Ämne: Re: St. Nikolaus
Datum: den 6 december
Liebe Marlena
Danke Dir, dass Du die Bilder nochmals geschickt hast... Das Bild mit den lussekatter habe ich schon bekommen. Ich kann sie mir gut vorstellen und könnte mir auch ungefähr denken, wie sie schmecken. Sie sehen sehr hübsch aus.
Ja, und Carl Larsson kenne ich auch. S hat eine Freundin, die immer Larsson Postkarten schickt. So wurde ich überhaupt auf ihn aufmerksam. Seine Bilder sind für mich typisch nordisch. Sie zeigen eine Natürlichkeit und Leichtigkeit, die ich mit den skandinavischen Ländern, natürlich mit Schweden verbinde. Es ist nichts Prätentiöses oder Lautes darin. Sie sind wirklich schön und lebendig in ihrer Liebe zum Familienleben, zum Häuslichen, zu den Kindern und so. Ich mag sie. Und ich glaube, Du musst sie auch mögen.
Und dann ist da noch die Lucia. Von ihr war im langen Artikel die Rede, den Du mir geschickt hast. Das Fest kennt man hier wirklich nicht. Wir haben heute St. Nikolaus. Den kennt ihr ja auch. Aber er kommt hier nicht mit einem Rentier, sondern allenfalls noch mit einem Esel. Es gibt zwei Arten von St-Nikolaus. Im Wallis, also einem katholischen Teil des Landes kommt der St.Nikolaus mit dem Bischofsstab. Er sieht wie ein Bischof aus, hat natürlich aber auch Bart und ein Gehabe wie St. Nikolaus. Und daneben kommt Schmutzlich, er ist ganz schwarz. Man könnte denken, es sei der Teufel, oder mindestens sonst ein nicht sonderlich vertrauenswürdiges Wesen.
Und dann gibt es den St. Nikolaus in reformierten Gebieten. Dort hat der Mann einen meist roten Anzug mit einer Kaputze und einen langen weissen Bart. Meist hat er auch noch ein riesiges Buch, aus dem er den Kindern die Sünden und Straftaten des Jahres vorhält.
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Ich kann mich an eine Nikolaus-Szene im Kindergarten erinnern. Wir hatten
eine Bank rundum im Raum und sassen gespannt da, bis das grosse Unikum
hereintrat. Und siehe da, der Kerl hatte einen Sack auf dem Rücken, an dem
ein Sack hing. Und aus dem Sack ragte ein Bein in Strumpf und Schuh.
Natürlich wollten wir Kleinen sofort wissen, was mit dem Bein los sei. Und
der komische Kerl meint, dies sei Vreni, die eben nicht folgsam gewesen sei.
Lange Jahre konnte ich kein Mädchen ertragen namens Vreni. Ich
verabscheute sie richtiggehend, nur weil sie hiessen, wie dieses Mädchen,
von dem ich glaubte, es wäre wirklich im Sack des St. Nikolauses
weggetragen worden.
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