Ämne: Ein Büffel meldet sich
Datum: den 9 oktober 10:40
...
Ach mein verrückter Liebling, als einen Saurier oder Büffel siehst du mich im Augenblick? Das ist ja schrecklich wo ich doch eine moderne junge Frau bin. Nun "jung" ist vielleicht etwas übertrieben aber meine Kolleginnen meinen ich sehe mehr aus wie ein Teenager, als eine Frau über 40.
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Du hast mir wieder einmal aus deiner Kindheit erzählt und immer wenn du das tust, fühle ich mich sehr nahe bei dir. Ich sehe ihn vor mir, den armen kleinen Jungen, der sich so fremd fühlt und ich kann mir schon denken, wie es war, die Einheimischen hinter sich her zu haben. Für ein Kind in dem Alter kann das schrecklich sein und sicher vergisst man es nie.
Es freut mich auch sehr, dass du die Möglichkeit hattest, das Leben auf dem Lande zu geniessen. Ich wünschte, jedes Kind könnte es einmal erleben. Als Anna die 7. Klasse begann (neue Schule) bekam sie eine Freundin, die auf dem Lande wohnte. Sie war öfters bei ihr am Wochenende und sie hatte grossen Spass. Vor allem wenn sie den Stierkälbern das "Hochspringen" beibringen wollten.. Sie bauten eine Hinderbahn und dann ging's los.Die vorbeifahrenden Autos bremsten oft ein. Sicher trauten sie nicht ihren Augen :-)
Auch ich hatte als Kind die Möglichkeit, auf dem Lande zu sein und ich glaube, ich trage diese schönen Erinnerungen und das Gefühl, ganz mit der Natur verbunden zu sein, noch heute in mir. Ich wusste nicht richtig, was ich tun sollte, um auch Anna das mal erleben zu lassen, und dann kam eben diese Chance wie ein Geschenk vom Himmel.
*
Nein, ich bin nicht in Uppsala aufgewachsen, sondern in Stockholm. Das Zentrum von Stockholm war mein "Revier" und dort bin ich auch 7 Jahre lang zur Schule gegangen. Zuerst in die Realschule, ganz in der Nähe vom Hauptbahnhof. Dieses Stadtviertel hat man dann abgerissen, um dem Verkehr Raum zu geben. Man sieht es heute fast als eine kriminelle Handlung, denn damit hat Stockholm ein Stück seiner Seele verloren. Es war das "Klaravietel" wo die grossen Zeitungen ihre Redaktionen hatten, wo es enge Strassen gab mit gemütlichen kleinen Restaurants wo wir manchmal Sonntags essen gingen nachdem wir in der grossen Markthalle eingekauft hatten, wo ich dann später vom Schulhof aus die leichte Garde beobachten konnte die sich mit ihren Kunden oder Zuhältern ziemlich laut stritten (es war auch ein sündiges Viertel :-) und wo "Jocke" mit einem Kasten auf dem Bauch vor dem Schultor stand (wie ein Wurstverkäufer) und Süssigkeiten an uns Schüler verkaufte. Der liebe alte Jocke, wenn er wüsste, wie er uns das Leben süss gemacht hat.
Dann mit 16 kam ich aufs Gymnasium. Und ich habe auch eine Zeit in einem staatlichen Amt gearbeitet. Es hat mir gute Einblicke in die Beamtenwelt gegeben. Ich möchte nicht ohne diese Erfahrung sein.
Erst als ich so 20 Jahre alt war, zogen wir, die ganze Familie, nach Uppsala und ich begann meine akademischen Studien. Zuerst Germanistik und dann Romanistik (heisst es so?) Uppsala hat die beste Universität von Schweden, obwohl Lund auch immer um diesen Titel kämpft. Aber Uppsala werde ich ein eigenes Kapitel schenken.
*
Es freut mich auch sehr, dass du die Möglichkeit hattest, das Leben auf dem Lande zu geniessen. Ich wünschte, jedes Kind könnte es einmal erleben. Als Anna die 7. Klasse begann (neue Schule) bekam sie eine Freundin, die auf dem Lande wohnte. Sie war öfters bei ihr am Wochenende und sie hatte grossen Spass. Vor allem wenn sie den Stierkälbern das "Hochspringen" beibringen wollten.. Sie bauten eine Hinderbahn und dann ging's los.Die vorbeifahrenden Autos bremsten oft ein. Sicher trauten sie nicht ihren Augen :-)
Auch ich hatte als Kind die Möglichkeit, auf dem Lande zu sein und ich glaube, ich trage diese schönen Erinnerungen und das Gefühl, ganz mit der Natur verbunden zu sein, noch heute in mir. Ich wusste nicht richtig, was ich tun sollte, um auch Anna das mal erleben zu lassen, und dann kam eben diese Chance wie ein Geschenk vom Himmel.
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Nein, ich bin nicht in Uppsala aufgewachsen, sondern in Stockholm. Das Zentrum von Stockholm war mein "Revier" und dort bin ich auch 7 Jahre lang zur Schule gegangen. Zuerst in die Realschule, ganz in der Nähe vom Hauptbahnhof. Dieses Stadtviertel hat man dann abgerissen, um dem Verkehr Raum zu geben. Man sieht es heute fast als eine kriminelle Handlung, denn damit hat Stockholm ein Stück seiner Seele verloren. Es war das "Klaravietel" wo die grossen Zeitungen ihre Redaktionen hatten, wo es enge Strassen gab mit gemütlichen kleinen Restaurants wo wir manchmal Sonntags essen gingen nachdem wir in der grossen Markthalle eingekauft hatten, wo ich dann später vom Schulhof aus die leichte Garde beobachten konnte die sich mit ihren Kunden oder Zuhältern ziemlich laut stritten (es war auch ein sündiges Viertel :-) und wo "Jocke" mit einem Kasten auf dem Bauch vor dem Schultor stand (wie ein Wurstverkäufer) und Süssigkeiten an uns Schüler verkaufte. Der liebe alte Jocke, wenn er wüsste, wie er uns das Leben süss gemacht hat.
Dann mit 16 kam ich aufs Gymnasium. Und ich habe auch eine Zeit in einem staatlichen Amt gearbeitet. Es hat mir gute Einblicke in die Beamtenwelt gegeben. Ich möchte nicht ohne diese Erfahrung sein.
Erst als ich so 20 Jahre alt war, zogen wir, die ganze Familie, nach Uppsala und ich begann meine akademischen Studien. Zuerst Germanistik und dann Romanistik (heisst es so?) Uppsala hat die beste Universität von Schweden, obwohl Lund auch immer um diesen Titel kämpft. Aber Uppsala werde ich ein eigenes Kapitel schenken.
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Du sagst, dass ich beim Schreiben Lücken lasse, chéri. Aber dann musst du eben Fragen stellen, wenn etwas unklar ist oder wenn du mehr von irgendetwas wissen willst. Es ist auch immer leichter zu schreiben, wenn man etwas zu beantworten hat..
(---)
Ich sende dir nun dies. Vielleicht kannst du es schon in der Mittagspause lesen. Etwas zum Kauen zu deiner frugalen Suppe. ;-)
Lass bald von dir hören, mein lieber Mausfreund
Ich sehne mich immer nach deinen Mails
In Liebe
Marlena
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Ich sende dir nun dies. Vielleicht kannst du es schon in der Mittagspause lesen. Etwas zum Kauen zu deiner frugalen Suppe. ;-)
Lass bald von dir hören, mein lieber Mausfreund
Ich sehne mich immer nach deinen Mails
In Liebe
Marlena
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