Freitag, 15. November 2019
28/10 - Kochsendungen, Aktien, herbstliche Frische
den 28 oktober 09:43
Re: öronproppar...
Liebe Marlena
Euer schwedisches Ohnrenpropfen finde ich ein hübsches Wort. Und ich kann mir vorstellen, wie Du in Deinem Haus herumirrst und diese öronproppar suchst, um Dich vor allerlei Lärm zu schützen. Sie sind ja heute sehr verbreitet, und je mehr man sie benutzt, desto empfindlicher wird man auf feinere Geräusche. S ist schon soweit, dass sie alles hört durch die Dinger, so dass sie sie auch gleich weglegen könnte. Ja, wenn K sich frühpensionieren lässt, dann wird sich Dein Leben ändern. Dann werdet ihr einen neuen Honeymoon inszenieren, nicht wahr?
Landmark Education kenne ich nicht. Aber vielleicht weiss ich, was Du damit meinst. Es gibt auch bei uns eine Psychologische Schule, die sehr bekämpft wird. Ich weiss ihren Namen im Moment nicht. Es scheint eher eine Glaubensrichtung als wirklich eine psychologische Schule zu sein. Ich habe nie ganz begriffen, weshalb man wegen diesen leuten eine solche Aufregung veranstaltet. Aber ich habe mir auch ihr Programm nie so genau angeschaut. Man bezeichnet sie als Sekte. Und damit meint man wohl einen gewissen Fanatismus, und eine Abhängigkeit, die man mit Absicht in einer solchen Vereinigung erzeugt.
Ja, Kochsendungen am Fernsehen sind meine Lieblings-Einschlafprogramme. Ich gebe zu, sie sind manchmal nicht ohne Reiz, unterhaltsam und ganz angenehm zum anschauen. Vor allem wenn man ein bisschen hungrig ist, wirken sie belebend auf die Seele. Und man kann wirklich Anregungen bekommen. Manchmal haben sie Tricks, wie man vermeidet, die Finger zu verbrennen, oder wie man den Geschmack von irgend einer verkochten Sauce doch noch auf ein Niveau bringt, dass man sie auch den liebsten Gästen noch vorsetzen kann. Den unbeliebten kann man ohnehin. Und die Sendungen geben den Eindruck, dass die Küche eigentlich ein wunderbarer Ort der Gerüche, der visuellen Reize und ein Hort des Gesprächs und der Unterhaltung ist. Hier in den deutschen Sendern sind es vor allem Männer, die Kochen. Es sind Profis. Es gibt sogar eine Sendung, da kochen zwei Köche gleichzeitig. Zwei Leute aus dem Publikum kaufen ein. Sie dürfen nur waren bringen, die weniger als 20 Euro kosten. Das ist gemeint für ca. 4 Personen. Und dann muss der Koch in Windeseile mit diesen verschiedenen Dingen (zB. 2 Tomaten, 4 Plätzchen Schweinefleisch, ein paar Pilze, Ananas, Artischocken, Granatapfel) ein Menue zusammenbrauen. Das braucht etwas Fantasie, diese heterogenen Dinge so zuzubereiten, dass sie zusammen passen. Aber es sieht meist sehr schön und akrobatisch aus, wenn sie Zwiebeln hacken, Eier lufttig schwingen oder Omeletten zur Decke werfen. Und noch besser sieht es aus zum Schluss, denn auf die Dekoration des Tellers legen sie allerhöchsten Wert. Ein solches Gedeck sieht dann aus wie für ein königliches Gala. Doch wenn das alles bereit ist, wenn der Höhepunkt näher rückt, wenn mir das Wasser im Mund zusammenläuft und ich zur Gabel greife, um den ersten Bissen zu nehmen, dann ist die Sendung zu Ende..... Dann ist alles vorbei, und sie filmen den Applaus oder die dicke Moderatorin, die die nächste Sendung ankündigt. Und die Teller mit dem schönen Gericht steht auf dem Tisch und erkaltet. Eine Sünde!
Dann renne ich zum Kühlschrank und hole mir ein Stück Käse zum trockenen Brot.
Diese Sendungen sind sehr hübsch. Aber sie machen - kurz gesagt - unstillbaren Hunger. Und wer schon mag gerne unstillbaren Hunger. ---
Natürlich bin ich gespannt auf Dein schönes Stockholm. (---) Ich wünsche Dir einen wunderbaren Tag, so dass Du abends ganz zufrieden bist.
Mit lieben Grüssen
...
den 28 oktober 15:18
Re: herbstlich
Liebe Marlena
Vielleicht liegt es an dem schönen sonnigen Oktobertag, dass ich Dir auch gleich ein weiteres Mail schicke. Ich schöpfe hier aus dem Vollen.
Allerdings haben wir heute morgen gehört, dass die ABB weitere Milliarden Schulden gemacht hat. Ich habe meine Aktien verkauft, denn ich glaube, sie werden in den nächsten Tagen noch etwas sinken. Wenn sie sich dann stabilisiert haben, kaufe ich wieder. Du siehst, ich bin schon schwer am spekulieren, obwohl ich eigentlich keine Ahnung und um mich zu informieren praktisch keine Zeit habe. Ich zähle einfach auf meinen Glücksengel. Bis jetzt ist es ziemlich gut gegangen. Ich glaube zwar nicht, dass ich vbiel gewonnen hätte. Aber ich habe auch nicht verloren. Und das obwohl die ABB Aktien in der letzten Zeit eher gesunken als gestiegen sind. Alle haben auf diese Quartalsergebnisse gewartet. Ich hätte eigentlich ein besseres Ergebnis von unserem Kleinen erwartet. Aber offenbar scheinen die Umstände immer noch widrig. Es gibt 3 Faktoren, die negativ sind:
1. die Schuldenlast
2. die Asbestklagen in den USA
3. der anstehende Verkauf von Sparten, die nicht im Kerngeschäft arbeiten
Ich glaube, sie alle drücken auf den Aktienkurs. Wenn er mal auf einem minimalen Stand ist, werde ich wieder kaufen. Ich glaube sehr wohl, dass ABB weiterhin eine sehr erfolgreiche Firma weltweit sein wird. Bestimmt haben die Chinesen und die anderen Asiaten noch einige Projekte für den Grosskonzern. Dann wird es wieder aufwärts gehen.
Und wenn ich falsch habe: tampis
Du hast Recht, man sollte nicht zuviel Aufmerksamkeit auf diese Aktien richten, und sie einfach gewähren lassen. Dann steigen sie vielleicht am schnellsten.
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Seit den letzten, kalten Nächten sind die meisten Blätter hier gefallen. Die grosse Kastanie, die gegenüber meinem Fenster am Rande des Strassencafés steht, ist rotbraun, eigentlich rostigbraun geworden. So sehen auch Nussbäume aus, denke ich. Und vorne, die drei Kugelbäume, die mir im Sommer die Sicht auf die Eiskaffees und die schönen Tortenstücke verbauen, sind praktisch durchsichtig geworden. Es geht wirklich schnell jetzt. Und es ist im Grunde genommen schön, dass sich die natur immer wieder wandelt. Wir hatten einen Amerikaner aus Florida im Kurs von NY, und er hat erzählt, wie sie dort unten ständig nur Sommer haben. Ach wie langweilig, ständig diese Wärme, ständig Sonnencrème einreiben, ständig Badehosen mit sich führen. Nein, wie erfrischend ist es doch, ab und zu kalte Hände zu kriegen, oder aber auf einer vereisten Strasse auf den Hintern zu fallen. Die Kalifornier haben während des ganzen Jahres nie die Chance, auch nur einmal auf den Hintern zu fallen. Wie öde! Vielleicht versuchen sie es mit Schmierseife auf dem Küchenboden? Das könnte ein guter Ersatz sein. Und auf dem Küchenboden richtig runter zu plumsen, das hat was an sich. Ein steinerner Küchenboden ist härter als Eis. Das macht bestimmt einen Hintern so blau wie das Tote Meer.
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Ich habe Lust, in dieser schönen Landschaft zu wandern. Vielleicht mache ich heute abend einen kleinen Lauf über Land. Das würde mir echt guttun. Man sollte sich mehr bewegen. Am liebsten hätte ich einen Hund, mit dem ich zweimal im Tag an die frische Luft müsste. Jeder Arzt gibt zu, dass ein Hund für die Gesundheit das beste sei. So ein Hund hält uns in Bewegung. Ich sehe, wie Walter mit seinem Baby lebt. Das Baby ist allerdings schon bald so gross wie eine kleine Kuh. Er ist enorm gewachsen. Aber er ist immer noch mehr oder weniger ein Flegel. Doch von gutem Charakter, das sieht man schnell. Und er geht regelmässig spazieren. Das behält ihn fit.
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Hoffentlich hast Du einen schönen Tag in der Hauptstadt. Natürlich ist es auch ganz einfach schön, Zeit zu haben, um zu flanieren und sich die Dinge anzugucken. Das ist vielleicht das Schönste dran.
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Mit lieben Grüssen
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