---
Bei mir hier sitzen die Tauben gelangweilt oben auf dem hohen Dach gegenüber
und feilen an den Fingernägeln. Manchmal geht eine Bewegung durch die Reihe,
die nur mit Erotik oder vielleicht Eifersucht zu tun haben kann. Dann fliegt
eine weg, steuert irgend einen hohen Punkt an, den ich nicht mehr
übersehen kann, wo sie sich schmollend niederlässt und lässt so in der
wohlkalkulierten Reihe eine Lücke zurück. Aber ich bin überzeugt, Tauben
sind ziemlich monogam und beobachten eifersüchtig, was in ihrer Gruppe da
oben geschieht. Wahrscheinlich sprechen sie miteinander mit den Augen,
schauen nachsichtig oder scharf in die Welt und versuchen sich so, es ihren
Nächsten verständlich zu machen. Manche sind auch ziemlich eitel. Sie putzen
und scheuern sich stundenlang. Aber gelegentlich stehen sie auch bloss dort
oben, krallen sich an die Dachziegel und schauen auf die kleinen Menschlein
hinunter. Ich weiss nicht, was sie tun. Vielleicht zählen sie die Autos?
Vielleicht suchen sie eine spezielle Marke heraus, etwa Volkswagen oder
Merzedes, und verfolgen sie bis an den Horizont. Oder vielleicht ist es
schieres Mitleid, das sie für Fussgänger haben, die sich eilig durch den
Verkehr quälen. Wenn Kästner meint, die Möwen schauten aus, als ob sie Emma
hiessen, dann heissen die Tauben wohl Maria. Und wenn sie oben auf der
Dachkante hocken, spielen sie Rosenkranz.
*
Samstag, 10. Dezember 2011
Montag, 5. Dezember 2011
St. Nikolaus
Ämne: Re: St. Nikolaus
Datum: den 6 december
Liebe Marlena
Danke Dir, dass Du die Bilder nochmals geschickt hast... Das Bild mit den lussekatter habe ich schon bekommen. Ich kann sie mir gut vorstellen und könnte mir auch ungefähr denken, wie sie schmecken. Sie sehen sehr hübsch aus.
Ja, und Carl Larsson kenne ich auch. S hat eine Freundin, die immer Larsson Postkarten schickt. So wurde ich überhaupt auf ihn aufmerksam. Seine Bilder sind für mich typisch nordisch. Sie zeigen eine Natürlichkeit und Leichtigkeit, die ich mit den skandinavischen Ländern, natürlich mit Schweden verbinde. Es ist nichts Prätentiöses oder Lautes darin. Sie sind wirklich schön und lebendig in ihrer Liebe zum Familienleben, zum Häuslichen, zu den Kindern und so. Ich mag sie. Und ich glaube, Du musst sie auch mögen.
Und dann ist da noch die Lucia. Von ihr war im langen Artikel die Rede, den Du mir geschickt hast. Das Fest kennt man hier wirklich nicht. Wir haben heute St. Nikolaus. Den kennt ihr ja auch. Aber er kommt hier nicht mit einem Rentier, sondern allenfalls noch mit einem Esel. Es gibt zwei Arten von St-Nikolaus. Im Wallis, also einem katholischen Teil des Landes kommt der St.Nikolaus mit dem Bischofsstab. Er sieht wie ein Bischof aus, hat natürlich aber auch Bart und ein Gehabe wie St. Nikolaus. Und daneben kommt Schmutzlich, er ist ganz schwarz. Man könnte denken, es sei der Teufel, oder mindestens sonst ein nicht sonderlich vertrauenswürdiges Wesen.
Und dann gibt es den St. Nikolaus in reformierten Gebieten. Dort hat der Mann einen meist roten Anzug mit einer Kaputze und einen langen weissen Bart. Meist hat er auch noch ein riesiges Buch, aus dem er den Kindern die Sünden und Straftaten des Jahres vorhält.
*
Ich kann mich an eine Nikolaus-Szene im Kindergarten erinnern. Wir hatten
eine Bank rundum im Raum und sassen gespannt da, bis das grosse Unikum
hereintrat. Und siehe da, der Kerl hatte einen Sack auf dem Rücken, an dem
ein Sack hing. Und aus dem Sack ragte ein Bein in Strumpf und Schuh.
Natürlich wollten wir Kleinen sofort wissen, was mit dem Bein los sei. Und
der komische Kerl meint, dies sei Vreni, die eben nicht folgsam gewesen sei.
Lange Jahre konnte ich kein Mädchen ertragen namens Vreni. Ich
verabscheute sie richtiggehend, nur weil sie hiessen, wie dieses Mädchen,
von dem ich glaubte, es wäre wirklich im Sack des St. Nikolauses
weggetragen worden.
*
Americanized country
Lieber Mausfreund,
Heute Morgen habe ich mich mit der Englischen Sprache
herumgeplagt. Die Grammatik beherrsche ich so eingermassen
aber diese Sprache ist ja viel mehr als so. Es war mein Lieblingsfach
im Gymnasium und eigentlich hätte ich es dann an der Uni studieren
wollen.. aber Frankreich kam dazwischen. :-)
Ich schicke dir eine Kopie von meinen Bemühungen, damit dir nichts
von meinem "inhaltreichen" Alltag entgeht. ;-))
.....
Sweden really is a very Americanized country. (The most
Americanized country in the world. On the second place
comes the USA ;-)
...
Bis später
MlGuK
Malou
Heute Morgen habe ich mich mit der Englischen Sprache
herumgeplagt. Die Grammatik beherrsche ich so eingermassen
aber diese Sprache ist ja viel mehr als so. Es war mein Lieblingsfach
im Gymnasium und eigentlich hätte ich es dann an der Uni studieren
wollen.. aber Frankreich kam dazwischen. :-)
Ich schicke dir eine Kopie von meinen Bemühungen, damit dir nichts
von meinem "inhaltreichen" Alltag entgeht. ;-))
.....
Sweden really is a very Americanized country. (The most
Americanized country in the world. On the second place
comes the USA ;-)
...
Bis später
MlGuK
Malou
Freitag, 2. Dezember 2011
Lachen und weinen
Fri, 05 May 2000 17:43
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Liebste Marlena
Ich habe den PC schon abgestellt gehabt. Ich habe meine Mappe schon gepackt. Das Licht gelöscht. Kaffeemaschine gestoppt. Kopierer ausgeschalten. Schlüssel im Schloss. Ich wollte heute nicht mehr an dich schreiben. Ich war so fuchsteufelswild, wirklich sehr verärgert, dass das nicht geklappt hat.
Doch du hast mich getröstet. Mit zwei Sätzen, sie sind es, glaube ich. Im letzten Abschnitt. Sie haben mich gerührt und sie haben diesen harten Aerger aufgeweicht. In fünf oder zehn Minuten hast du es geschafft.
Ach, es gibt niemanden auf dieser Welt, der mich so tröstet wie du! Das ist nicht bloss als Kompliment gemeint, sondern als Tatsache. Und ich glaube, dass ich immer ein Kind und später Erwachsener war, der schwer zu trösten war. Ich weiss nicht woher du diese schöne Gabe hast. Das rührt mich wieder einmal sehr und ich stehe da wie jener Topdiplomat, du erinnerst dich, nein, den anderen meine ich.
Du bist lieb, dass du mir so schnell geschrieben hast. Schon beim Mail von gestern hatte ich geahnt, dass es nicht mehr klappen könnte in solch kurzer Zeit. Nehmen wir doch an, die Tschechen tragen die Hauptschuld, dass sie die Messages nicht weitergegeben haben, dass sie sich nicht bemüht haben, dass sie nicht das Notwendige versucht haben, dass sie das Telefon nicht besetzt hielten. Vielleicht war es eine sehr zweitklassige Herberge? Es tut mir leid für dich, meine Liebste, dass du so viel Umstände gehabt hast. Wenn die Tschechen – in ferner Zukunft – vielleicht einmal zu Europa kommen, können wir ihnen dann vielleicht die Absolution geben. Aber im Moment sind sie schuldig. Basta! Bist du einverstanden, Marlena?
Aber eigentlich hat mir ja das Fernsehen die Überraschung an jenem Samstag Abend schon verdorben. Als ich diese Idee hatte, war ich schon davon ausgegangen, dass du Barbara erstmals mit diesen CDs hören würdest. Zum ersten mal auf den CDs von mir, das hätte ich DIR so gerne geschenkt. Aber: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hat das Kästner gesagt? Kästner hat übrigens einen schönen Satz geprägt, und das ist ein sehr guter Satz, einer der besten, den ich kenne. Man hört ihn im Deutschen oft. „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es".
Ich wollte etwas Gutes tun, nun hat es nicht getan. Ich umarme dich und schenke dir stattdessen zwei Küsse (Kategorie 3 natürlich, du könntest dich noch wundern) Das Leben besteht ja nicht nur aus Erfolgen und Siegen und Krönungen, sondern auch aus Niederlagen, kleinen und grösseren Rückschlägen. Und vielleicht erden wir nun immer an diese Aufregungen und diese Woche Prag zurückdenken, wenn wir Barbara hören. Und ihre Melancholie wird uns ein Echo sein auf unsere etwas trostlose Situation, dass wir auf dieser Welt wie zwei windschiefe Geraden durch das All jagen, aber uns nie berühren können. Aus definitorischen und mathematischen, dh. aus höheren Gründen nie berühren. PER SECULA SECULORUM sozusagen.
*
Doch jetzt Schwamm drüber. Erzähle mir von Prag. Wie war es, was habt ihr gesehen. Seid ihr noch an anderen Orten gewesen? Hast du Spuren von Rilke und Kafka angetroffen? Und das berühmte Pilsner? Erzähle mir, meine liebe Mausgeliebte, ich bin so hungrig von dir zu hören
Es war trüb, eine Woche ohne Neuigkeiten von dir. Ich war ganz voller Melancholie. Ich hätte Elegien schreiben können, Klageleider, die alle mit „ach" angefangen hätten. Ich habe immer wieder diesen süssen italienischen Song der prima notte d'amore gehört mit dem Refrain piano piano amore mio. Er ist mir schon richtig nachgelaufen. Und abends habe ich mir einen Whisky eingegossen, und er ist mir noch durch den Whisky nachgewatet.
Ich danke dir für deinen Trost, meine liebe, und so möchte ich dich auch trösten können. Ich werde die 2 CDs, die A. wohl jetzt zurückbringen wird, oben auf dem Büchergestell neben Rilke hinstellen und für dich aufbewahren. Aufbewahren per secula seculorum.
Ich hoffe, dass ihr alle wohlbehalten in Stockholm ankommt und dass Dich deine Familie zuhause mit Freude und Liebe empfangen.
K+G+M
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Liebste Marlena
Ich habe den PC schon abgestellt gehabt. Ich habe meine Mappe schon gepackt. Das Licht gelöscht. Kaffeemaschine gestoppt. Kopierer ausgeschalten. Schlüssel im Schloss. Ich wollte heute nicht mehr an dich schreiben. Ich war so fuchsteufelswild, wirklich sehr verärgert, dass das nicht geklappt hat.
Doch du hast mich getröstet. Mit zwei Sätzen, sie sind es, glaube ich. Im letzten Abschnitt. Sie haben mich gerührt und sie haben diesen harten Aerger aufgeweicht. In fünf oder zehn Minuten hast du es geschafft.
Ach, es gibt niemanden auf dieser Welt, der mich so tröstet wie du! Das ist nicht bloss als Kompliment gemeint, sondern als Tatsache. Und ich glaube, dass ich immer ein Kind und später Erwachsener war, der schwer zu trösten war. Ich weiss nicht woher du diese schöne Gabe hast. Das rührt mich wieder einmal sehr und ich stehe da wie jener Topdiplomat, du erinnerst dich, nein, den anderen meine ich.
Du bist lieb, dass du mir so schnell geschrieben hast. Schon beim Mail von gestern hatte ich geahnt, dass es nicht mehr klappen könnte in solch kurzer Zeit. Nehmen wir doch an, die Tschechen tragen die Hauptschuld, dass sie die Messages nicht weitergegeben haben, dass sie sich nicht bemüht haben, dass sie nicht das Notwendige versucht haben, dass sie das Telefon nicht besetzt hielten. Vielleicht war es eine sehr zweitklassige Herberge? Es tut mir leid für dich, meine Liebste, dass du so viel Umstände gehabt hast. Wenn die Tschechen – in ferner Zukunft – vielleicht einmal zu Europa kommen, können wir ihnen dann vielleicht die Absolution geben. Aber im Moment sind sie schuldig. Basta! Bist du einverstanden, Marlena?
Aber eigentlich hat mir ja das Fernsehen die Überraschung an jenem Samstag Abend schon verdorben. Als ich diese Idee hatte, war ich schon davon ausgegangen, dass du Barbara erstmals mit diesen CDs hören würdest. Zum ersten mal auf den CDs von mir, das hätte ich DIR so gerne geschenkt. Aber: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hat das Kästner gesagt? Kästner hat übrigens einen schönen Satz geprägt, und das ist ein sehr guter Satz, einer der besten, den ich kenne. Man hört ihn im Deutschen oft. „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es".
Ich wollte etwas Gutes tun, nun hat es nicht getan. Ich umarme dich und schenke dir stattdessen zwei Küsse (Kategorie 3 natürlich, du könntest dich noch wundern) Das Leben besteht ja nicht nur aus Erfolgen und Siegen und Krönungen, sondern auch aus Niederlagen, kleinen und grösseren Rückschlägen. Und vielleicht erden wir nun immer an diese Aufregungen und diese Woche Prag zurückdenken, wenn wir Barbara hören. Und ihre Melancholie wird uns ein Echo sein auf unsere etwas trostlose Situation, dass wir auf dieser Welt wie zwei windschiefe Geraden durch das All jagen, aber uns nie berühren können. Aus definitorischen und mathematischen, dh. aus höheren Gründen nie berühren. PER SECULA SECULORUM sozusagen.
*
Doch jetzt Schwamm drüber. Erzähle mir von Prag. Wie war es, was habt ihr gesehen. Seid ihr noch an anderen Orten gewesen? Hast du Spuren von Rilke und Kafka angetroffen? Und das berühmte Pilsner? Erzähle mir, meine liebe Mausgeliebte, ich bin so hungrig von dir zu hören
Es war trüb, eine Woche ohne Neuigkeiten von dir. Ich war ganz voller Melancholie. Ich hätte Elegien schreiben können, Klageleider, die alle mit „ach" angefangen hätten. Ich habe immer wieder diesen süssen italienischen Song der prima notte d'amore gehört mit dem Refrain piano piano amore mio. Er ist mir schon richtig nachgelaufen. Und abends habe ich mir einen Whisky eingegossen, und er ist mir noch durch den Whisky nachgewatet.
Ich danke dir für deinen Trost, meine liebe, und so möchte ich dich auch trösten können. Ich werde die 2 CDs, die A. wohl jetzt zurückbringen wird, oben auf dem Büchergestell neben Rilke hinstellen und für dich aufbewahren. Aufbewahren per secula seculorum.
Ich hoffe, dass ihr alle wohlbehalten in Stockholm ankommt und dass Dich deine Familie zuhause mit Freude und Liebe empfangen.
K+G+M
Re: bittebittebittebitte (aus Prag)
den 5 maj 2000 16:55
Re: bittebittebittebitte
Lieber Mausfreund!
Ich habe sie verpasst... bitte fall nicht vom Stuhl. Ich habe wirklich alles versucht was mir moeglich war. Ich habe mehrmals angerufen. Meistens hat niemand geantwortet, einmal habe ich eine Message hinterlassen. Ich bin an einem spaeten Abend noch vorbeigegangen mit meinem Kollegen um sie persoenlich zu treffen ... ohne Erfolg. Dabei habe ich eine schnelle mess hinterlassen, in Eile auf einer Autohaube geschrieben.. und wie ich mich nachher erinnerte aus Versehen nicht unterzeichnet..(habe mich wirklich sehr geschaemt). Heute habe ich nochmals angerufen (niemand hat geantwortet) und bin dann auch persoenlich dort gewesen und habe mit dem Mann in der Information gesprochen.
OK Es tut mir Leid.. die Blumen vertrocknen in der Ecke und ich habe den Termin verpasst. Ich werde dir spaeter noch von dem Abend erzaehlen als ich ganz sicher war dass ich A. sah..
Vielleicht bist du nun nicht besonders froh.. genau wie ich.
Die jungen Leute erwarten mich in 5 Minuten, dann gehen wir alle gemeinsam essen und am abend um 20.00 Uhr sitzen wir wieder im Bus.
Sei nicht traurig.. ich bin es fuer uns beide
Mit freundlichen Gruessen
Marlena
Re: bittebittebittebitte
Lieber Mausfreund!
Ich habe sie verpasst... bitte fall nicht vom Stuhl. Ich habe wirklich alles versucht was mir moeglich war. Ich habe mehrmals angerufen. Meistens hat niemand geantwortet, einmal habe ich eine Message hinterlassen. Ich bin an einem spaeten Abend noch vorbeigegangen mit meinem Kollegen um sie persoenlich zu treffen ... ohne Erfolg. Dabei habe ich eine schnelle mess hinterlassen, in Eile auf einer Autohaube geschrieben.. und wie ich mich nachher erinnerte aus Versehen nicht unterzeichnet..(habe mich wirklich sehr geschaemt). Heute habe ich nochmals angerufen (niemand hat geantwortet) und bin dann auch persoenlich dort gewesen und habe mit dem Mann in der Information gesprochen.
OK Es tut mir Leid.. die Blumen vertrocknen in der Ecke und ich habe den Termin verpasst. Ich werde dir spaeter noch von dem Abend erzaehlen als ich ganz sicher war dass ich A. sah..
Vielleicht bist du nun nicht besonders froh.. genau wie ich.
Die jungen Leute erwarten mich in 5 Minuten, dann gehen wir alle gemeinsam essen und am abend um 20.00 Uhr sitzen wir wieder im Bus.
Sei nicht traurig.. ich bin es fuer uns beide
Mit freundlichen Gruessen
Marlena
Bittebittebittebitte
den 5 maj 2000 08:11
Bittebittebittebitte
Liebe Marlena
Herzlichen Dank für dein Mail. Es ist lieb, wie immer, und ich weiss, dass du dich deswegen losreissen musstest von deinen Leuten und von deinen Aufgaben.
Deine Mitteilung über das Treffen mit A. macht mir Sorgen. Ich habe dir doch alle Angaben geschrieben! Wenn du sie anrufst im Hotel oder eine Nachricht hinterlässt, dann kann sie dir die CDs auch bringen. Sie ist jung und macht das gerne für dich und für mich. Wahrscheinlich würde sie mit ihrer Freundin zusammen kommen. Es wäre doch auch für A. ein interessantes Ereignis, jemanden sozusagen Bekannten zu treffen, vielleicht sogar ein paar schwedische Schüler zu sehen. Sie hat seit ihrem Aufenthalt in Südamerika Freude am Kontakt mit jungen Menschen aus anderen Ländern. Die Schüler haben sicherlich nicht den ganzen Tag ein fixiertes Programm oder sie kann auch mit dem Lehrer reden und die Erlaubnis erhalten, sich von ihrer Gruppe zu entfernen, um dir die CDs zu bringen. Sie ist erwachsen, meine Liebe. Ach, wenn das nicht zustande kommt, dann würde ich sehr enttäuscht sein. Das wäre für mich wirklich das Allerletzte, was ich erwartet habe. Ich reisse mir hier die Beine aus dem Leib und ihr verpasst in Prag eine solche Gelegenheit, die es im Leben nur einmal gibt. Nein, das darf nicht sein!!
Hier nochmals ihre Adresse:
...
Ach, Marlena, ich bitte dich, unternimm etwas, damit es klappt. Ich bitte dich sehr darum. Ich flehe dich geradezu an. Ich habe mit A. leider keine Verbindung. Ich habe ihr zwar ein Mail ins Hotel geschickt, aber sie hat nicht zurückgeantwortet. Ich habe nur Kontakt zu dir, meine Liebe. DUUUU musst die Sache an die Hand nehmen. Und ich wünsche mir so sehr, dass du sie persönlich triffst, wenn immer das möglich ist. Die CDs an der Reception zu hinterlegen und dann abholen wäre eine schwache Variante, möglich, aber schwach. Sie ist noch bis heute abend 18.22Uhr in Prag. Das ist die Zeit, um die sie abreisen wird. Bitte, enttäusche mich nicht, Marlena. Ich habe das doch nur für dich organisiert, allein für Dich! Wenn du das nicht holst, wäre das für mich so, wie wenn du den Blumenstrauss, den ich dir geschickt habe, in die Ecke legst und vertrocknen lässt. Das wäre für unsere Mausfreundschaft ja praktisch so schlimm, wie den Hochzeitstermin verpassen, einfach nicht hingehen und den Mauspartner vor der Kirche verlassen!
Und wenn es denn Mut braucht, dann gebe ich dir den meinen noch dazu, dann hast du eine doppelte Portion. Das muss doch - mein Gott - reichen, meine Liebste.
Ich setze alle meine Hoffnungen auf Dich und grüsse dich
...
(R)
Bittebittebittebitte
Liebe Marlena
Herzlichen Dank für dein Mail. Es ist lieb, wie immer, und ich weiss, dass du dich deswegen losreissen musstest von deinen Leuten und von deinen Aufgaben.
Deine Mitteilung über das Treffen mit A. macht mir Sorgen. Ich habe dir doch alle Angaben geschrieben! Wenn du sie anrufst im Hotel oder eine Nachricht hinterlässt, dann kann sie dir die CDs auch bringen. Sie ist jung und macht das gerne für dich und für mich. Wahrscheinlich würde sie mit ihrer Freundin zusammen kommen. Es wäre doch auch für A. ein interessantes Ereignis, jemanden sozusagen Bekannten zu treffen, vielleicht sogar ein paar schwedische Schüler zu sehen. Sie hat seit ihrem Aufenthalt in Südamerika Freude am Kontakt mit jungen Menschen aus anderen Ländern. Die Schüler haben sicherlich nicht den ganzen Tag ein fixiertes Programm oder sie kann auch mit dem Lehrer reden und die Erlaubnis erhalten, sich von ihrer Gruppe zu entfernen, um dir die CDs zu bringen. Sie ist erwachsen, meine Liebe. Ach, wenn das nicht zustande kommt, dann würde ich sehr enttäuscht sein. Das wäre für mich wirklich das Allerletzte, was ich erwartet habe. Ich reisse mir hier die Beine aus dem Leib und ihr verpasst in Prag eine solche Gelegenheit, die es im Leben nur einmal gibt. Nein, das darf nicht sein!!
Hier nochmals ihre Adresse:
...
Ach, Marlena, ich bitte dich, unternimm etwas, damit es klappt. Ich bitte dich sehr darum. Ich flehe dich geradezu an. Ich habe mit A. leider keine Verbindung. Ich habe ihr zwar ein Mail ins Hotel geschickt, aber sie hat nicht zurückgeantwortet. Ich habe nur Kontakt zu dir, meine Liebe. DUUUU musst die Sache an die Hand nehmen. Und ich wünsche mir so sehr, dass du sie persönlich triffst, wenn immer das möglich ist. Die CDs an der Reception zu hinterlegen und dann abholen wäre eine schwache Variante, möglich, aber schwach. Sie ist noch bis heute abend 18.22Uhr in Prag. Das ist die Zeit, um die sie abreisen wird. Bitte, enttäusche mich nicht, Marlena. Ich habe das doch nur für dich organisiert, allein für Dich! Wenn du das nicht holst, wäre das für mich so, wie wenn du den Blumenstrauss, den ich dir geschickt habe, in die Ecke legst und vertrocknen lässt. Das wäre für unsere Mausfreundschaft ja praktisch so schlimm, wie den Hochzeitstermin verpassen, einfach nicht hingehen und den Mauspartner vor der Kirche verlassen!
Und wenn es denn Mut braucht, dann gebe ich dir den meinen noch dazu, dann hast du eine doppelte Portion. Das muss doch - mein Gott - reichen, meine Liebste.
Ich setze alle meine Hoffnungen auf Dich und grüsse dich
...
(R)
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Einmal im Leben ..
.
Weißt du Marlena, was ich gerade beschlossen habe? Das ist natürlich
wieder einmal ein bisschen verrückt. Aber es ist nun mal so. Einmal
im Leben werden wir uns sehen. Mindestens einmal. Vielleicht nur
eine Stunde, vielleicht weniger, vielleicht nur für dein helles Lachen.
Vielleicht nur eine Zwischenlandung oder eine Durchfahrt irgendwo
auf dieser Welt. Vielleicht sind wir dann schon alt und werden uns
zitterig umarmen. Aber einmal werden wir uns sehen. Da bin ich mir
ziemlich sicher. Ich habe bisher in meinem Leben alle Ziele erreicht.
Aber du musst dir keine Sorgen machen, wir werden §3 und §5
berücksichtigen. Und du bringst mich echt in Verlegenheit mit dem
hübschen Bild. Ich weiss absolut nicht, wo ich ein Foto von mir
herkriegen könnte, das einigermassen angemessen wäre. Ich habe
an sich wenige Aufnahmen, weil ich ja meist selbst der Fotograph bin.
Weißt du Marlena, was ich gerade beschlossen habe? Das ist natürlich
wieder einmal ein bisschen verrückt. Aber es ist nun mal so. Einmal
im Leben werden wir uns sehen. Mindestens einmal. Vielleicht nur
eine Stunde, vielleicht weniger, vielleicht nur für dein helles Lachen.
Vielleicht nur eine Zwischenlandung oder eine Durchfahrt irgendwo
auf dieser Welt. Vielleicht sind wir dann schon alt und werden uns
zitterig umarmen. Aber einmal werden wir uns sehen. Da bin ich mir
ziemlich sicher. Ich habe bisher in meinem Leben alle Ziele erreicht.
Aber du musst dir keine Sorgen machen, wir werden §3 und §5
berücksichtigen. Und du bringst mich echt in Verlegenheit mit dem
hübschen Bild. Ich weiss absolut nicht, wo ich ein Foto von mir
herkriegen könnte, das einigermassen angemessen wäre. Ich habe
an sich wenige Aufnahmen, weil ich ja meist selbst der Fotograph bin.
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