Mittwoch, 8. Oktober 2025

Ämne: Sogar die NZZ...


Ämne: Sonntag Abend
Datum: den 24 augusti 2003

Lieber  ...
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Ich habe den ganzen Tag hindurch (mit so 4 Stunden Intervallen) die dramatischen Sportsendungen von den Weltmeisterschaften in Paris angeschaut. Immer, wenn unsere kleine Carolina Klüft wieder dran war. Sie ist Weltmeisterin im 7-kampf geworden, obwohl sie kaum 20 Jahre alt ist und ich glaube, sie ist auch der Liebling der ganzen Welt geworden mit ihrem natürlichen Charme und ihrer Freude. Sicher wirst du ihr Bild auf allen Zeitungen sehen können. Besonders der Weitsprung war äusserst dramatisch, weil sie die ersten zwei Sprünge über das Brett getreten war und hätte sie das beim letzten Sprung auch getan, wäre sie rausgefallen. Ich glaube, die ganze Sportwelt hat den Atem angehalten in diesem Augenblick. Die Franzosen waren wohl zuerst nicht besonders froh über ihre Erfolge, weil eine Französin klare Favoritin zur Goldmedaille war aber Carolina hat mit ihrem fröhlichen Charme, auch ihre Herzen gewonnen. Tja, du siehst was du verpasst hast.. ;-))




Kinderspiel für Carolina Klüft
Schwedische Siebenkämpferin nach dem 1. Tag der Leichtathletik-WM 

Von Rod Ackermann, Paris

Im Rampenlicht zuvorderst und in der Publikumsgunst am höchsten standen am ersten Tag der IX. Leichtathletik-Weltmeisterschaften weder die schwersten Männer noch die leichtesten Frauen, obwohl die um Gold, Silber und Bronze kämpften. Wichtiger waren im Stade de France - um mit der Sport-Fachzeitung «L'Equipe» zu sprechen - la guerrière et l'enfant, die Kriegerin und das Kind. Das Heptathlon- Duell zwischen Eunice Barber, der grössten WM-Gold-Hoffnung Frankreichs, und der schwedischen Newcomerin Carolina Klüft blieb auch hinter den höchsten Erwartungen nicht zurück. Von der ersten der sieben Disziplinen an wogte heftig der Kampf um möglicherweise vorentscheidende Punkte, die heute Sonntag die Ausgangsposition beim Griff nach dem Titel einer «Königin der Leichtathletik» verbessern könnten.

Dabei machte Klüft, das Kind, zur Enttäuschung der Franzosen unter den 56 000 Zuschauern im nahezu ausverkauften Nationalstadion von Paris-St- Denis dem Übernamen alle Ehre. Als wär's ein Kinderspiel und kein Krieg, rannte, sprang und hüpfte die lange Blonde mit dem sprudelnden Temperament von einer persönlichen Bestleistung zur nächsten - ähnlich, wie sie es im Frühjahr 2002 in Kingston (Jamaica) auf dem Weg zum WM-Titel der Juniorinnen und einige Monate später in München auf jenem zum EM-Gold getan hatte. Ausser im Hürdensprint, den Barber, die 28-jährige Kriegerin und Weltmeisterin von Sevilla 1999, eher knapp für sich entscheiden konnte, gab die 20-jährige Schwedin der aus Sierra Leone eingewanderten Französin Mal um Mal das Nachsehen und durfte schliesslich mit 194 Punkten Vorsprung übernachten. Weit im Hintertreffen lag da schon der Rest des Feldes, darunter die Olympiasiegerin von 2002 in Sydney, die Britin Denise Lewis.

Der Zweikampf der beiden vom Aussehen wie auch vom Charakter her so unterschiedlichen Kontrahentinnen stellte die restlichen Prüfungen am ersten WM-Tag klar in den Schatten. Ganz nach dem Geschmack des Heimpublikums war Barber nach den 100 m Hürden in Führung gegangen, doch replizierte Klüft bereits im Hochsprung und gab die Führung nicht mehr ab. Berauschend der Reigen ihrer persönlichen Bestleistungen: 13,18 s im Hürdensprint (bisher 13,22), 1,94 m im Hochsprung (1,92), 14,19 m im Kugelstossen (13,27) und 22,98 s über 200 Meter (23,20). Nicht minder hinreissend die Faxen und Freudentänze, mit welchen Carolina ihre stetig wachsende Anhängerschaft erfreut. Quel phénomène!

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