Sonntag, 5. Februar 2017

RE: Gräuliches Grau ...


Ämne: Grau und schwarz..
Datum: den 4 december 20:05

Liebster Mausfreund,

Ja, sicher ist es so, dass du dich besser an Details erinnern wirst, weil du sie einmal niedergeschrieben hast. Aber wenn ich deine Mails so lese, kommen mir fast zu jedem Abschnitt Erinnerungen, die ich meines Wissens niemals niedergeschrieben habe und ich wundere mich sehr, dass es sie noch in meinem Gedächtnis gibt. Vielleicht vergessen wir wirklich nichts. Das weisst sicher du am besten, da du dich auch in Dingen Hypnose auskennst.
In letzter Zeit habe ich manchmal den Eindruck, oder lass mich sagen die Angst, dass ich mich wiederhole. Du kennst mein Leben schon so gut und ich weiss nicht mehr genau, was ich dir eventuell noch nicht erzählt haben könnte. Aber vielleicht ist es nicht so schlimm, wenn etwas nochmals erzählt wird. Tut man ja schliesslich oft im RL mit Dingen, an die man sich gern erinnert.

Dieser Karpfen z.B. Den haben auch wir, als ich Kind war, am Weihnachtsabend gegessen. Der 24. ist doch, wie du weisst, ein Fastentag bei den Katholiken und also gibt es Fisch anstatt Fleisch. Wir pflegten ihn direkt vom Fischhändler zu kaufen, der in einem kleinen Lieferwagen durch die Strassen fuhr und hupte, so wie es heutzutage noch der Eisverkäufer tut, um uns Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Das hätte er garnicht tun müssen, denn unsere Katzen wussten längst, dass er sich näherte. Und als wir den Karpfen gekauft hatten legten wir ihn in die Badewanne, wo er sich, zu unserem grossen Erstaunen, wieder belebte und dann fröhlich herumschwamm. Wir Kinder hatten einen Riesenspass daran und fütterten ihn mit Brotstücken. Und, wie du dich vielleicht erinnerst, nahm mein kleiner Cousin Gerhard, er war wohl damals 6-7 Jahre alt, Eintritt von allen Kindern in der Nachbarschaft und es war ein wildes Gerenne, die Treppen auf und ab.
Aber es war nicht ganz leicht dieses "neue Haustier" dann auf dem Teller zu sehen.

Karpfen ist doch eigentlich ein Sumpffisch und man isst ihn kaum in Schweden. Man pflanzt ihn manchmal ein, in kleineren Seen, weil er den See sauber hält.

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Schön, dass du dein Herz bei dir hast.. :-) Und diese Müdigkeit, die nachkommt ist ganz natürlich, wenn einen nach so vielen Erlebnissen und Kontakten mit Menschen, wieder der eintönige Alltag wie ein Hammer auf den Kopf trifft. Dann ist es auch sicher schön eine Delegation von jungen Pädagoginnen zu empfangen, die einen wieder ein bisschen aufheitern können.

Lustig diese Radtour. Anna wollte immer Radtouren machen. Lange Radtouren, deren Ziel sie nicht im Vorhinein bestimmt hatte. Und manchmal, wenn sie keinen gleichaltrigen dafür gefunden hat, bin ich mitgekommen. Es ist eigentlich herrlich die Landschaft mit dem Velo zu erleben. Man kommt genügend schnell voran und man hat den herrlich nahen Kontakt zur Natur. Bei uns ging es dann meistens auf kleinen schmalen Waldwegen voran, und wenn man schon eine lange Strecke hinter sich gelegt hatte, wollte man diese absolut nicht zurückfahren sondern versuchte immer irgendwie auf Umwegen wieder nach Hause zu gelangen.
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Ach, jetzt erinnere ich mich gerade, das ich noch Informationen über alle meine Schüler an ihre Mentoren abgeben muss morgen. Sie werden dann von diesen an die Eltern und Schüler weitergeleitet. Es ist immer eine Übung in der Kunst etwas zu sagen ohne was gesagt zu haben. Wenn du verstehst, wie ich das meine..

So grüsse ich dich nochmals an diesem dunklen Abend und wünsche dir einen guten Rutsch den letzten Hang hinunter ins bevorstehende Wochenende.
M + K,
Malou

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