Ämne: Re: zum Sonnabend
Datum: den 12 november
Ach, mein Liebling, du sollst dich doch nicht zurückhalten. Von dir will ich mich doch nicht erholen. Die beste Erholung die ich mir vorstellen kann, ist wenn du bei mir bist, wenn auch nur in einem Mail..
Danke für deinen lieben Brief. Ich bin so froh, dass du mir von deiner teuren Zeit schenkst. Manchmal bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich denke, dass ich dir die Zeit stehle, die du vielleicht für deine Arbeit brauchst.
Es war schön, eine Weile mit dir zu chatten, obwohl ich mich etwas gestresst dabei fühlte.. erstens weil der Chat nicht richtig funktionierte, und zweitens weil ich wusste, dass ich jede Sekunde gestört werden könnte, was dann auch passierte.
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Soweit hatte ich dir gestern Abend geschrieben und als ich auf die Uhr sah, war es schon nach zwei Uhr morgens. :-)
Ach .., du glaubst ich bin ein trauriger Mensch, der sich oft einsam fühlt. Ich bin ganz sicher dass mich meine Mitmenschen nicht so betrachten. Im Gegenteil glaube ich sogar dass ich glücklich erscheine und meine nächste Umgebung damit anstecke. Woher diese Freude kommt, wissen sie natürlich nicht. Wie könnten sie ahnen, dass ich in den wunderbarsten Mann der Welt verliebt bin. Aber ich bin auch sonst ein froher Mensch. Ich kann mich über kleine Dinge freuen und es gibt so viel auch im Alltag, was das Leben schön macht. Die viele Arbeit und der damit zusammenhängende Zeitmangel ist natürlich etwas sehr negatives. Aber ich bin da in guter Gesellschaft. Wir sprechen darüber unter Kollegen und sind uns einig dass man zuviel von uns verlangt. Diese ständigen Umorganisationen, die vielen Konferenzen und die viele Extraarbeit, die eigentlich die Chefs tun sollten.. Aber weisst du, ich habe begonnen die ”Gustavsche Methode” anzuwenden. Mal sehn, ob mein Chef etwas davon merken wird. ;-)
Du fragst so lustig wie ein Mann sein sollte in meinen Augen. Ach, Schatz, das weisst du doch. So wie du. Du hast alles. Und dann glaubst du ich könnte dich langweilig finden. Nein, weisst du, das würde ich nie tun. Da bin ich ganz sicher. Und gerade wenn du so ”bärenruhig” hinter deinem Schreibtisch sitzen würdest, würde ich es extra geniessen, weil ich wüsste was dieser in den Augen der anderen stille Mensch in seinem inneren trägt. Dieses Privilegium einem anderen Menschen so nahe zu sein ist wohl das schönste was es gibt.
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Mein Brief über die Verwandschaft hat dir so gefallen und ich war fast daran ihn zu löschen, weil ich dachte dass es dich nicht interessieren könnte. Und nun denke ich daran dass du mir die Möglichkeit gegeben hast dich in verschiedenen Milieus vor mir zu sehen.. und dass ich vielleicht, weil ich dir nicht so oft von solchen Dingen erzähle, in deinen Gedanken wie in einem Vakuum lebe. Vielleicht hast du deswegen den Eindruck dass ich einsam bin. Aber am Abend, mein Liebling, wenn ich fertig bin mit meinen Pflichten dann fühle ich mich schon manchmal etwas verloren.. nur weil du mir eben so sehr fehlst und weil ich dich sehnsuche und maladiere. Es ist eine Qual, aber eine süsse Qual :-)
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Ich werde dir bald wieder schreiben.. muss aber dies nun absenden.
Ich umarme dich und küsse dich,
mit viel S
Marlena
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