Liebe Marlena
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Die
Freiheit des Menschen ist ein grosses Thema. Auch das interessiert mich
sehr. Aber vielleicht habe ich im Moment etwas wenig Zeit, mich damit
zu beschäftigen. Ein andermal, obwohl es ein Lieblingsthema für mich
ist. Aber vorher möchte ich auf meine eigenartige Formulierung
zurückkommen, von der du mich fragst, ob ich Lust hätte, sie dir näher
zu beschreiben. Du bist in der Tat sehr diplomatisch, wie du fragst! Das
macht dich elegant, Marlena, hast du das gewusst? Das finde ich sehr
kultiviert. So viel, wie ich es selbst nicht bin. Ich bin direkt und
manchmal sogar recht ungeschickt.
Also: die "platonischen
Zärtlichkeiten". Du hast mir wunderhübsche Komplimente gemacht im
letzten Mail. Ich habe sie "Zärtlichkeiten"; genannt. Es sind doch
eigentlich Zärtlichkeiten.
Überigens, da muss ich was Lustiges
dazwischenschieben. Im Wallis sagt man, wenn zwei Menschen verliebt
sind, sie "karisieren". Als Junge habe ich mich immer gewundert über
dieses Wort. Es klang sehr technisch in meinen Ohren. Aber es ist
natürlich der französische Einfluss, kommt von caresser (so lautet es
doch, oder nicht?).
Also, Deine Komplimente sind wie
Zärtlichkeiten. Aber unter Zärtlichkeiten verstehen wir doch meist
körperliche Liebkosungen, Küsse, Streicheln usw. Um diese Vorstellung zu
neutralisieren, weil sie dir, dem Eisberg, ja wohl nicht sonderlich
gefallen würden, habe ich sie platonisch genannt. Du wirst wissen, was
platonisch meint. Wir sprechen auch von der platonischen Liebe, die ohne
Sexualität und ohne Körper sein soll, wie die Leute sagen. Deshalb
diese komische Formulierung: platonische Zärtlichkeiten. Es war ein
Kompromiss, ganz einfach!
Damit sind die Rätsel für den Moment gelöst.
Ich bedaure dich um deine Erkältung und hoffe, dass du bald wieder gesund und munter bist.
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Dienstag, 21. Februar 2017
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