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Und schliesslich lese ich, die paar freien Minuten abends, immer noch meinen Nietzsche. Das heisst, ich lese eigentlich Sekundärliteratur. Nietzsche selbst zu lesen ist etwas zeitaufwendig und weitläufig. Nein, ich lese eine gute Biographie von Safranski, der auch Nietzsches Denken und seine Schriften gut und verständlich darstellt. So komme ich immer wieder zum Schluss, dass der gute Fritz einfach wirklich genial ist. Er hatte einen wirklich klaren Blick für die Verhältnisse seiner Zeit und was kommen würde. Und er hat seiner Zeit mutig ins Auge geschaut. Er hat die Konsequenzen gezogen wie kein anderer. Von Freud weiss man, dass er sich versagt hat, Nietzsche zu lesen, weil er ständig Einsichten niederschreibt, die Freud selbst erst nach eingehender Analyse und Forschung entdeckt.
Nietzsche ist vor allem wichtig für die heutige, die sogenannte Postmoderne Zeit. Seine Philosophie ist ja Lebensphilosophie. Und das ist es, was wir wieder brauchen. Die materiellen und technischen Möglichkeiten sind so gross geworden, dass wir wirklich ein metaphyisches System brauchen, um uns Orientierungshilfen zu geben. Deshalb hänge ich diesem Nietzsche so an.
Montag, 15. Oktober 2012
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