Freitag, 18. Mai 2018

Kirchen, Dohlen und Vestatempel

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Wie meinst Du, hat Cäsar seine Mosaikböden
mitgeschleppt? Die sind doch nicht transportabel!

Und das Bild von der Via del Cappulari ist hübsch. Es ist
erstaunlich, wie die Leute damals malen konnten. Heute
kann das niemand mehr. Aber damals haben sie noch mit
der Fotographie gewetteifert. Und dazu das mechanische
Bild überboten, was die Bildstimmung betrifft.

Ich werde mal sehen, wo ich meine betende Nonne finde.
Ich weiss auch nicht mehr genau, wo ich das Bild aufge-
nommen habe. Es war in irgend einer Seitenkapelle einer
Kirche. Ich habe eine Vermutung. Mehr ist es aber nicht.
Es gibt soviele Kirchen. Kürzlich habe ich einen einfachen
Stadtplan Roms gesehen. Und überall, wo eine Kirche steht,
ist das auf dem Plan mit einem Symbol markiert. Man kann
es sich kaum vorstellen. Es gibt den Eindruck, dass du
überall im Zentrum Roms innert 500 m eine Kirche
erreichen kannst. Es gibt soviele Kirchen wie
Bushaltestellen, hat man den Eindruck. Das ist wirklich
phänomenal. Aber es ist im Sommer auch sehr bequem,
wenn man alle 500m in einen kühlen, grossen und
dunkeln Raum eintreten kann, um sich wieder auf
Normaltemperatur herunter zu kühlen. Da ist der
liebe Gott doch wirklich sehr mildtätig.

Gestern war hier nochmals Fasnacht, und ich bin schon
um halb drei nach Hause. Ich habe mir einen faulen
Nachmittag gemacht. Abends war A. zu Besuch, und S
verwöhnt sie immer mit viel Aufwand auf dem Tisch.
Aber ich habe mich zurückgehalten. Nach 5 Uhr nichts
mehr essen, wie Dein Kollege gesagt hat, das ist ein
gutes Rezept.

Ja, ich glaube, dass die Stare nicht auf dem Weg in den
Norden sind, sondern einer Kältewelle ausweichen. Ich
erinnere mich ans Wallis, wie die Dohlen immer dann
von den Bergen herunterkamen, wenn es kalt wurde.
Das war ein merkwürdige Erscheinung. Man kannte diese
Vögel von den Bergen her, sagen wir auf 2000m Höhe,
auf dem Gornergrat oder so, wenn man in den Bergen
wanderte, konnte man sie beobachten. Und plötzlich
kreisten sie über den Dächern und stürzten sich auf jedes
fressbare Ding im Garten. Meine Mutter hatte dann immer
die Küchenabfälle hinausgebracht. Und innert weniger
Minuten waren die riesigen Vögel da, so dass echte
Tumulte entstanden, und haben alles mitgenommen.

Du willst mich nochmals aufwärmen für eine Rom_
begeisterung? Na ja, da weiss ich jetzt nicht, welche
Temperaturen ich noch erreichen kann. Aber ab und zu
suhle ich noch in meinen Erinnerungen. Und immer noch
wollte ich eigentlich einen kleinen Bericht - Text und Bild -
schreiben. Aber ich habe nicht die Geduld, mich dafür
hinzusetzen. Es ist ja auch so, dass die Früchte eines solchen
Berichtes erst in ein paar Jahren deutlich werden. Das
erschwert die Motivation. Ich hatte mal angefangen, und
es dann wieder liegen gelassen. Im Moment macht es
kaum einen Unterschied. Aber in 10 Jahren wäre es
vielleicht hübsch, das nochmals zu lesen.

Merci für das Bild des Vestatempels. Er sieht so urümlich
und doch irgendwie schön aus. Ich habe mal geslesen, dass
die Dachkonstruktion neu sei. Aber genau dieser nahtlose
Übergang von den Säulen zum Dach, ohne Zwischenbau
sozusagen, das hat mich immer fasziniert. Das macht diese
Urtümlichkeit aus, glaube ich. Es ist nicht so, dass ich den
Tempel so sehr mag, weil ich mir die Vestalinen darin
vorstelle, die jungen unverheirateten Frauen Roms, meist
aus guten Familien stammend. Das waren wohl die ersten,
aber 'heidnischen' Nonnen Roms!? Es gibt bestimmt aus
dem 19. Jahrhundert schöne, realistisch gemalte Bilder
über Vestalinen, und wie sie dort ihr Feuer pflegen.
Damit haben wir uns als Gymnasiasten die Fantasien
gekitzelt.

Ich muss schliessen. Ich habe bald eine Sitzung und muss
ehen, dass ich rechtzeitig dort bin.
ich wünsche Dir einen schönen und sonnigen Tag.
Mit lieben Grüssen
...


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