Lieber ...,
Wie schön diese extra Portion von seelischer Nahrung zu erhalten. ...
Nun wünsche ich mir nur dass es hier in der Nähe einen solchen Basar gäbe, wie du ihn beschrieben hast, wo ich mit meiner neuerworbenen Einsicht das soziale Spiel geniessen könnte. Du solltest Ambassadör werden! Aber weisst du, ich glaube nicht dass alle Verkäufer so idealistisch und nett sind wie du sie hier vorstellst. Ich denke dabei an das was mir Mats erzählte von damals als er mit seiner ”sambo” (Freundin mit der er zusammen wohnt) in Ägypten war. Nach aussen hin sah wohl alles ungefähr so aus, wie du es beschrieben hast. Mats zeigte Interesse an irgendetwas und war in ein ähnliches Spiel, wie du es beschreibst, mit viel Freundlichkeit und Lächeln verwickelt. Und während des Feilschens, wenn es überhaupt ein solches gab, führte der Verkäufer nebenbei ein Gespräch mit seinem Kollegen. Was die Verkäufer nicht wussten, war dass die Freundin von Mats arabisch spricht und also hörte wie sie von den Verkäufern in groben Worten beschimpt wurde, weil sie ihren Mats von dem Kauf abhalten wollte.
Aber ich denke wohl wie du. Unser westliches Leben ist irgendwie steril geworden. Die Menschen sind isoliert, von einander abgeschirmt und das soziale Leben spielt sich nur im innersten Kreise ab. Man hat kaum Kontakt mit Leuten, die man nicht gut kennt. Ich denke die Schweiz und Schweden sind sich da ziemlich ähnlich.
Hier in der Nachbarschaft wohnt ein Schriftsteller, der vor 50 Jahren eine Reise durch den Iran gemacht und darüber ein Buch geschrieben hat ("Nach Tabbas"). Ein paar Fotografen aus dem Iran (die nun schon lange in Schweden wohnen) waren so begeistert von dem Buch, dass sie neulich mit der Kamera dieselbe Reise nochmals gemacht haben. Der Film wurde gestern im Fernsehen gezeigt und ich habe ihn auf Video aufgenommen und werde ihn mir bei Gelegenheit ansehen.
Es gibt übrigens hier in der nähe einen kleinen Lebensmittelladen, der von Leuten aus diesen Ländern geführt wird. Ich gehe manchmal hin und bin immer wieder überrascht von der speziellen Atmosphäre, die dort herscht. Und fast immer sieht man auch Leute mit anderer Hautfarbe, die man sonst im Strassenbild vermisst.
Wie schön diese extra Portion von seelischer Nahrung zu erhalten. ...
Nun wünsche ich mir nur dass es hier in der Nähe einen solchen Basar gäbe, wie du ihn beschrieben hast, wo ich mit meiner neuerworbenen Einsicht das soziale Spiel geniessen könnte. Du solltest Ambassadör werden! Aber weisst du, ich glaube nicht dass alle Verkäufer so idealistisch und nett sind wie du sie hier vorstellst. Ich denke dabei an das was mir Mats erzählte von damals als er mit seiner ”sambo” (Freundin mit der er zusammen wohnt) in Ägypten war. Nach aussen hin sah wohl alles ungefähr so aus, wie du es beschrieben hast. Mats zeigte Interesse an irgendetwas und war in ein ähnliches Spiel, wie du es beschreibst, mit viel Freundlichkeit und Lächeln verwickelt. Und während des Feilschens, wenn es überhaupt ein solches gab, führte der Verkäufer nebenbei ein Gespräch mit seinem Kollegen. Was die Verkäufer nicht wussten, war dass die Freundin von Mats arabisch spricht und also hörte wie sie von den Verkäufern in groben Worten beschimpt wurde, weil sie ihren Mats von dem Kauf abhalten wollte.
Aber ich denke wohl wie du. Unser westliches Leben ist irgendwie steril geworden. Die Menschen sind isoliert, von einander abgeschirmt und das soziale Leben spielt sich nur im innersten Kreise ab. Man hat kaum Kontakt mit Leuten, die man nicht gut kennt. Ich denke die Schweiz und Schweden sind sich da ziemlich ähnlich.
Hier in der Nachbarschaft wohnt ein Schriftsteller, der vor 50 Jahren eine Reise durch den Iran gemacht und darüber ein Buch geschrieben hat ("Nach Tabbas"). Ein paar Fotografen aus dem Iran (die nun schon lange in Schweden wohnen) waren so begeistert von dem Buch, dass sie neulich mit der Kamera dieselbe Reise nochmals gemacht haben. Der Film wurde gestern im Fernsehen gezeigt und ich habe ihn auf Video aufgenommen und werde ihn mir bei Gelegenheit ansehen.
Es gibt übrigens hier in der nähe einen kleinen Lebensmittelladen, der von Leuten aus diesen Ländern geführt wird. Ich gehe manchmal hin und bin immer wieder überrascht von der speziellen Atmosphäre, die dort herscht. Und fast immer sieht man auch Leute mit anderer Hautfarbe, die man sonst im Strassenbild vermisst.
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Hast du Zeit mir eine kleine Nachspeise zu senden? Ich habe grosse Lust auf etwas Süsses.
Mit einem lieben Samstaggruss
Marlena
Mit einem lieben Samstaggruss
Marlena
"Till Tabbas" Publicerades 18 maj 2021 Rättigheter: Kan bara ses i Sverige.
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