Samstag, 14. Januar 2012

nicht Rom ... (kleine Diplomatin)

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Siehst du, ich denke immer, Gymnasiasten sollten sich so spät wie möglich verlieben. Verliebtsein braucht soviel Energie und Zeit, die alle von den Studien und den Bildungsprozessen abgehen. Man sollte diese erotische Energie für das eigene Studium brauchen und nutzen können. Die Liebe ist eine enorme Ablenkung. B  macht es zwar nicht schlecht. Sie arbeitet hart für die Schule und teilt sich ihre Zeit gut ein, damit sie dann auch die Erlaubnis bekommt, abends ihren Freund zu sehen. Bei ihrem ersten Freund habe ich ihr einmal die Erlaubnis gegeben, ihn zu besuchen, "wenn es sie später zum Lernen beflügle". Und nun argumentiert sie immer, dass die Liebe sie zum Lernen beflügle. Sie hat mindestens diese Metalektion schnell gelernt, dh. sie hat rasch kapiert, welche Argumente man dem Vater unter die Nase reiben muss. Sie ist ziemlich schlau, unsere B. Wenn sie etwas will, dann merkt man das - falls man es denn merkt - lange voraus. Sie bereitet das Terrain vor. Sie erzählt dir all die schönen und guten Dinge, die du von einer Tochter hören möchtest. Sie erzählt, wie hart sie arbeite, wie gut die Noten sind, wie die Lehrer sie gelobt hätten und wie andere sie bedauerten, dass sie immer zuhause sitze und arbeite und sich selbst kein Vergnügen leiste. Und schliesslich kommt die entscheidende Frage, ob sie ihr Sackgeld haben könnte, ob sie abends weg dürfe oder was immer. Die B ist echt eine kleine Diplomatin. Die A ist anders, sie geht kopfvoran auf den Punkt los. So sind die Kinder verschieden.
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Heute muss ich endlich ...

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