Lieber ...!
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Je mehr du mir schreibst, desto mehr wundere ich mich, dass es überhaupt Menschen wie du auf der Welt gibt. ....
Leider gehöre ich nicht mehr zu der Generation, die viel klassische Bildung besitzt. Meine älteren Kollegen (die jetzt schon in Rente sind) besassen sie noch und wir erfreuten uns immer sehr an ihren Reden bei den grossen Festen, die wir öfter zusammen arrangierten.
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Noch länger zurück sass ich in einer Festkomitee (so 10 Personen) die die Aufgabe hatte grössere Feste (für bis zu 100 Personen) zu arrangieren. Wir trafen uns ab und zu, um das nächste Fest zu besprechen. Erst assen wir gut zusammen (und tranken ;-) und vergassen dabei schnell warum wir uns eigentlich versammelt hatten. Erst spät in der Nacht (kurz vor dem Nachhausegehen) erinnerten wir uns an unsere Aufgabe und so "ajournierten" wir uns bis zum nächsten "Festkomitee-fest". .
Weder früher noch später haben wir uns so oft und gründlich amüsiert wie in den Jahren zuvor. Und ein richtiges Fest, fragst du vielleicht? Ja, ich glaube mit der Zeit hat auch ein solches stattgefunden ;-)
Verstehlicherweise sind diese Feste wegen der erhöhten Arbeitsbelastung ins Grab gegangen und heutzutage feiern wir eigentlich nur noch grosse Geburtstage. Es hat natürlich auch mit dem Alter zu tun. Damals gab es noch viele Junggesellen unter uns und da ist es ja leichter, etwas rauszukommen.
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Re:
Liebe Marlena
Ich kann mir Dein Festkomitee, von dem du sprichst, sehr gut vorstellen. Es ist wie eine Karikatur. Ein Festkomitee, das nur für sich selbst Feste organisiert, wie ein Arzt, der sich selber pflegt, ein Opernsänger, der für sich selber singt, ein Hochspringer, der über den eigenen Schatten springt. Das ist eigentlich eine geniale Erfindung. Ich denke, das sollte man an schweizerischen Schulen auch einführen. Das ist gut für Leib und Seele. Das hilft den Lehrern, ihre alltäglichen Sorgen zu vergessen. Und dabei ohne Gewissensbisse, denn diese Feste sind im Grunde harte und anstrengende Arbeit, sie sind lange und intensive Vorbereitungen auf das eine grosse und gloriose Fest, sie sind alle ernste Hauptproben für diesen einen historischen Höhepunkt, der allerdings nie stattfinden wird. Das ist geradezu kafkaesk. Oder ein Theatergedanke von Friedrich Dürrenmatt! (Kennst Du diesen Schweizer Schriftsteller ?) Wenn Ihr noch ein Mitglied für dieses Festkomitee sucht, falls noch ein Sitz frei ist, ich melde mich sofort! Schicke mir das Anmeldeformular, ich bitte Dich. Oder muss man dazu Lehrer sein. Das bin ich nun leider nicht!
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Noch länger zurück sass ich in einer Festkomitee (so 10 Personen) die die Aufgabe hatte grössere Feste (für bis zu 100 Personen) zu arrangieren. Wir trafen uns ab und zu, um das nächste Fest zu besprechen. Erst assen wir gut zusammen (und tranken ;-) und vergassen dabei schnell warum wir uns eigentlich versammelt hatten. Erst spät in der Nacht (kurz vor dem Nachhausegehen) erinnerten wir uns an unsere Aufgabe und so "ajournierten" wir uns bis zum nächsten "Festkomitee-fest". .
Weder früher noch später haben wir uns so oft und gründlich amüsiert wie in den Jahren zuvor. Und ein richtiges Fest, fragst du vielleicht? Ja, ich glaube mit der Zeit hat auch ein solches stattgefunden ;-)
Verstehlicherweise sind diese Feste wegen der erhöhten Arbeitsbelastung ins Grab gegangen und heutzutage feiern wir eigentlich nur noch grosse Geburtstage. Es hat natürlich auch mit dem Alter zu tun. Damals gab es noch viele Junggesellen unter uns und da ist es ja leichter, etwas rauszukommen.
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Re:
Liebe Marlena
Ich kann mir Dein Festkomitee, von dem du sprichst, sehr gut vorstellen. Es ist wie eine Karikatur. Ein Festkomitee, das nur für sich selbst Feste organisiert, wie ein Arzt, der sich selber pflegt, ein Opernsänger, der für sich selber singt, ein Hochspringer, der über den eigenen Schatten springt. Das ist eigentlich eine geniale Erfindung. Ich denke, das sollte man an schweizerischen Schulen auch einführen. Das ist gut für Leib und Seele. Das hilft den Lehrern, ihre alltäglichen Sorgen zu vergessen. Und dabei ohne Gewissensbisse, denn diese Feste sind im Grunde harte und anstrengende Arbeit, sie sind lange und intensive Vorbereitungen auf das eine grosse und gloriose Fest, sie sind alle ernste Hauptproben für diesen einen historischen Höhepunkt, der allerdings nie stattfinden wird. Das ist geradezu kafkaesk. Oder ein Theatergedanke von Friedrich Dürrenmatt! (Kennst Du diesen Schweizer Schriftsteller ?) Wenn Ihr noch ein Mitglied für dieses Festkomitee sucht, falls noch ein Sitz frei ist, ich melde mich sofort! Schicke mir das Anmeldeformular, ich bitte Dich. Oder muss man dazu Lehrer sein. Das bin ich nun leider nicht!
Lieber ...,
Du hast Recht. Es war etwas "kafkaesk", wie du sagst, dieses ständige Festkomitee-fest. Ich erinnere mich, wie mir einer der älteren Mitglieder am Tisch zuflüsterte: Glaubst du, sie werden sich bald erinnern, warum wir hierher gekommen sind? Und ich sagte: Wir sagen nichts und warten ab .. Es war ja gleichzeitig ein Kompliment für mich, dass ich ein so schönes Fest veranstaltet hatte, dass sie ihr eigentliches Anliegen vergassen. Und dann bekamen wir eben Geschmack darauf.. ;-)) Man möge uns verzeihen, denn wir waren noch ziemlich jung..
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