12 November 2007 08:35
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Liebe Malou
Ach, das war ein nasses und kühles Wochenende. Erstmals habe ich
richtig geheizt in meiner kleinen Wohnung. Ich hatte die Kälte nie so
gespürt bisher, weil ich nie einen ganzen Tag lang zuhause gewesen war.
Am Samstag waren wir in dieser Vorstellung Penthesilea. Das Theater
war gut besetzt, obwohl diese Art von Musik ja nicht jedermanns Sache
ist. Meine auch nicht besonders. Es gab da keine echten Melodien,
sondern eine Art Sprechgesang, bei dem einem manchmal die Frage aufkam:
warum drücken sie sich nicht knapper und klarer aus? ;-) Die Musik
hatte eher die Funktion, Stimmungen darzustellen. Und die Geschichte war
ja mehr als tragisch und endete in einer blutigen Schlussszene, in der
Penthesilea auf einem alten Rollstuhl blutige Koffern mit den Gebeinen
Achilles' hereinfährt und sie sozusagen umarmt und küsst, so dass sie
schlussendlich so blutig wie ein mit Ketchup vollgespritzter Hamburger
dasteht.
B hat das alles gut gefallen. Und sicherlich war die klare Bühne
sehr gut gemacht. Die Amazonen, allesammt tüchtige Frauen in langen
dunkelblauen Mänteln haben einen guten und kompakten Chor abgegeben.
Wenn sie mit Pfeil und Bogen erschienen sind, konnte man fast ein
bisschen zusammenzucken. Und am lustigsten war das Männerheer, eine
Gruppe von vielleicht 20 Männern, echte Pistoleros, Cowboys, Sheriffs,
ein englischer Soldat im Kolonialstil etc. etc., also ein lustiges und
buntes Gemisch von verschiedensten Machotypen. Achilles hatte eine gute
Stimme. Und zum Schluss ist er in weissem Anzug und Borsalino wie ein
echter Geck dahergekommen.

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