Freitag, 28. August 2015

Revolte gegen die Uhrzeit



Re: Sein und Zeit

Lieber ...,

Sorry! Ich habe mein Abendmail verpasst. Du wirst es nicht glauben, aber auch ich war so müde, als hätte ich Schwerarbeit geleistet. So war ich wohl ab 20.00h für keinen Gedankenaustausch mehr zu haben und bin früh zu Bett gegangen. Ich hatte die Absicht, noch früh am Morgen ein kleines Frühstücksmail für dich abzusenden. Und dann bin ich in der Nacht nach so 5 Stunden Schlaf aufgewacht und es war fast unmöglich wieder einzuschlafen. Um sieben bin ich dann trotzdem aufgestanden und habe gefrühstückt. Aber meine Glieder waren schwer wie Blei und so bin ich nochmals in die Federn gekrochen, wie du es nennst.
Lustig eigentlich, heutzutage können wir fast ein Mail mit solchen prosaischen Details füllen. Aber eigentlich finde ich sie nicht unwichtig. Im Gegenteil lassen wir einander auf diese Weise wirklich Teil haben an unserem Dasein.
Nun, ich glaube ich litt ganz einfach an Schlafdefizit. Bin in den letzten Tagen immer sehr spät zu Bett gegangen. Es kann wirklich nichts mit Überanstrengung im Beruf zu tun haben, denn dort waren "wir drei" gestern so gut wie unbeschäftigt. Wir haben im Aufenthaltszimmer neben unserem Arbeitszimmer vor dem Fernseher gesessen. Eigentlich nicht davor, sondern eben an dem Tisch, wo wir uns immer mit einer Tasse Kaffee zwischen den Unterrichtsstunden belebt haben und haben uns gut unterhalten. Ab und zu kam jemand von den "Arbeitenden" dazu und es war ein angenehmer Zeitvertreib. Um 11.30h sind wir dann in die Kantine gewandert und haben auch dort unsere Mahlzeit so lange wie möglich hinausgezogen. Welch ein Luxus, nicht an Uhrzeit denken zu müssen!!! Ich hatte sogar meine Armbanduhr zu Hause vergessen. Wozu sollte ich sie auch brauchen?

Natürlich bin ich noch lange nicht so weit, dass ich von Uhrzeit auf Ereigniszeit umgeschaltet habe. Ich glaube so was muss geübt werden. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, mir irgendwelche Tätigkeiten auf Uhrzeit zu verlegen, d.h. zu einem gewissen Zeitpunkt etwas vorher bestimmtes zu tun. Vielleicht muss man das sogar. Aber im Moment ist meine Revolte gegen die ständige Uhrzeit (in unserem Beruf ist man ja besonders davon geplagt) noch so gross, dass ich mich für nichts festlegen möchte. Es soll kein "muss" mehr geben sondern nur "will". *s*

(---)
Ich glaube, dass du schon wartest. Sicher brauchst du ein kleines Mail von mir, und so schicke ich dies nun gleich ab. Vielleicht komme ich später nochmals wieder.

Ich wünsche dir einen schönen Tag ohne Müdigkeit.
MlGuK,

Mittwoch, 26. August 2015

Uhrzeit und Ereigniszeit


Liebe Malou

(---)

Ich beschäftige mich zur Zeit mit interkulturellen Fragen. Das ist ein
interessantes Komplex, und natürlich bin ich davon auch persönlich
betroffen, indem bei uns der Bosporus mitten durch die Wohnung
verläuft. Ein wichtiger kultureller Faktor ist der Umgang mit der
Zeit. Die Orientalen leben im wesentlichen nach der Ereigniszeit. Eine
Versammlung beginnt, wenn alle da sind, und endet, wenn man sich
verabschiedet. Die Ereignisse geben die Zeitphasen vor. Und ich muss
sagen, dass ich einen Grossteil meines Lebens so gelebt habe.
Mindestens meine Schulzeit, inklusive Universität, war geprägt von
dieser Auffassungsart von Zeitdauer. Natürlich gab es damals Termine,
aber sie standen nicht im Vordergrund und sie hatten mein Leben nur
nebenbei beeinflusst, nicht wirklich geprägt. Die Uhrzeit, nach
welcher die westliche Welt nach der Industrialisierung hauptsächlich
lebt, ist in jeder Hinsicht absolut abstrakt, hart und leer. Und sie
ist in der Lage, uns jede Menge Stress zu verursachen. Man kann hören,
dass einige Kulturhistoriker nicht die Dampfmaschineals die
Einflussreichste Erfindung des Industriezeitalters bezeichnen, sondern
eben die mechanische Uhr, welche die Uhrzeit in Stunden und Minuten
vorgibt. Lange Zeit waren die Uhren damalsschon recht genau, aber es
gab keine wirkliche Standardisierung. Von Ort oder Region zu Region
änderte die Zeit vor- und rückwärts. Und es waren nicht zuletzt die
nationalen Eisenbahnen, die eine Vereinheitlichung und
Standardisierung der Zeit vorantrieben. Ich glaube, erst im 20.
Jahrhundert hat die USA per Gesetz 4 Zeitzonen definiert. Vorher waren
es einmal um die 50.

Na ja, das ist ein interessantes Thema, dieses Verständnis der Zeit.
Weil ja – wie wir seit Heidegger wissen – Sein und Zeit identisch
sind, ist die Rythmisierung und Ordnung der Zeit tief in Fleisch und
Blut des Menschen. Ich glaube – und jetzt kommt die Pointe – ich
glaube, dass der Übergang ins Pensionsalter einem solchen Übergang von
der Uhrzeit in die Ereigniszeit entspricht. In der Pension kann man
sich, wie früher einmal in der Kindheit, soviel Zeit für Dinge und
Tätigkeiten nehmen, wie sie es für sich verlangen. Man braucht nicht
mehr mit Minuten und Terminen zu kämpfen. Die Hauptsächlichen Uhren
bleiben der Hunger und der Schlaf, die Dämmerung und der Gang der
Natur. Das ist eine Rückkehr zur Natur, wie man davon vielleicht immer
wieder in diesen hektischen Zeiten geträumt hatte.

---


Mit lGuK



Montag, 24. August 2015

Samstag, 22. August 2015

Ungeduldig und zweiflerisch


Liebe Malou
Wir haben heute unseren Büroausflug. Aber weil das Programm erst nach 9h beginnt, habe ich noch etwas Zeit. Das Wetter ist überraschend schön geworden, nachdem es gestern noch eher nach Regen ausgesehen hat. Ein junger Mitarbeiter hat die Organisation übernommen und man hat den Eindruck, dass er noch nicht viel Erfahrung hat. So haben alle, mit denen ich gesprochen haben, gezweifelt, ob sie wirklich daran teilnehmen sollten. Ich übrigens auch. Aber bei diesem blauen Himmel kann man schwerlich eine überzeugende Ausrede finden!

Natürlich bin ich eifersüchtig. Aber vielleicht in dem Sinne, dass ich von Dir hören oder besser lesen möchte. Du könntest mir die wildesten Männergeschichten erzählen, ich glaube, das würde mir nicht allzu viel ausmachen. So stelle ich es mir zumindest vor. Aber wenn ich 1 oder 2 oder 3 Tage nichts von Dir höre, dann werde ich sehr ungeduldig und zweiflerisch. Du siehst, meine Eifersucht liegt absolut innerhalb des Textes, so wie es sich gehört. Nur über die Geschichten mit dem Visper in Südamerika höre ich nicht gerne. Doch dort hat es andere Gründe.

Vielleicht kommst Du dazu, Deinen Roman zu schreiben. Weisst Du, ich finde, wenn man eine solche Geschichte erfinden muss, lernt man sehr viel über sich selbst. Ich habe das mit dieser komischen Story für Sils Maria bemerkt, die ich für den Wettbewerb erfunden hatte. Es kommt soviel eigenes hinein, und es ist so schwierig, zu schreiben, wenn man alles schreiben kann und keine Vorgaben hat. Ich glaube, einen Roman zu schreiben, ist die reinste Psychotherapie. Doch professionelerweise jedes Jahr ein Buch zu schreiben, das glaube ich, ist nicht mehr psychotherapeutisch, das ist schon sehr kommerziell und geschäftsmässig berechnend. Es ist eine grossartige Vorstellung, aus nichts ein ganzes Gedankengebäude zu schaffen, worin sich andere bewegen können wie in einer Weltlandschaft. Es ist faszinierend, aber es wird mehr und mehr antiquiert, so glaube ich. Schon Rilke hat anfangs seines Romans erwähnt, wir könnten heute keine Geschichten mehr erzählen. Wir können wirklich nicht mehr erzählen. Ich stelle das sogar am Fernsehen fest. Es gibt immer mehr junge Moderatoren, von denen ich finde, sie könnten nicht erzählen, sie können sich sehr schlecht unterhalten, und trotzdem sind sie Moderatoren und machen dort Interviews, die von vielen Menschen mitverfolgt werden, wie man annehmen muss. Doch eigentlich sind sie fast sprachlos, machen bloss kurze, lapidare Sätze und können keinen Sachverhalt zusammenhängend schildern. Das führt dann irgendwie dazu, dass wir älteren Semester uns ziemlich heimatlos fühlen.

Nein, 'Blonde' habe ich nicht gelesen. Ich habe hier auch nirgendwo darüber etwas gehört. Nur von Dir. Das einzige, woran mich das Buch und der Titel erinnert, ist meine ironische Bemerkung, dass ich in meinem nächsten Leben eine Blonde zur Frau nehmen würde. So wie ein Pilot, der im nächsten Leben Tiefseetaucher werden will ;--) Und wie Du bemerken wirst: was ist mit den Roten? Allerdings, daran sollte man auch denken, wollte ich in diesem zweiten Leben selbst dann sehr dunkel bis schwarzhaarig sein. Das wirkt überaus vital und potent, nicht wahr?

Jetzt muss ich mich verabschieden. Ich muss noch einige Dinge einkaufen.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
MlGuK



(den 18 augusti 2004 07:04)

Donnerstag, 20. August 2015

Back in town!



Liebe Malou
Back in town! Gestern spätabends sind wir zurück in Zürich gelandet und A hatte uns abgeholt. Es war sehr bequem. Und irgendwie ist es immer wieder gut, im eigenen Bett zu landen.
Die Woche war gut. Wir waren in der Nähe Cambrils, etwa 20 km südlich von Tarragona, dem antiken Tarraco an der Costa Daurada. Die Hotelanlage mit **** läuft unter Schweizerregie (Hotelplan) und war sehr gut und angenehm. Ich erzähle hier mit ironischem Ton, dass wir Büchsen-Ferien gekauft hatten. Das waren sie: für alles war gesorgt: Essen in Form von grossen und reichhaltigen Buffets, Service mit guten Deutschkenntnissen, Sportmöglichkeiten in vielerlei Hinsicht, diverse Bademöglichkeiten, Sauna … na ja, so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Und alles hat gut funktioniert, war bestens organisiert und sauber. Lustig, dass die allermeisten Leute nicht mal an den Meerstrand gingen, sondern bloss im hoteleigenen Pool gebadet haben. Ich habe versucht, frühmorgens im Meer zu schwimmen, wenn die Sonne noch nicht so stark war. Später habe ich mich dann mit meiner Lektüre in den Schatten verzogen. S hingegen war dann fast den ganzen Nachmittag am Strand. Willst Du wissen, was ich gelesen habe? „Erfinde dich neu“ von Kurt Tepperwein. Früher hätte ich mich für ein Buch mit solchem Titel nicht umgedreht. Aber ich finde es heute sehr patent. Tepperwein hat auch viel mit Trance gearbeitet. Er macht sozusagen praktische Lebensphilosophie. Ich habe mir dort unten in Spanien, am schönblauen Pool, sogar vorgestellt, ich könne später zusammen mit E Kurse geben über diese Fragen. Man könnte daraus viel machen. Und ich bin überzeugt, dass viele Leute davon profitieren würden. Dabei stellte ich mir beispielsweise Wochenendkurse vor, Freitagabend bis Sonntagabend, irgendwo abseits in den Jurahöhen oder sogar im Wallis. Es gibt viele Übernachtungs- und Essensangebote mit Kursräumen in der Schweiz. Und die Menschen so ab 40 suchen Themen die Lebensqualität und ihren eigenen seelischen Zustand betreffend. Ach, ich glaube, ich könnte damit ein kleines Unternehmen aufbauen und mich bis 70 damit fit halten. Das wäre immerhin eine Alternative zu malen. Oder eine Ergänzung?

Du erzählst viel von Beeren und Früchten und sonnigen Tagen in Schweden. Es scheint bei Euch der Sommer ausgebrochen? Es ist eine gute Zeit, nicht wahr, und ein bisschen Schwitzen ist ganz angenehm, wie Du erzählst, wenn man später duschen kann. Ich habe mich zwar heute ein wenig wärmer angezogen, weil ich dachte, ich würde mich leicht erkälten nach dieser Hitzeerfahrung in Spanien. Aber es ist hier ganz angenehm. Ich sitze im Büro und muss meine Sitzung vorbereiten. Nach 6 Wochen ist einiges zusammengekommen. Und dazu hat mein neuer Chef um 10.00h Uhr zu einem kleinen Umtrunk eingeladen, weil er einen grossen Geburtstag feiert. Ich weiss zwar nicht, wie ich das alles an einem Morgen schaffen kann, aber alle Meine Ratgeber haben mich gedrängt, mich für diese Einladung nicht entschuldigen zu lassen. Also werde ich aus unserer Sitzung hier für eine halbe Stunde auf die Direktion eilen, meinem Chef gratulieren, um dann wieder zurück zu hetzen. Na ja, schliesslich klappt ja dann alles einigermassen, wie wir aus der Erfahrung wissen, auch wenn man sich vorher Sorgen macht.

(---)

Da kommt mir eine lustige Szene in den Sinn, die ich in Spanien erlebt habe, mehrmals erlebt, notabene. Jeweils um die Mittagszeit inklusive Siesta pflegte ich ins Hallenbad schwimmen zu gehen. Ich wollte damit der starken Sonne ausweichen. Das Hallenbad war als Ruhezone deklariert, weil es auch für Leute gedacht ist, die aus der Sauna oder dem Hammam kommen. In der Tat konnte ich dort im spiegelglatten, ruhigen Wasser schwimmen, bis die jungen Spanier kamen. Das waren zwei Gruppen, die eine von etwa 8 jungen Mädchen (oder Frauen), die andere von knapp weniger Burschen. Sie hatten es aufeinander abgesehen. Aber weil Spanien ja in dieser Hinsicht als ein eher strenges Land angesehen werden muss (Vieles hat mich ans Wallis und meine Jugend erinnert), konnten diese beiden Gruppen nicht jeweils individuell Kontakt machen und locker plaudern oder sich necken, wie das etwa Schweizer Jugendliche tun würden. Nein die beiden Gruppen haben sich in komplizierter Choreographie ganz langsam angenähert, haben sich aber nie gänzlich vermischt und aufgelöst, sondern sind immer diese zwei Gruppen geblieben. Das Gespräch blieb bloss innerhalb der eigenen Geschlechtsgruppe. Erst nach 2 oder 3 Tagen gab es einzelne Wortwechsel zwischen den Gruppen. Und es hatte sich das Spiel entwickelt, dass ein paar Jungen einige Mädchen einzeln von hinten in den Hüften packten und langsam auf den Rücken gedreht und ins Wasser tauchten, ungefähr so, wie man das bei Tangotänzern sieht. Die Jungens fühlten sich wie wahre Matadore, und die Mädchen schienen das köstlich zu geniessen. Das war für mich als Mitteleuropäer eine komische Geste, und ich hätte mich definitiv dagegen gewehrt, wenn ein Junge so was mit meiner Tochter getan hätte. Und man kann sich vorstellen, wie diese jungen Leute die Badehalle mit einer amourösen elektrischen Energie und einem lauten und ziemlich aufgeregten Gezwitscher erfüllt haben. Von der versprochenen Ruhe war keine Spur. Ganz im Gegenteil.

Aber ein bisschen habe ich sie auch beneidet, diese jungen Leute, um der Wahrheit die Ehre zu geben.

Mit lieben Grüssen

Mittwoch, 19. August 2015

fortsetzung Vespen..


Der kleine Vogel hat mir extra Arbeit gemacht heute Abend, weil er
herumgeflogen ist und dann nicht in den Käfig zurück wollte. Oder er begriff
einfach nicht, wie er sich anstellen sollte. So habe ich ihn oben auf der
Gardinenstange sitzen lassen und hab mir währenddessen den zweiten Teil
eines englischen Krimis angesehen. Mit Helen Mirren (Kommisar Tennison).
Sicher kennst du diese englische Serie. Ich mag ihre Rolle sehr. Sie ist in
meinem Alter und eine hübsche, intelligente Frau, die es manchmal schwer hat
mit der Eifersucht ihrer männlichen Kollegen. Wie gut die Engländer solche
menschliche Beziehungen darstellen können. Mit ganz kleinen subtilen
Mitteln. Es war sehr spannend. Hier ist ja jeder solcher Film auch eine gute
Englischlektion, denn wir sehen Filme immer in VO (version originale).
*
Hotmail hat mir wieder eine Adresse geleert. Ich hatte vergessen sie binnen
30 Tagen zu benutzen. Es war Marlena_priv und zuerst war ich sehr ängstlich,
dass nun hunderte von unseren Mails verschwunden wären. Aber zum Glück
hatte ich sie auf einer CD gespeichert. Es ist interessant und lehrreich mails
von dir zu lesen. Die beste Lektüre der Welt. Ich wäre wirklich todtraurig
gewesen, wenn ich sie verloren hätte.
Heute war ich auch eine Weile in der Schule. Erst am Nachmittag bin ich
hingefahren und habe mir bei der Gelegenheit ein Buch von Romain Gary in
unserer Schulbibliothek geliehen. Originaltitel "La promesse de l'aube". K
hat nach dem Buch gesucht und ich habe es für ihn geliehen. Es ist eine Art
Selbstbiographie. Der Schriftsteller hatte lange keinen grossen Erfolg, doch
dann schrieb er unter dem Pseudo "Emile Ajar" einen Roman, der mit dem Prix
Goncourt ausgezeichnet wurde. Diesen kleinen Roman habe ich für mich
mitgenommen. Er beschreibt das Leben eines arabischen Jungen bis zu seinem
14. Lebensjahr. Er ist bei madame Rosa, einer ehemaligen Prostituierten, die
die Kinder ihrer jüngeren "Kolleginnen" betreut, aufgewachsen. Auf
französisch heisst der Roman "La vie devant soi". Vielleicht kennst du ihn.
Ich erwarte mir gute Unterhaltung davon.
Am Anfang des Buches steht ein Zitat.

Sie sagten: "Du bist verrückt geworden, wegen der, die du liebst."
Ich sagte: "Nur Verrückte kennen die Süssigkeit des Lebens".
*
Oh, es ist spät geworden. Schon Freitag. Heute, schon gestern, habe ich den
Gefrierschrank abgefrostet und alle uralten Verpackungen, die ich darin
gefunden habe, weggeworfen. Das hinterlässt ein gutes Gefühl.

Nun sage ich dir gute Nacht. Hoffentlich bist du bald wieder zu Hause. Ich
sehnsuche dich sehr.
Mit lieben Gs und kühlen erfrischenden Ks,
Malou

Sonntag, 16. August 2015

Johannisbeeren und Vespen -




Mein lieber Mausfreund,

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Aus dem Johannisbeerenpflücken ist gestern nichts geworden, denn als ich den
Rasen am Eingang mähte (das erste mal seit unserer Heimkunft), bin ich von
einer Vespe in die Hand gestochen worden. Ganz unprovoziert. Es hat sehr weh
getan und ich war riesig böse auf die Nachbarn, die ein Vespennest nur ein paar
Meter von meinen Beerensträuchern haben und nichts dagegen tun.
Sie tun als ob es ihre Haustiere wären und die Nachbarin  meinte neulich "eine
Vespe hat dasselbe Recht zu leben wie ein Mensch". Manchmal muss man sich
sehr beherrschen...
Ich habe gelesen, dass ein solches Nest (in einem grossen Mauseloch in der
Erde) bis zu tausend Vespen enthalten kann. Wir können keine drei Minuten im
Garten sein, ohne dass man so ein Ding vor der Nase hat.
Aber die Vespenplage gibt es scheinbar überall dieses Jahr und die Zeitungen
sind voll von guten Ratschlägen, wie man sich schützen kann und was man tun
muss, wenn man gestochen wird.
Doch wie du siehst, kann ich schon wieder schreiben mit der Hand. Gestern
wäre das unmöglich gewesen.


Der kleine Vogel hat mir   ...


(12 aug. 2004)