Donnerstag, 10. Juni 2010

Mercier

17 October 2007
Gestern und heute und morgen


Liebe Malou
Ich habe ein Viertelstündchen Zeit. M. hat sich in der Zeit vertan
und ist jetzt doch besetzt. Erst um 15h kann er wirklich.

Helen aus dem Sekretariat hat mir von Mercier erzählt. Das ist ein
Schriftsteller, eigentlich ist er Professor in Berlin, Professor für
Philosophie wohlgemerkt. Jetzt hat er schon etliche belletristische
Bücher geschrieben. Und eben, gestern fand in der Buchhandlung in
Basel eine Lesung statt. Alle sagen, er sehe mir ähnlich. Schon in
Bern hat man mir das gesagt. Fakt ist, dass er selbst Berner ist. Er
lässt Teile seiner Romane gern in Bern spielen. Und offenbar hat er
gestern ganz interessant und mit Charme über seine Bücher Auskunft
gegeben.

Du siehst Malou, vielleicht habe ich meine literarische Karriere schon begonnen, inkognito sozusagen. Übrigens hat Helen dort bei jener Lesung einen ehemaligen Mitarbeiter angetroffen, der erzählt hat, er hätte jetzt seinen ersten Roman, einen Krimi fertiggestellt. Du siehst, alle fangen an zu schreiben. Die Bücher überschwemmen uns. Oft überschwemmen sie uns mit trivialen Gedanken. Wir müssen sie lesen und die ganze Zeit damit verschwenden, um am Ende zu merken, dass sie absolut trivial sind. Man sieht es ihnen leider nicht von aussen an. Aber andererseits sind Bücher auch ein wunderbares Mittel, in die Gedankengänge und ins Seelenleben eines Menschen hineinzusehen. Vor der Zeit des Buches hatte es das wohl nicht gegeben. Und auch beim Buch ist es nicht sofort aufgetaucht. Einer der ersten war wohl Michel de Montaigne. Kennst du ihn?
...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen