Lieber ...,
Ja, genau, man sollte diese Zeit der Vorfreude nicht unterschätzen. Ich habe mich lange nicht mehr so glücklich gefühlt wie jetzt.
Sorry, dass ich nochmals das Wort schlampig benutzt habe. Schon beim Schreiben konnte ich deine Proteste hören und vielleicht wollte ich dich auch nur ein wenig verärgern.. ist mir ja gelungen. ;-)
Auf schwedisch heisst das Wort "slarvig" und mein deutsches Wörterbuch sagt "nachlässig".
Aber deinetwegen habe ich auch meinen dicken Duden (1816 Seiten) konsultiert, und als Erklärung für schlampig steht:
- ohne die geringste Sorgfalt (ausgeführt)
- in grober und auffälligerweise nachlässig -
- schluderig
- eine schlampige Arbeit
- schlampig arbeiten
OK, ich weiss dass du das Wort nicht magst und werde es nicht mehr verwenden. Gut so?
Ja doch, ich hatte deine Frage betr. K nicht falsch verstanden. Habe nicht geglaubt, dass du von unserem Verhältnis sprichst und ich habe auch nichts Indiskretes in deiner Frage vermutet. Und dass du meine "Beziehung zu K ohnehin nicht verstehst" wundert mich nicht besonders. Auch ich verstehe sie nicht.
Über das Leben nach der Pension habe ich aber einiges zu berichten. K, G und ich haben aktuelle Erfahrungen davon. K hat sich gut in seinem neuen Leben zurechtgefunden. Eigentlich ist das etwas überraschend für mich, denn ich glaubte, dass er sich sehr mit seinem Beruf identifiziert hätte und dass er ihm nun sehr fehlen und eine grosse Leere hinterlassen würde. Er hat seine Arbeit geliebt, war hoch geschätzt und auch sehr beliebt. Eine Autorität auf seinem Gebiet. Aber wir sind beide erstaunt, wie schnell und leicht man sich von dieser beruflichen Identität befreit.. man legt sie ab wie einen alten Wintermantel, wenn es warm wird.
Auch G ist glücklich in ihrem post beruflichen Leben, und froh, dass sie meinem Rat gefolgt ist, früher zu gehen. Auch sie hat ihren Beruf sehr geliebt und ist erstaunt, wie schnell man sich davon seelisch befreien kann. Jetzt hat sie Zeit für sich selbst und alle ihre Interessen und kann das Leben voll geniessen.
Es ist klar, man sollte neue Routinen finden und versuchen, das Leben ein wenig zu strukturieren. Nicht weil es lebensnotwendig ist, sondern weil es einem hilft, die Zeit gut auszunutzen und nicht zu vergeuden. Doch auch das letztere ist erlaubt in der neuen grossen "Freiheit".
:-)
Ach, wie schöne Träume, oder sollte ich sagen Pläne, du für die Zukunft hast. Wenn ich das lese, wünsche ich, ich würde in Geld schwimmen. Dann würde ich gern genau dieselben Pläne verwirklichen wollen. Doch dazu legen wir noch ein paar Sommerwochen oben in unserem nördlichen Paradies mit den hellen Nächten und wunderschöner Natur. Bist du einverstanden?
---
Schön, wie du über Paris schreibst. Ja, ich denke wie du, dass das riesige Gebäude nicht besonders zu den Bildern der Impressionisten passt. Aber vielleicht ist es, weil ich mich so gut an die intime Athmosphäre im Jeu de Paume erinnere. Alle die Namen, die du aufzählst sind wie Poesi in meinen Ohren. Das Quartier Latin mit seiner Bd Raspail (wo ich das letzte Mal gewohnt habe). Du weisst sicher, dass ich eine Zeit auch an der Sorbonne studiert habe. Ach ja, ich glaube nach Stockholm ist Paris die Stadt, an die ich mich am liebsten erinnere. Doch diesmal werde ich mich auf ein paar Dinge konzentrieren müssen. Eine Woche ist allzu kurz. Und wahrscheinlich werden wir das Wochenende in Deauville an der Küste verbringen. Du kennst es sicher.
Bikini???? Ich dachte, du würdest mir eine Pelzjacke empfehlen... Oder vielleicht einen Regenmantel.
---
Es ist auch heute spät geworden. Vielleicht schläfst du schon. Das werde ich nun auch tun.
Ich wünsche dir ein schönes, angenehmes Wochenende.
Mit lieben G und K,
Malou
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen