Mittwoch, 13. November 2019
26/10 - Un clin d'oeuil
den 26 oktober 11:22
Re: clin d'oeuil
Liebe Marlena
Dein Mail aus der englischen Teestunde hat mich sehr gefreut. Ich schicke Dir rasch ein clin d'oeuil zurück. Dein Begriff "spritzig" ist total in Ordnung. Ich habe es durchaus als Kompliment verstanden. Und ich weiss auch, wie angenehm und belegend spritzig sein kann. Ich wusste bloss nicht, worin Du das in meinem Mail gefunden hast. Ich nehme an, es kommt einfach daher, dass ich nicht zuviel nachdenke, wenn ich schreibe. Vielleicht so? Ich freue mich, wenn die Mails wirken wie ein Espresso, oder vielleicht sogar wie ein tira-mi-sù!
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Ja, heute haben wir unser Geburtstagsessen. Meine Schwägerin und mein Bruder haben in den nächsten 14 Tagen beide Geburtstag. Und so ist es eine gute, auch oekonomische Massnahme, gleich alle zusammen zu essen. Ich glaube, es geht ihnen besser denn je. Er gibt Unterricht an der Architekturabteilung der Technischen Hochschule in F. Sie haben sogar eine 2-Zimmer Wohnung in der hübschen alten Stadt gemietet, um nicht zuviel hin und her reisen zu müssen. Ich nenne ihn seither 'monsieur le professeur', und das ist er ja in der Tat. Er hat schon früher oft Weiterbildungen für Architekten gemacht, und ich glaube, er mag das sehr. Er hat auch Tausende von Architekturfotos, die er während all der Jahre auf seinen Reisen gemacht hat. Besonders gut kennt er Frankreich. M. zeigt ihm jedes Jahr einen anderen Teil ihres Landes.
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Das doppelte Wohnen ist ja sehr "teuer" oder "mit hohen Kosten verbunden". 'kostsam' ist zwar gut verständlich, gibt es aber nicht als deutsches Wort.
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Du hast eine ganze Woche frei. Wie kann man sowas organisieren?? Wo ist da die ausgleichende Gerechtigkeit? Weshalb haben die einen frei, und die andern rackern sich zu Tode? Wieso eigentlich? Ich bin auf der falschen Seite!
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Ich verstehe jetzt, Du verteilst diskret Babyküsse wie ein Vampyr. Schluck -- schluck --. Ich kann mir nicht helfen, der Schläfenkuss ist ein Greisenkuss für mich. Vielleicht, weil Greise so ausgeprägte Schläfen haben, oft ein bisschen eingefallen, mit durchsichtiger Haut, von einem wilden unterirdischen Kanalsystem an grünblauen Adern durchzogen, welches zur Oberfläche drängt. Der Kuss auf den Mund ist eindeutig besser, auf jeden Fall greifbarer, irgendwie beisbarer. Na ja, Du weisst schon, was ich meine. Eben so, wie kürzlich im Traum.
Ich gerate deswegen nicht in Verlegenheit.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.
Mit lieben Grüssen
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