Nach der Arbeit im Studio sind wir in einem Restaurant zu einem Frühstück eingeladen worden. Es gab Prosecco und Fingerfood, Oliven, Brötchen, Fleisch, Teigkonstruktionen. Da erst gab es Gelegenheit, richtig zu diskutieren. Erst wenn die Mikrofone geschlossen sind, kommen die Wahrheiten heraus.
Und anschliessend habe ich die Zeit in Basel noch genutzt und bin ein bisschen in einem Buchantiquariat herumgestrichen. Ich habe zwei Funde gemacht: eine Biographie über Schopenhauer. Eigentlich interessiert mich der Autor mehr als Schopenhauer. Er hat glänzende Biographien geschrieben über Heidegger, Nietzsche, Hoffmann, die ich sehr schätze. Deshalb, so dachte ich, werde ich auch diese geniessen. Schopenhauer ist eigentlich der geistige Vater von Nietzsche. Und Nietzsche ist für mich immer noch sehr aktuell. Und der andere Fund heisst „Psychologie des Denkens“. Finde ich gut und übersichtlich, soweit man das aus dem Inhaltsverzeichnis entnehmen kann. Am liebsten würde ich gleich heimfahren und mich hinter den warmen Ofen zurückziehen. Aber erst fasse ich die Bücher hier ein. Wir haben gute transparente Klebefolie. Und wenn das Buch eingefasst ist, habe ich schon eher das Gefühl, es wäre mein eigenes. Vorher meint man, etwas Fremdes in Händen zu halten.
*
Eigentlich war ich direkt nach dem Prosecco-Frühstück noch auf dem Bücherschiff. Es schwimmt jedes Jahr um diese Zeit auf dem Rhein. Die Bibliothek, für die ich meine Rezensionen mache, macht dort eine Bücherausstellung mit einem bestimmten Thema. ...
Donnerstag, 23. September 2010
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