den 9 september 2001 23:10
Na ja
Liebe Marlena
Nein, ich habe immer noch nicht gepackt. Ich habe zwar angefangen, eine Liste zu schreiben, damit es zum Schluss nicht so lange dauern wird. Und ich habe natürlich schon viele Dinge, die bereit liegen und darauf warten, eingepackt zu werden. Ich bin noch unsicher, was ich an Kleidern mitnehmen soll. Es ist ja immer noch ziemlich warm im Iran. Wir werden einen zweiten Sommer erleben.
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Nee, meine Bemerkungen über Pierro, die ich Dir geschrieben habe, waren einfach eine Notbremse. Früher hatte ich mir nicht zuviele Gedanken darüber gemacht. Aber wenn ich es mir richtig überlege, dann möchte ich es nicht. Gleichzeitig weiss ich doch, wie gross die Versuchung ist. Es ist doch eine solch merkwürige Situation für Dich. Deshalb meine Notbremse. Ich bitte Dich wirklich, das zu respektieren.
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Und bei Onkelchen war ich in der Tat. Ich habe ihm ein Fondue gemacht. Kennst Du dieses Gericht. Es ist typisch schweizerisch, kommt aus der französischen Schweiz. Im Wesentlichen besteht es aus Käse und Weisswein. Man erhitzt die Masse in einem Caquelon auf der offenen Flamme. Und wenn das ganze flüssig ist wie eine dicke Crüme, dann geht man mit Brotwürfeln hinein und dreht die Dinger, damit der Käse nicht auf die Tischdecke tropft. Es ist eine kleine Kunst, es zu essen. Und man kann viel Pfeffer dazu brauchen, und saure Gurken auch. Onkelchen hat es sehr genossen. Und ich eigentlich auch. Es ist ein gutes Menue für kühles und nasses Wetter. Und das war es auch. Allerdings bin ich schon am Samstag hingefahren.
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Ja, ich glaube, wenn ich wollte, könnte ich Rilke schon ein bisschen imitieren. Ich habe den Malte noch nie gelesen. Aber ich hatte früher einmal versucht, Gedichte à la Rilke zu schreiben. Man nennt das im Deutschen nicht "imitieren", sondern "nachempfinden". Doch das ist lange her, und ich glaube nicht, dass meine Produkte so tiefsinnig waren wie jene Rilkes.
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Am Freitag hatte ich ein Gespräch mit ...
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