Dienstag, 21. Mai 2013

Na ja, wir werden sehen



Eine schöne chinesische Geschichte:
...

Ein chinesischer Bauer lebte in einem Dorf am Fusse des grossen Berges. Eines Tages war sein Pferd aus dem Stall verschwunden. Der Bauer war sehr verwundert, konnte sich die Sache aber nicht erklären. Und die Leute des Dorfes sind zu ihm gekommen und haben ihr Mitleid ausgesprochen für den schweren Verlust dieses schönen Pferdes. Der Bauer aber liess sich nicht betrüben und sagte bloss: Na ja, wir werden sehen. Zwei Wochen später stand sein Pferd wieder im Stall. Aber es war begleitet von einem Wildpferd, das sich ihm angeschlossen hatte. Und wieder kamen die Leute des Dorfes, diesmal, um den Bauer zu beglückwünschen. Hatte er nicht soeben ein Pferd gewonnen. Doch der Bauer sagte bloss: Na ja, wir werden sehen. Es verging nicht viel Zeit, und der Sohn des Bauern stürzte vom wilden Pferd und brach sich ein Bein, als er versucht hatte, es zu reiten. Die Leute des Dorfes kamen wiederum zum Bauern, um ihm ihr Beileid auszudrücken. Doch der Bauer sprach bloss: Na ja, wir werden sehen. Keine Woche später erschienen staatliche Beamte im Dorf, um Soldaten für die Armee auszuheben. Und sie nahmen alle jungen Männer, die im besten Mannesalter waren und in der Arbeit dringend benötigt wurden, mit, damit sie in der Armee ihr Leben riskieren würden. Nur den Sohn unseres Bauern konnten sie nicht mitnehmen, denn er hatte sein Bein gebrochen. Und wiederum kamen die Leute des Dorfes, um den Bauern zu beglückwünschen. Und wiederum antwortete er ihnen: Na ja, wir werden sehen.

Was ist der Sinn des Lebens? Was ist ein positives und was ist ein negatives Ereignis im leben. Das kann man im Grunde erst am Ende des Lebens sagen. Aber die meisten Menschen können nicht so lange warten und geben den Ereignissen sofort einen Sinn. Es gibt da natürlich Pessimisten und es gibt Optimisten. Die Optimisten, die die Kraft haben, ihr Leben positiv zu sehen, die auch in widerlichen Ereignissen noch positive Möglichkeiten sehen, sie bauen ihr Leben wie ein Turm. Die alten Steine sind stabile Grundlagen für die nächsten Steine. Sie geben dem Turm einen guten Halt. Die Pessimisten werfen jede Menge guter Steine weg, weil sie sie für schlecht befinden. Und so kommen sie nicht richtig vorwärts mit dem Bau.

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