Donnerstag, 20. August 2015
Back in town!
Liebe Malou
Back in town! Gestern spätabends sind wir zurück in Zürich gelandet und A hatte uns abgeholt. Es war sehr bequem. Und irgendwie ist es immer wieder gut, im eigenen Bett zu landen.
Die Woche war gut. Wir waren in der Nähe Cambrils, etwa 20 km südlich von Tarragona, dem antiken Tarraco an der Costa Daurada. Die Hotelanlage mit **** läuft unter Schweizerregie (Hotelplan) und war sehr gut und angenehm. Ich erzähle hier mit ironischem Ton, dass wir Büchsen-Ferien gekauft hatten. Das waren sie: für alles war gesorgt: Essen in Form von grossen und reichhaltigen Buffets, Service mit guten Deutschkenntnissen, Sportmöglichkeiten in vielerlei Hinsicht, diverse Bademöglichkeiten, Sauna … na ja, so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Und alles hat gut funktioniert, war bestens organisiert und sauber. Lustig, dass die allermeisten Leute nicht mal an den Meerstrand gingen, sondern bloss im hoteleigenen Pool gebadet haben. Ich habe versucht, frühmorgens im Meer zu schwimmen, wenn die Sonne noch nicht so stark war. Später habe ich mich dann mit meiner Lektüre in den Schatten verzogen. S hingegen war dann fast den ganzen Nachmittag am Strand. Willst Du wissen, was ich gelesen habe? „Erfinde dich neu“ von Kurt Tepperwein. Früher hätte ich mich für ein Buch mit solchem Titel nicht umgedreht. Aber ich finde es heute sehr patent. Tepperwein hat auch viel mit Trance gearbeitet. Er macht sozusagen praktische Lebensphilosophie. Ich habe mir dort unten in Spanien, am schönblauen Pool, sogar vorgestellt, ich könne später zusammen mit E Kurse geben über diese Fragen. Man könnte daraus viel machen. Und ich bin überzeugt, dass viele Leute davon profitieren würden. Dabei stellte ich mir beispielsweise Wochenendkurse vor, Freitagabend bis Sonntagabend, irgendwo abseits in den Jurahöhen oder sogar im Wallis. Es gibt viele Übernachtungs- und Essensangebote mit Kursräumen in der Schweiz. Und die Menschen so ab 40 suchen Themen die Lebensqualität und ihren eigenen seelischen Zustand betreffend. Ach, ich glaube, ich könnte damit ein kleines Unternehmen aufbauen und mich bis 70 damit fit halten. Das wäre immerhin eine Alternative zu malen. Oder eine Ergänzung?
Du erzählst viel von Beeren und Früchten und sonnigen Tagen in Schweden. Es scheint bei Euch der Sommer ausgebrochen? Es ist eine gute Zeit, nicht wahr, und ein bisschen Schwitzen ist ganz angenehm, wie Du erzählst, wenn man später duschen kann. Ich habe mich zwar heute ein wenig wärmer angezogen, weil ich dachte, ich würde mich leicht erkälten nach dieser Hitzeerfahrung in Spanien. Aber es ist hier ganz angenehm. Ich sitze im Büro und muss meine Sitzung vorbereiten. Nach 6 Wochen ist einiges zusammengekommen. Und dazu hat mein neuer Chef um 10.00h Uhr zu einem kleinen Umtrunk eingeladen, weil er einen grossen Geburtstag feiert. Ich weiss zwar nicht, wie ich das alles an einem Morgen schaffen kann, aber alle Meine Ratgeber haben mich gedrängt, mich für diese Einladung nicht entschuldigen zu lassen. Also werde ich aus unserer Sitzung hier für eine halbe Stunde auf die Direktion eilen, meinem Chef gratulieren, um dann wieder zurück zu hetzen. Na ja, schliesslich klappt ja dann alles einigermassen, wie wir aus der Erfahrung wissen, auch wenn man sich vorher Sorgen macht.
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Da kommt mir eine lustige Szene in den Sinn, die ich in Spanien erlebt habe, mehrmals erlebt, notabene. Jeweils um die Mittagszeit inklusive Siesta pflegte ich ins Hallenbad schwimmen zu gehen. Ich wollte damit der starken Sonne ausweichen. Das Hallenbad war als Ruhezone deklariert, weil es auch für Leute gedacht ist, die aus der Sauna oder dem Hammam kommen. In der Tat konnte ich dort im spiegelglatten, ruhigen Wasser schwimmen, bis die jungen Spanier kamen. Das waren zwei Gruppen, die eine von etwa 8 jungen Mädchen (oder Frauen), die andere von knapp weniger Burschen. Sie hatten es aufeinander abgesehen. Aber weil Spanien ja in dieser Hinsicht als ein eher strenges Land angesehen werden muss (Vieles hat mich ans Wallis und meine Jugend erinnert), konnten diese beiden Gruppen nicht jeweils individuell Kontakt machen und locker plaudern oder sich necken, wie das etwa Schweizer Jugendliche tun würden. Nein die beiden Gruppen haben sich in komplizierter Choreographie ganz langsam angenähert, haben sich aber nie gänzlich vermischt und aufgelöst, sondern sind immer diese zwei Gruppen geblieben. Das Gespräch blieb bloss innerhalb der eigenen Geschlechtsgruppe. Erst nach 2 oder 3 Tagen gab es einzelne Wortwechsel zwischen den Gruppen. Und es hatte sich das Spiel entwickelt, dass ein paar Jungen einige Mädchen einzeln von hinten in den Hüften packten und langsam auf den Rücken gedreht und ins Wasser tauchten, ungefähr so, wie man das bei Tangotänzern sieht. Die Jungens fühlten sich wie wahre Matadore, und die Mädchen schienen das köstlich zu geniessen. Das war für mich als Mitteleuropäer eine komische Geste, und ich hätte mich definitiv dagegen gewehrt, wenn ein Junge so was mit meiner Tochter getan hätte. Und man kann sich vorstellen, wie diese jungen Leute die Badehalle mit einer amourösen elektrischen Energie und einem lauten und ziemlich aufgeregten Gezwitscher erfüllt haben. Von der versprochenen Ruhe war keine Spur. Ganz im Gegenteil.
Aber ein bisschen habe ich sie auch beneidet, diese jungen Leute, um der Wahrheit die Ehre zu geben.
Mit lieben Grüssen
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