(R)
den 25 augusti 23:01
Gemischtes nichts..
Lieber ...,
Oh, wie bist du hart in deiner Beurteilung von anderen Menschen. OK, auf einige lässt du ein bisschen Glanz fallen... aber doch. Ein Glück, dass sie nicht wissen, wie sie von einem scharfsinnigen Psychologen durchschaut und einrangiert werden. ;-) Ich kann es nicht sein lassen mich dabei zu fragen, was du wohl von mir denken würdest bei einer ersten kurzen Betrachtung.
Heute ist absolut nichts passiert. Habe meine Sorgeklasse gehabt. D.h. einige Schüler sind brav, aber leider sehr unbegabt, andere sind faul und noch welche kommen und gehen, wie es ihnen passt. Diese Klasse habe ich von einer Kollegin, die voriges Jahr den Beruf verlassen hat, übernommen. Bei manchen Schülern musste man sich fragen, ob sie überhaupt je dieses Fach gehabt hatten (wo sie es doch schon vier Jahre gelernt hatten). Na ja, sie sind exzeptionell und diejenigen in der Klasse, die normal sind, tun mir etwas leid. Ihretwegen versuche ich gute Miene, zum bösen Spiel zu machen.
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M. hat mich aufgesucht nach der Stunde und lange von sich selbst erzählt. Ich merke, dass sie sich aussprechen muss. Seit ihr Sohn J. nun das Haus verlassen hat (er hat mit seinem Freund eine Studentenwohnung in ...) beginnen die Männer um sie zu schwirren, wie Motten um das Licht.Dann hatte ich einen Termin beim Arzt. Er ist ein Mensch, dem man nicht seine Sorgen anvertrauen würde. Vielleicht kann er diagnostizieren.. aber man verlangt etwas mehr von einem Arzt. Ich war vielleicht etwas früh gekommen, oder war er verspätet. Ich hatte keine Uhr bei mir. Jedenfalls habe ich ziemlich lange im Wartezimmer gesessen. Nur 6 Stühle gab es da und daneben einen langen Korridor mit blank polierten Fussboden, in dem man sich hätte spiegeln können. Ab und zu ging ein Arzt oder eine Ärztin vorbei mit energischen Schritten und fussrichtigen Schuhen. Und dabei dachte ich, dass ihr Beruf nicht so glamourös sein kann, wie ich ihn mir mal vorgestellt habe. Sie sahen ziemlich erschöpft und irgendwie vernachlässigt aus. Ich meine, als Lehrer könnte man nicht so vor die Schüler treten. Sie würden vom blossen Anblick müde werden.
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M. hat mich aufgesucht nach der Stunde und lange von sich selbst erzählt. Ich merke, dass sie sich aussprechen muss. Seit ihr Sohn J. nun das Haus verlassen hat (er hat mit seinem Freund eine Studentenwohnung in ...) beginnen die Männer um sie zu schwirren, wie Motten um das Licht.Dann hatte ich einen Termin beim Arzt. Er ist ein Mensch, dem man nicht seine Sorgen anvertrauen würde. Vielleicht kann er diagnostizieren.. aber man verlangt etwas mehr von einem Arzt. Ich war vielleicht etwas früh gekommen, oder war er verspätet. Ich hatte keine Uhr bei mir. Jedenfalls habe ich ziemlich lange im Wartezimmer gesessen. Nur 6 Stühle gab es da und daneben einen langen Korridor mit blank polierten Fussboden, in dem man sich hätte spiegeln können. Ab und zu ging ein Arzt oder eine Ärztin vorbei mit energischen Schritten und fussrichtigen Schuhen. Und dabei dachte ich, dass ihr Beruf nicht so glamourös sein kann, wie ich ihn mir mal vorgestellt habe. Sie sahen ziemlich erschöpft und irgendwie vernachlässigt aus. Ich meine, als Lehrer könnte man nicht so vor die Schüler treten. Sie würden vom blossen Anblick müde werden.
Neben mir sass ein junger Einwanderer. Es gibt ziemlich viele dieser Sorte bei uns. Und dann kam ein Paar und setzte sich mir gegenüber in die Stühle. Eigentlich war es eine Bank mit zwei Sitzplätzen. Sie waren jung, vielleicht so 25 und beide so dick, dass sie die ganze Bank mit ihren Körpern ausfüllten. Plötzlich sah ich sie wie ein Gemälde von Botero und ich wünschte ich hätte sie heimlich foto grafieren können. Die Schenkel der jungen Frau waren so dick wie mein ganzer Körper und sein Gesicht sah aus wie eine Birne
Er erinnerte mich an diesen dicken französischen König, der wie eine Birne aussah. Und doch waren ihre Gesichter ganz zufrieden, so wie Boteros Menschen eben meist aussehen. Ich mag diese Welt von Dickusen bei Botero, aber im RL tun mir die Leute doch leid, denn ihre Figur muss ihnen einiges im Leben erschweren.
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Heute Abend habe ich in meinen Papieren rumgewühlt. Nun liegen sie in Haufen um mein Fauteuil im Allzimmer herum. Ein Glück, dass du das nicht sehen kannst. Es wäre keine gute Reklame für Marlena. Ich muss endlich mal aussortieren und einsehen, dass Dinge, die ich zehn Jahre lang nicht gebraucht habe, wahrscheinlich auch in Zukunft nicht Verwendung finden werden.
Am Nachmittag war ich bei Lisa oben. Die Katzenmutter. Und klein Misty hat mir meine Seele warm geschnurrt. Ach,wie schön es ist, von jemandem so gemocht zu sein. Lisa hatte mir einen herrlichen Paj gebacken. Er schmeckt ganz wunderbar, ein bisschen wie Apfelstrudel, und ich habe ihn eingefroren damit er sich bis zum Wochenende hält.
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Für einen Tag, an dem absolut nichts passiert ist, ist es doch ein ziemlich langes Mail geworden. Lang und wahrscheinlich auch lang-weilig. Aber so ist das Leben. Hier jedenfalls.
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Jetzt hast du wieder ein wenig Gesellschaft um dich herum. Du wirst bestimmt noch einiges erleben in diesem Kurs. Ich bin gespannt und neugierig. Und ich freue mich schon auf dein nächstes Mail. Es ist schön den Tag mit einer Dosis Harroin zu beginnen. Mein Lebenselixier. :-)
Erkläre mir genau was "krüssen" ist.
Mit einem lieben Gruss und Kuss,
Marlena
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Für einen Tag, an dem absolut nichts passiert ist, ist es doch ein ziemlich langes Mail geworden. Lang und wahrscheinlich auch lang-weilig. Aber so ist das Leben. Hier jedenfalls.
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Jetzt hast du wieder ein wenig Gesellschaft um dich herum. Du wirst bestimmt noch einiges erleben in diesem Kurs. Ich bin gespannt und neugierig. Und ich freue mich schon auf dein nächstes Mail. Es ist schön den Tag mit einer Dosis Harroin zu beginnen. Mein Lebenselixier. :-)
Erkläre mir genau was "krüssen" ist.
Mit einem lieben Gruss und Kuss,
Marlena

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