date 31 May 2005 17:25
subject Re: ?
Liebe Malou
Ja, auf einen Rhabarberkuchen (wir schreiben mit h) würde ich gerne
vorbeikommen. Den mag ich sehr. Aber der Boden darf nicht zu feucht
sein und so herunterhängen, wenn man ein Stück aufhebt. Ein bisschen
knackig, dann ist er perfekt. Übrigens auch ein bisschen dunkel
gebacken unten, das wäre mein Geschmack, wenn ich bitten darf. Aber
ich glaube, bei uns sind die Rhabarbern vorbei. Normalerweise isst man
nach den Spargeln ein Stück Rhabarberkuchen. Das ist eine klassiche
Kombination, auf die Jürg schwört. Er bestellt nach dem Spargelessen
im Club zum Dessert immer diesen Kuchen, und er ist enttäuscht, wenn
es keinen gibt.
Einen kleinen Witz, ich glaube, ich habe ihn von Wazzlawik. Kennst du
ihn? Ich meine W natürlich, dh Waz... Ich glaube, er hat in Bern
Psychologie studiert, ist aber heute so gut wie Amerikaner. Und
ursprünglich offenbar Oesterreicher. Kurz und gut: ein Mann von Welt.
Ein Medizinmann wird von Indianern gefragt, ob es einen strengen
Winter geben wird. "Selbstverständlich, ihr solltet viel Holz
sammeln". Nachdem er die riesengrossen Holzstösse vor den Wigwams
sieht, wird es ihm ein bisschen unheimlich und er ruft vorsichtshalber
die Wetterstation in Washington an und bittet die Experten um ihre
Meinung, ob es wirklich eine kalte Zeit wird.
Die Auskunft ist: "Selbstverständlich werden wir einen harten Winter
haben - die Indianer sammeln Holz wie die Irren".
Ach ich verstehe, dein Witz kam von einem Schweizer. Ich meine, wie
kommst du denn auf den Namen Merz oder Villiger. Auf Villiger
vielleicht noch, weil es bei uns Zigarren gibt, die Villiger heissen.
Wir nennen diese Dinger Stumpen. Das ist eine vulgäre Variante der
Zigarre. Ich habe früher im Militär gerne solche Dinger geraucht.
Damals hatte ich eine Vorliebe für Rössli-Zigarren. Sie schmecken auch
besonders gut bei kalten Wetter, wenn man im Schnee oder in der Nässe
herumstehen muss. Dann ist eine solche Zigarre köstlich. Natürlich
nach dem Essen. Noch heute manchmal, wenn ich eine Szene sehe:
Schneelandschaft, alte Holzscheune, kalte Luft aber - wenn es geht -
mit Sonnenschein. Dann durchzieht mich für den Bruchteil einer Sekunde
der Wunsch, solch eine Zigarre im Mund zu haben. Als Ersatz würde ich
auch eine Pfeife gelten lassen.
Ich glaube, wenn man einmal abhängig gewesen ist von irgend einem
Vergnügen, kann man leicht wieder zurückfallen. Das Hirn hat einen
Detektor für solche Situationen. Es ist ein perfekter Radar. So
passiert es doch auch bei den Alkoholikern. Offenbar, so hat man in
Untersuchungen festgestellt, reagiert das Hirn eines Ex-Alkoholikers
schon auf das Bild einer Flasche sehr heftig. Unser Hirn ist auf Glück
programmiert. Es reagiert leidenschaftlich, auch wenn sich das
Unternehmen später nur ein Schein-Glück, oder sogar als Unglück
heraus stellt.
Ich habe nicht ein neues Atelier. Ich habe bloss eine Klause,
eigentlich B's Zimmer. Dort bin ich ziemlich eingerichtet mit
Büchern, mit Radio, eben mit Pult und Sofa, aber nicht mit Fernseher,
gottseidank. Ein Fernsehr ist einfach eine Versuchung. Es ist so
leicht, jeder Zeit irgendwo etwas ziemlich Interessantes zu finden.
Seit ich dort eingerichtet bin, schlafe ich nicht mehr vor dem
Fernseher. Aber gestern war ich beispielsweise um ca 19h eingeschlafen
und erst kurz vor Mitternacht wieder erwacht. Das ist, was mein Arzt
mir immer empfohlen hatte: den vor-mitternächtlichen Schlaf. Na also,
ich habe ihn mir gleich kiloweise eingelöffelt!
Ich wünsche dir einen schönen Abend.
MLG
...
Montag, 30. Mai 2011
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen