Subject: Re: Nur ein paar (triviale) Worte
Date: Tue, 22 Aug
Liebe Marlena
Gestern Abend bin ich einfach nicht ins Hotmail hineingekommen. Ich habe etwa drei- oder viermal probiert. Und zum Schluss wurde die Zeit knapp, und ich habe mir mit Bedauern vorstellen müssen, wie Du ohne Gutenachtkuss einschlafen musst. Deshalb also dieses Mail 12 Stunden später.
Ich hatte am Abend ein heikles Gespräch mit ...
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Nein, mein Tagebuch ist nicht verloren gegangen. Doch das hätte ich wohl auch verkraftet, denn wenn man die Erlebnisse aufschreibt, dann hat man sie auch ganz anders in Erinnerung. Nun ja, vielleicht in 10 Jahren, wenn ich meine Memoiren schreibe, wird es hilfreich sein. Ich habe zuhause schon eine ganze Beige von Heften und Büchern. Es ist nicht sehr systematisch, hat Lücken, Zeiten, da ich fast nur gezeichnet habe, und andere Zeiten wieder, da ich viel geschrieben habe. Meine Erben werden mich einmal für einen sehr wechselhaften, abwechslungsfreudigen, wenn nicht gar wankelmütigen bis flatterhaften Typen halten. Es ist schon sehr merkwürdig. Wenn ich meinen Vater anschaue, so sehe ich die Ausgeburt der Konstanz bis hin zur Sturheit. Und ich selbst habe immer die Abwechslung gesucht. Früher hatte ich deswegen oft auch ein schlechtes Gewissen, denn Abwechslung geht auch mit Oberflächlichkeit zusammen. Heute finde ich, die Suche nach Wechsel und neuen Erlebnissen sei eigentlich sehr modern. Die Zeiten an sich sind wohl etwas oberflächlicher geworden.
Aber in einem Büro-Job ist es nicht so gut, wenn man die Abwechslung zu sehr liebt. Im Büro ist Regelmässigkeit und Pedanterie die vorteilhaftere Variante. Meine Sekretärin hat das, und ich bin froh darum.
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Siehst du, so ist aus vielen Trivialitäten und Alltäglichkeiten auch noch ein Mail zusammen gekommen. Ein triviales und alltägliches vielleicht? Macht nichts, so ist eben das Leben. Mehrheitlich.
Je t'embrasse ma chérie
Montag, 30. August 2010
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