Donnerstag, 16. September 2021

Lazy saturday morning..

 

Ämne: Lazy saturday morning..
Datum: den 1 september 2001 13:04

Lieber ...,
Es ist Samstagmorgen. Neben mir auf dem Sofa liegt ein Haufen Bügelwäsche. Soll sie tun. Zuerst will ich mich ein wenig mit einem Mail an dich ”verlusten” (heisst es so?).
Gestern war ein schöner sonniger Nachmittag. Freitags komme ich erst spät nach Hause (sogar nach K und A) und bin meistens ziemlich erschöpft. Anna und K dagegen schienen in prima Form zu sein und beschlossen noch schnell vor dem Essen einen Waldlauf zu machen. Und dann kamen sie mit einem schönen grossen ”blomkålssvamp” nach Hause.

 Das ist eine Leckerheit die wir alle sehr schätzen und damit hatten wir auch eine gute Vorspeise zu unserer wie immer köstlichen Mahlzeit. Ja, in unserer Familie halten wir fest an den gemeinsamen Mahlzeiten schon deshalb weil wir uns ja nur am Wochenende sehen. Und weisst du, ich glaube es ist ein Grund dafür dass Anna eine grosse Allgemeinbildung besitzt. Vielleicht ist es was den heutigen Kindern fehlt. Der Kontakt mit Leuten die etwas mehr wissen als sie selbst. Man spricht oft im Radio darüber dass die Eltern allzu wenig mit ihren Kindern reden. Ein paar arme Minuten am Tag hat man ausgerechnet und man rät ihnen sogar gemeinsame Mahlzeiten einzuführen.
Ich beneide manchmal die Kultur der Juden. Sie haben noch solche gemeinsame Traditionen wo alle um den Tisch versammelt sind.
Bei uns essen wir immer im Wohnzimmer bei Kerzenlicht und klassischer Musik. Und wir unterhalten uns über die Geschehnisse der vergangenen Woche. Es ist ein schöner Moment.
Dann veschwindet jeder in seine private Sphäre. Ganz privat wird sie leider nicht. K liebt es seine CDs zu hören (und hören zu lassen). Er hat wirklich alles was man sich wünschen kann. Ich höre sie ja auch gern aber nicht immer. ;-)
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Heute habe ich ”satsat på hästar” (auf Pferdegesetzt?) Und diese kleine Zeitspanne zwischen Hoffnung und Enttäuschung träume ich davon eine Riesensumme zu gewinnen. Dann weiss ich dass ich mal nach Visp fahren würde um mir diese merkwürdige Stadt anzusehen. Ich glaube ich habe mich etwas falsch ausgedrückt im letzten Mail. Pierro wird nicht verstimmt weil ich mit dir maile - im Gegenteil glaube ich dass es meinen ”Status” bei ihm um einiges erhöht.. *lacht* aber er ärgert sich eben jedesmal dass er nicht wissen darf wer dieser fantastische Mensch ist der auch seine Heimat so gut kennt. Nun ja, ihr habt nicht in demselben Milieu gelebt. Ein blouson noir und ein blouson doré treffen sich kaum. Aber ihr kennt dieselben Personen (Visp war sicher damals ziemlich klein) und als ich ihn lesen liess was du von dem Scherenschleifer geschrieben hattest dann weiss ich dass seine Nostalgie gigantisch war.
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Du hast mir erklärt was dich beschäftigt. Ich verstehe dass man sich in deinem Beruf sehr à jour halten muss um richtig beurteilen zu können was einem Kind fehlt. Aber weisst du, dass ein Familienleben heute wesentlich anders sei als früher das ist übertrieben. In unserem Deutschbuch steht: ”Früher hatten Eltern viele Kinder, heute haben Kinder viele Eltern”. Das finden die Schüler lustig und gut ausgedrückt. Und das ist wohl das neue. Natürlich ist es das Ende der Familie von der du sprichst aber gleichzeitig auch der Beginn einer neuen Familie wo sich wie ich hoffe die Eltern lieben. Und das ist was Kinder am wichtigsten finden, dass die Eltern einander lieben. Ich glaube eine warme, liebe Atmosphäre zwischen den Erwachsenen ist die wichtigste äussere Bedingung für ein glückliches Kind. Aber ich glaube auch dass das Erbe eine sehr grosse Rolle spielt, dass wir irgendwie programmiert sind, dass unsere Gefühle mehr mit unseren Genen zu tun haben als mit der s.g. Realität.

Eigentlich sollte ich nicht über solche Dinge schreiben. Ich könnte mich locker mit dir darüber unterhalten aber so schwarz auf weiss klingt alles so definitiv. Ach ja, ich würde mich für mein Leben gern mit dir unterhalten. Sag warum tun wir es nicht wieder einmal im ST? Es war doch ab und zu wirklich schön ...
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Aujourd’hui je vais téléphoner à la soeur de mon oncle qui habite à Paris pour lui demander l’adresse e-mail de sa fille en Amérique. Malheuresement j’ai perdu le contact avec elle. Nous avons passé des étés merveilleux ensemble à Paris (quand nous étions jeunes) et je la regarde presque comme une petite soeur. Il faut que je fasse quelque chose pour ne pas oublier le français. Un peu d’exercise pour m’aider à m’exprimer plus facilement.


Devant moi je vois la carte avec les deux élans qui s’embrassent tendrement. Elle me fait penser à toi.
Je t’embrasse aussi et te souhaite une bonne journée,
Marlena  

 

 



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