subject Ich warte
du wartest
er wartet
wir warten
Warten wir wirklich? ich meine warten wir beide oder vielleicht nur ich?
Lieber ..,
Wie du siehst bin ich wieder in bebauter Gegend gelandet. Ach, es ist
wirklich herrlich zu Hause zu sein. Zwar ist es wunderschön dort oben
im Norden. Aber wie ich dir gesagt habe, es ist wie im Paradis. Und
wer sehnt sich schon ins Paradis, ausgenommen ein paar
Selbstmordsbomber.
Ich meine es ist etwas einsam dort oben. Und dabei erinnere ich mich
an Onkel Einar, der als er merkte dass sein Leben aufs Ende zuging,
etwas bekümmert fragte ob ich glaubte, dass man auf der anderen Seite
seine Lieben wiedersehen kann.
Es war ein bisschen traurig auch dort im Norden. Ich glaube ich hab
dir mal von dem Mann erzählt, der immer um die Mittagszeit dort
eintrifft um nach dem Häuschen zu sehen, das er von Tante Mimmi,
seiner verstorbenen Schwiegermutter geerbt hatte. (Tante Mimmis Mann
war übrigens ein Cousin meines Schwiegervaters). Er putzt und macht
alles schön im Garten, er hält alles wunderbar in Trim und immer
wieder baut er was Neues. Meist kleine "Friggeboden". Das sind so
kleine Häuschen, die man ohne Bauerlaubnis auf seinem Grundstück
aufstellen kann. Also sehr gefragt. Aber ich glaube er hat nie eines
verkauft. Vielleicht hängt er, wie so mancher Künstler, zu sehr an
seinem vollendeten Werk um sich davon befreien zu können.
Friggebodar durchs Autofenster im Regen - rechts die Briefkästen
Jedenfalls, wenn wir die Post holen, müssen wir durch seinen Hof
gehen, denn alle Briefkästen befinden sich auf dem alten Dorfweg
gerade vor seinem kleinen Haus. Und ich weiss, dass er immer schon auf
unsere Ankunft wartet und grosse Freude daran hat sein neuestes
Produkt vorzuzeigen. Auch dieses Jahr gab es was Neues. Ein Vogelbad.
:-) Es war nicht nur ein Vogelbad, sondern ein kleiner Springbrunnen,
wie uns Tore (Ks Jugendfreund) erklärte. Aber der arme Mann war eine
Woche vor unserer Ankunft an Krebs gestorben. Er war plötzlich und
ganz überraschend erkrankt und nach kurzer Zeit gestorben. Wie die
Mutter von Annas Freundin neulich. Und wenn ich all diese Dinge dort
stehen sehe, auf die er so stolz war, dann bin ich traurig wie nie.
*
Wie du weisst, sind wir am 9 Juli in aller Eile losgefahren. Es war
geplant, aber trotzdem gab es so viel zu tun vor der Reise, dass ich
nicht mehr an den PC rankommen konnte. Na, du kennst ja bereits unsere
Routinen.. und in Gedanken habe ich mich schon schön von dir
verabschiedet.
Kirche in Kalix
Oben in Kalix war es die ersten zwei Wochen sehr warm. Ich glaube wir
hatten die höchsten Temperaturen im Lande. Es war sogar zu heiss
mitten am Tag draussen zu sein. Wie immer gab es einiges zu tun dort,
aber nach zwei drei Tagen sah es schon wieder ganz bewohnt aus.
Zweimal waren wir auch in Luleå, (70 km weiter südlich) um ein wenig
Stadtluft zu atmen. Luleå ist eine ganz wunderbare Sommerstadt und
jetzt kommen sogar schon Luxustouristen per Schiff dorthin.
Hafen von Luleå, die Tuttifrutti-Häuser
Ich denke sie müssen gestaunt haben über die Temperaturen. Und natürlich über
die hellen Nächte. Die musst du doch auch einmal sehen.
die hellen Nächte. Die musst du doch auch einmal sehen.
Sommernacht mit Flieder
*
Die letzten Tage hat es geregnet und es kamen starke Gewitter, so dass
die Elektrizität bei uns fast einen ganzen Tag ausgeschlagen war. Zum
Glück war ich am Tag voher gerade mit dem Syltkochen fertig geworden.
Ich habe an dich gedacht, als ich die Multbeeren pflückte. Jedesmal
wenn ich mich hinunter bückte hatte ich den Eindruck den Kopf in
lodernde Flammen zu stecken. Die heissen Tage hatten das Moor
aufgewärmt. Nachher hatten wir beide den Eindruck wir hätten uns in
einem Gym fest abgeplagt und anschliessend noch in einer heissen Sauna
geschwitzt.
Während der regnerischen Tage habe ich ein bisschen gelesen. Aber die
Bücher die ich hatte, waren nicht besonders fesselnd. Eine Biographie
über James Joyce, eine Analyse von Gedichten einiger schwedischer
Poeten, ein Roman von Imre Kertec (eine wahre Feuerprobe). Doch habe
ich mir, als ich in der Bibliothek war in Kalix, eine neue Leihkarte
besorgt. Weisst du, es gibt keine schönere Bibliothek. Es ist auch der
Stolz der Gemeinde und die neue Benennung ist "UniversCity of Kalix".
Darüber muss man ein wenig lächeln.
Früher, wenn man dort etwas am Computer tun wollte, musste man sich
mit vielen jungen Leuten herumdrängen und warten bis man drankam, und
dann mit ungeduldigen Leuten, die einem über die Schulter schauten,
versuchen alles in 15 Minuten zu erledigen. Jetzt kriegt man ohne
Problem sofort einen Computer für eine Stunde. Ich schliesse daraus,
dass nun alle jungen Leute ihren eigenen Internetanschluss zu Hause
haben. Und während ich nach einem Lebenszeichen von dir suche, sitzt K
im "Kalixzimmer" und sieht sich die Dokumentation über die Gegend an.
Das kann er lange tun. Es gibt alles was man sich wünschen kann.
*
Ich habe mich gefreut unser Haus hier im Süden wiederzusehen. Im
Garten blüht alles so schön und sogar der Kirschbaum ist voll von
Kirschen. Zum ersten mal nach all den Jahren. *s* Die Johannisbeeren
sind, Gott sei Dank, noch nicht reif, denn im Moment fehlt mir die Zeit
dafür. Ich werde am Wochenende zu Anna runter fahren und ihr bei dem
Umzug behilflich sein. Ihre erste eigene Wohnung.
Hast du nun auch schon Ferien oder mühst du dich noch im Büro ab? ..
;-) Wie wird es mit eurer Reise in den Iran? Etwas unruhig dort unten
jetzt.
Nun wünsche ich dir einen weiterhin schönen Sommer und ich hoffe, dass
du mir so bald wie möglich ein Lebenszeichen schickst.
Mit lieben Grüssen,
Malou
Schicke dir ein paar Bilder separat
Die letzten Tage hat es geregnet und es kamen starke Gewitter, so dass
die Elektrizität bei uns fast einen ganzen Tag ausgeschlagen war. Zum
Glück war ich am Tag voher gerade mit dem Syltkochen fertig geworden.
Ich habe an dich gedacht, als ich die Multbeeren pflückte. Jedesmal
wenn ich mich hinunter bückte hatte ich den Eindruck den Kopf in
lodernde Flammen zu stecken. Die heissen Tage hatten das Moor
aufgewärmt. Nachher hatten wir beide den Eindruck wir hätten uns in
einem Gym fest abgeplagt und anschliessend noch in einer heissen Sauna
geschwitzt.
Während der regnerischen Tage habe ich ein bisschen gelesen. Aber die
Bücher die ich hatte, waren nicht besonders fesselnd. Eine Biographie
über James Joyce, eine Analyse von Gedichten einiger schwedischer
Poeten, ein Roman von Imre Kertec (eine wahre Feuerprobe). Doch habe
ich mir, als ich in der Bibliothek war in Kalix, eine neue Leihkarte
besorgt. Weisst du, es gibt keine schönere Bibliothek. Es ist auch der
Stolz der Gemeinde und die neue Benennung ist "UniversCity of Kalix".
Darüber muss man ein wenig lächeln.
Früher, wenn man dort etwas am Computer tun wollte, musste man sich
mit vielen jungen Leuten herumdrängen und warten bis man drankam, und
dann mit ungeduldigen Leuten, die einem über die Schulter schauten,
versuchen alles in 15 Minuten zu erledigen. Jetzt kriegt man ohne
Problem sofort einen Computer für eine Stunde. Ich schliesse daraus,
dass nun alle jungen Leute ihren eigenen Internetanschluss zu Hause
haben. Und während ich nach einem Lebenszeichen von dir suche, sitzt K
im "Kalixzimmer" und sieht sich die Dokumentation über die Gegend an.
Das kann er lange tun. Es gibt alles was man sich wünschen kann.
*
Ich habe mich gefreut unser Haus hier im Süden wiederzusehen. Im
Garten blüht alles so schön und sogar der Kirschbaum ist voll von
Kirschen. Zum ersten mal nach all den Jahren. *s* Die Johannisbeeren
sind, Gott sei Dank, noch nicht reif, denn im Moment fehlt mir die Zeit
dafür. Ich werde am Wochenende zu Anna runter fahren und ihr bei dem
Umzug behilflich sein. Ihre erste eigene Wohnung.
Hast du nun auch schon Ferien oder mühst du dich noch im Büro ab? ..
;-) Wie wird es mit eurer Reise in den Iran? Etwas unruhig dort unten
jetzt.
Nun wünsche ich dir einen weiterhin schönen Sommer und ich hoffe, dass
du mir so bald wie möglich ein Lebenszeichen schickst.
Mit lieben Grüssen,
Malou
Schicke dir ein paar Bilder separat
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