Sonntag, 10. November 2024

Wien, Wien, nur du allein ..

 


Lieber ...,
Ich mache eine kleine Pause um dir zu schreiben. Ja, dein voriges Mail war etwas Besonderes. Du hast etwas intensiv wiedererlebt. Man kann sich eigentlich nicht beschliessen so ein Mail zu schreiben. Die Gedanken und Worte kommen ganz von selbst tief aus dem Inneren. Es ist fast als hättest du bei mir "auf der Couch" gelegen. Und wenn du es dir nachher anschaust, was du geschrieben hast, bist du selbst erstaunt.
Du hast mir einmal ähnlich geschrieben über deine junge Liebe zu dem kleinen Mädchen Vreni (so ungefähr war ihr Name). Ach, eigentlich gibt es viele solche Passagen in deinen Mails, die so schön sind, dass es fast schmerzt sie zu lesen.
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Ja, der Film gestern war interessant. Und speziell eine Szene war sehr dramatisch und ergreifend. Der Fotograf, ein nicht mehr allzu junger Mann, sass still im Gras und betrachtete die Gorillas, als plötzlich ein Weibchen, natürlich riesig im Verhältnis zu seiner Grösse, auf ihn zuging und ihn in seine Arme nahm. Und so sass sie lange da und hielt ihn umschlungen wie man nur jemanden umarmt den man wirklich lieb hat. Zum Glück konnten andere das ganze verfilmen und er konnte sich diese Szene nachher nochmals in Ruhe ansehen. Er verhielt sich ganz still und wagte nicht, wie er eigentlich hätte wollen, die Gorilladame zu umarmen. Und die ganze Zeit war er etwas ängstlich dass der Graurücken, der Leiter der Gorillas, mit Eifersucht reagieren könnte. Er meinte auch, dieser Augenblick wäre der stärkste seines Lebens gewesen.
Ja, es ist schön, wenn man einen gefühlsmässigen Kontakt mit einem Tier hat. Ich glaube besonders mit Hunden passiert das leicht und ich verstehe Menschen die einem Hund fast wie einem guten Freund nachtrauern.
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Hier scheint heute die Sonne und in den Bäumen hängen kleine Tropfen wie Kristalle. Die Erde ist von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Es ist ganz einfach schön.
Du hast recht. Es ist etwas einsam hier im Haus. Meistens bin ich so sehr beschäftigt dass ich es nicht allzusehr merke. Aber wenn Anna nach Hause kommt erfüllt sich das Haus mit einer Wärme und einem Wohlbehagen, das ich vermisse wenn ich allein bin. Aber ganz allein bin ich ja nicht hier. Du bist auch jeden Tag gegenwärtig. Und oft ist es schön mit dir hier allein sein zu können. :-)

Nahrungseinnahme. Das ist gut ausgedrückt. Und manchmal, wenn ich mich nicht einmal hinsetze beim Frühstück z.B., denke ich an einen Satz in einem englischen Buch, das ich vor langer Zeit gelesen habe. "She ate standing so as not to make a ceremony out of it". Das Buch hat mir damals so gut gefallen, dass ich es zum Schluss fast auswendig konnte. Und meine Bekannten waren entweder hoch begeistert davon oder fanden es sehr schlecht. Ich frage mich zu welcher Gruppe du gehört hättest. Das Büchlein heisst: "The Girl with the green Eyes" von Edna O'Brian. Es ist das mittlere Buch einer Trilogie über das Leben zweier Mädchen aus Irland.
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Ach, endlich verstehe ich deine Liebe für Wien. Ja, es ist so, wenn man heiratet wählt man ein Leben. Schade, dass man oft mehr mit den Hormonen als mit dem Verstand wählt. ;-) Seitdem ich Kontakt mit Wien habe sehe ich was für ein schönes Leben man dort leben kann. Rs Frau hat auch beruflich sehr interessante Aufgaben. Irgendwie dirigiert sie das Musikleben in Wien. Konzerte, Ausbildung, Aufführungen.. Neuerdings will man ein neues chinesisches Musikseminar an der Musikuniversität aufbauen, es gibt eine ernste Anfrage. Solche und ähnliche Dinge hat sie zu organisieren. "Wien, Wien, nur du allein..."

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So, nun rasch wieder ins BL (Berufsleben). Ja, es unterscheidet sich stark von meinem PL.

Mit lieben Grüssen
Marlena 

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