und sehen majestätisch aus.
...
Donnerstag, 15. April 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen