Liebe Marlena
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Ich will dir erzählen, was ich in dieser Nacht gedacht habe. In meinem bittersüssen auf und ab Gehen. ...
Es tut mir leid, vielleicht magst du es nicht. Vielleicht hast du das Gefühl, ich will dich zu irgendwas drängen, wozu du eigentlich noch nicht bereit bist. Vielleicht denkst du sogar, ich will dich erpressen dazu. Doch das will ich nicht. Das nun wirklich nicht.
Aber für mich ist definitiv geworden. Ich werde nächstes Jahr nach Rom gehen. Zuerst hatte ich mal an 2 Wochen gedacht. Jetzt bin ich schon bei drei Wochen. Ich will nicht sagen, ich möchte mit dir nach Rom gehen. Ich möchte, dass wir uns in Rom treffen, für drei Wochen. Das kann im Sommer sein oder im Herbst, oder auch im Frühling. Aber im Frühling für mich am wenigsten. Ich möchte, dass wir zusammen Rom von unten bis oben, von links bis rechts, von hinten bis vorne erleben. Es sollen 3 intensive Wochen sein. Wir werden alles sehen, vom Vatikan und der Peterskirche bis zum Forum Romanum. Alles. Ich werde mich ein bisschen vorbereiten, lesen, Stadtpläne studieren. Und wir werden beide ein leeres Tagebuch mitnehmen. Und nach dem Mittagessen, in der Siesta, werden wir jeweils unsere Erlebnisse aufschreiben, du die deinen und ich die meinen. Du machst das ja vielleicht in Schwedisch, und es wird ganz deine eigene Welt sein. Die Erlebnisse sind alles, Rom, die Stadt, der römische Katholozismus, unsere Liebe, vielleicht auch mal kleine Aerger und Müdigkeiten und was auch immer. Du schreibst alles aus deiner Sicht als Frau von Schweden. Ich schreibe alles aus meiner Sicht als Mann aus der Schweiz. Ich werde auch Zeichnungen machen, das mache ich gerne, wenn ich Zeit und Geduld habe. Und wir werden viele Fotos machen.
Und nach drei Wochen gehen wir wieder heim, du zu den Deinen und ich zu den Meinen. Und dann werden wir unsere Erlebnisse in Mails bearbeiten und daraus ein Büchlein machen. Es könnte heissen "Das römische Tagebuch" und es wäre gestaltet wie ein Duett, mit einer Frauenstimme und einer Männerstimme. Sehr romantisch, aber wichtig, diese zwei Stimmen, das ist modern, finde ich, denn die Frauen sehen die Welt anders als die Männer, das sollte zum Ausdruck kommen. Und dann veröffentlichen wir das Büchlein. Wir können das unter einem Pseudonym veröffentlichen. Ich glaube, wir können das gemeinsam schaffen. Und es wäre für mich fast ein Lebenshöhepunkt, wenn wir das schaffen. Und ich würde für den Rest meiner Jahre davon zehren und es würde mir bleiben wie eine Insel mitten im Meer.
Verstehst du mich? Ich möchte nicht nur in meiner Verliebtheit mit dir nach Rom. Ich möchte dir natürlich gerne Rom zeigen, das du noch nie gesehen hast. Ich möchte aber auch, dass du mich in eine Messe mitnimmst, dass du mir dein Rom zeigst. Aber ich möchte nicht nur verliebt sein, ich möchte daraus ein Lebensprojekt machen, ein kleines Kunstwerk machen. Und das "Römische Tagebuch" wird das Produkt dieses Projektes sein. Wir werden immer darauf stolz sein. Vielleicht wird es kein Bestseller. Aber ich glaube, wir können uns gegenseitig sosehr inspirieren, dass es schon ziemlich gut herauskommen wird. So, wie du mir Prag beschrieben hast, kann ich sehen, dass du dazu fähig bist, das zu beschreiben.
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