Donnerstag, 3. Januar 2013

neues Jahr


Datum : Thu, 03 Jan  07:08:00 +0000

Liebe Marlena
Nun hat das neue Jahr endgültig begonnen. Und es ist schön zu hören, wie feierlich und vergnügt ihr diesen Übergang geschafft habt. Dass K von seinem Champagner verschüttet hat, liegt ganz im Sinne der Badewanne. Nichts Schöneres, als in einer Wanne voll feinen Champagners zu feiern. Das ist doch ziemlich beneidenswert.
Euer Menue stelle ich mir in den allerschönsten Farben und Düften und Geschmacksvarianten vor. Da habe ich keine Probleme, nur der aufsteigende Hunger macht mir Sorgen. Aber ich werde ihn überleben.
Wir unsererseits hatten einen sehr ruhigen Silvester. Ziemlich früh gingen wir an die zweite Hälfte unseres Fondue Chinoise. A. fuhr dann mit Freunden an eine Party in Davos. Das ist ungefähr 4 Stunden von uns entfernt, in den Bergen (Thomas Mann, Zauberberg!) bei einer Temperatur von ca. -20°. B. hatte schon vor längerem zugesagt, an einer grossen Party an der Bar zu servieren. Sie macht das ab und zu, um ihr Sackgeld aufzubessern. Und sie kann das mit ziemlich viel Charme, wie mir S. erzählt hat. Ich selbst wollte unbedingt früh zu Bett gehen, wie es mir der Arzt schon vor langer Zeit empfohlen hatte. Und so habe ich mit S ungefähr um Mitternacht nur kurz angestossen. Dann ist sie auch noch ca. eine Stunde an B's Party gefahren und hat etwas getanzt. Das mag sie sehr. Und ich habe mich ins Bett verzogen. Eigentlich habe ich es ziemlich genossen, in aller Ruhe unter die Decke zu kriechen im Wissen, dass die halbe Welt noch unterwegs und in lauter Stimmung feiert. So war ich am Neujahr relativ gut ausgeschlafen und frisch, während meine Damen schläfrig erst gegen Mittag wieder aufgetaucht sind.
*
Und jetzt bin ich heute morgen bereits um 0615h im Büro. Es wird auch heute noch einen ruhigen Tag geben, denn gestern waren doch noch viele Geschäfte geschlossen und so auch die Büros der Verwaltung. Ich hätte also ruhig zuhause bleiben können. Aber ich mag es besonders, an solch ruhigen Tagen hier zu sein und in aller Ruhe Artikel und Papiere zu lesen, für die ich sonst niemals Zeit hätte. Ich habe den Eindruck, die intellektuelle Arbeit verträgt nicht viel Zeitdruck. Man sieht es an unseren Zeitungen. Sie entstehen unter soviel Pressionen, was die Zeit und was das Angebot an Infos betrifft. Das hat mit Intellektualität wenig mehr zu tun. Es ist mehr ein Selbstverteidigungskampf. Und ein Markt dann ebenso.

Es ist lustig, ich habe oft ein Bild aus meinen Jugendzeiten, das mir aufkommt. Wir hatten in der Schule in Brig im alten Kollegiumsgebäude einen langen grossen Gang. ...

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