(5 Jahre später)
Liebe Malou
Wahrscheinlich denkst du immer noch, ich würde deine Mails nicht lesen. So schickst du mir Kopien und Kopien von Kopien. Was ist denn los Malou? Das ist doch keine Mauserei mehr. Ja, das ist eher eine Überlebensübung mit Notproviant !!!
Und dabei esse ich gar nichts aus der Büchse. Ich habe - seit ich allein wohne - Tiefgefrorenes entdeckt. Stell dir vor! Früher, als Student, war mein Lieblingsmenue Leber mit grünen Erbsen aus der Büchse. Einfach so, sonst nichts. Und jetzt, in meinen alten Jahren, bin ich wieder auf diese Urmahlzeit zurückgekommen. Natürlich sagen alle, man solle nicht zuviel Leber essen. Mach ich eigentlich auch nicht. Nur so ab und zu. Und die grünen Erbsen dabei. Allerdings, muss ich zugeben, sind diejenigen aus der Gefriertruhe nicht so trocken und mehlig wie jene aus der Büchse. Und ich liebe eigentlich die mehling-trockenen. Ist das nicht merkwürdig? Auch die Leber, wenn man sie durchbratet, wird irgendwie trocken. Ich scheine sehr am Trockenen zu hängen. Daher vielleicht mein trockener Humor! ;-)
In nächster Zeit werde ich mal versuchen, eine Pizza zu backen. Du weisst, es gibt diese vorbereiteten grossen Bretter im Laden zu kaufen. Und genau sowas will ich versuchen, Margherita oder Quatro Stagioni oder was weiss ich, Bologna oder Napoli.... Ich liebe Pizza, ich meine die trockene Pizza. So werde ich mal meinen Backofen austesten. Und wenn das gelingt, kann ich vielleicht später eigene Gemüsekuchen backen. Die liebe ich besonders, solche mit Spinat, Broccoli, auch mit Kohl zum Beispiel, mit Käse oder Schinken, vielleicht ein gequirltes Ei darüber? Wichtig ist bloss, dass der Teig gut gebacken ist. Er sollte knusprig und kann sogar etwas schwarz angebraten sein. So liebe ich ihn besonders. Und dazu einen Salat.
Ja, ich kriege gleich Hunger, wenn ich davon erzähle. Dabei lebe ich eigentlich sehr bescheiden. Meine Mahlzeiten sind frugal, wie du zu sagen pflegst. Wenn ich einmal in Pension sein werde, will ich mir ein Lokal aussuchen, wo ich als Stammgast essen kann. Dabei erinnere ich mich an diesen Film mit Nickolson, den man kürzlich sehen konnte.
Ja, ich kriege gleich Hunger, wenn ich davon erzähle. Dabei lebe ich eigentlich sehr bescheiden. Meine Mahlzeiten sind frugal, wie du zu sagen pflegst. Wenn ich einmal in Pension sein werde, will ich mir ein Lokal aussuchen, wo ich als Stammgast essen kann. Dabei erinnere ich mich an diesen Film mit Nickolson, den man kürzlich sehen konnte.
Spielte er nicht diesen paranoiden Schriftsteller, der im Restaurant zu essen pflegte und dabei alle Leute gegen sich aufbrachte? Das wäre doch auch eine Rolle. Du machst die halbe Welt verrückt und ziehst dich dann zurück in deine Schreibstube und schreibst einen schönen, honigsüssen, romantischen, sähmigflüssigen Roman. Na ja, ich weiss noch nicht, was kommen wird! ...
Ich wünsche dir einen schönen Tag. Und ich habe eine kleine Bitte: schreib mir wieder mal ein Mail!
Liebe Gs und Ks
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Aus der Konserve:
Der Film
Liebe Malou
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Ich habe gestern einen Film gesehen mit Nichelson (oder schreibt man Nicholson, vielleicht Nikolson, oder ähnlich?), und habe dabei oft an Dich gedacht. Es ist - weiss Gott - lange her, seit ich einen Film von Anfang bis Ende angeschaut habe. Nikolson spielte einen zwangsneurotischen Schriftsteller, der sich ein bisschen - eben soweit ein Zwangsneurotiker das überhaupt kann - ein bisschen in eine Serviererin verliebt. Und daneben lebt sein Nachbar, eine Tunte (homo) und Maler mit seinem Hündchen und seinem schwarzen Lover und Bodyguard.
Es war in der Tat eine extravagante Geschichte, ein psychologisches Meisterstück. Die Schauspieler, darunter eben Dein geschätzter Nikolson, haben ausgezeichnet gespielt, wirklich ausgezeichnet. Und auch die Kombination von Homosexualität und Zwangsneurose fand ich gut gewählt, denn die beiden Typen ergänzen sich bestens: während der eine seine Gefühle zuinnerst versteckt und gefangen hält, trägt sie der andere offen zur Schau. Der eine ist in jeder Hinsicht und immer wieder verletzend, weil er in seiner egomanen Manier keinen Zugang zu einem Sensorium für das Zwischenmenschliche findet, während der andere wie ein Seiltänzer jederzeit Harmonie und Balance sucht. Man konnte den Eindruck haben, Freud hätte das Stück gleich selbst geschrieben. Und bei aller Komik war der Film doch rundum traurig, zuzusehen, wie diese Personen an sich selbst und gegenseitig aneinander litten.
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Ich habe gestern einen Film gesehen mit Nichelson (oder schreibt man Nicholson, vielleicht Nikolson, oder ähnlich?), und habe dabei oft an Dich gedacht. Es ist - weiss Gott - lange her, seit ich einen Film von Anfang bis Ende angeschaut habe. Nikolson spielte einen zwangsneurotischen Schriftsteller, der sich ein bisschen - eben soweit ein Zwangsneurotiker das überhaupt kann - ein bisschen in eine Serviererin verliebt. Und daneben lebt sein Nachbar, eine Tunte (homo) und Maler mit seinem Hündchen und seinem schwarzen Lover und Bodyguard.
Es war in der Tat eine extravagante Geschichte, ein psychologisches Meisterstück. Die Schauspieler, darunter eben Dein geschätzter Nikolson, haben ausgezeichnet gespielt, wirklich ausgezeichnet. Und auch die Kombination von Homosexualität und Zwangsneurose fand ich gut gewählt, denn die beiden Typen ergänzen sich bestens: während der eine seine Gefühle zuinnerst versteckt und gefangen hält, trägt sie der andere offen zur Schau. Der eine ist in jeder Hinsicht und immer wieder verletzend, weil er in seiner egomanen Manier keinen Zugang zu einem Sensorium für das Zwischenmenschliche findet, während der andere wie ein Seiltänzer jederzeit Harmonie und Balance sucht. Man konnte den Eindruck haben, Freud hätte das Stück gleich selbst geschrieben. Und bei aller Komik war der Film doch rundum traurig, zuzusehen, wie diese Personen an sich selbst und gegenseitig aneinander litten.
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