Freitag, 10. Oktober 2025

Ein böser Traum

Liebster Mausfreund,

Danke für dein schönes Mail. Ich staune nur so, wenn ich es lese, denn auch ich war zu dieser Zeit heute Nacht total schlaflos. Bei mir begann es übrigens schon so um 2.00 Uhr. Vielleicht habe ich dich dann sogar mit meinen Gedanken geweckt ;-) Ja, ich habe wirklich intensiv an dich gedacht. Und dabei kam mir immerzu ein Gedicht von Rilke in den Sinn:

"Wie soll ich meine Seele halten, dass sie nicht an deine rührt,
  Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen.."

Weisst du, ich bin ganz verzaubert von deiner Art zu schreiben und manchmal denke ich, sowas kann ich doch nicht für mich allein behalten. Kein Mensch hat doch recht auf so viel.

...  und dich besitzen nur ein lächeln lang  um dich an alles zu verschenken wie einen Dank           

Und dann denke ich wiederum, dass ich dich vielleicht bald mit der Öffentlichkeit teilen muss. Oh Gott, nein! Ich werde ganz eifersüchtig bei dem Gedanken.

Dann später bin ich doch ein wenig eingeschlafen und erst um 6.45 Uhr aufgewacht. Da hatte mein Radio schon eine halbe Stunde lang gesendet, ohne dass ich davon erwacht bin. Ich hatte auch einen grausamen Traum. Plötzlich traf ich meine beiden (schon verstorbenen) nahen Kollegen und ich weinte, weil ich wusste, dass sie schon tot waren. Und dann sass ich auf einem Stein am Wegrand und weinte ganz bitterlich (glaube man tut es nie so intensiv wie in einem Traum) und das schlimme war, dass alle Leute vorbeigingen und nicht einmal zu mir her schauten, als ob es mich gar nicht gäbe.
Na ja, Träume sind Schäume, aber ein Traumdeuter würde schon etwas daraus machen wollen.
...


(Jahr 3)

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