Donnerstag, 25. August 2016
wirklich 18.00 Uhr ...
Ämne: RE:
Liebe Malou
So wissen wir nun der Stand der Weltgeschichte. Die Griechen sind Europameister und Roger Federer ist Wimbledon Sieger. Damit können wir Schweizer ziemlich zufrieden sein, denn es war ein Match auf des Messers Schneide. Ich habe zwar nur einen Teil davon gesehen. Aber ich habe ziemlich gebangt für unseren Federer, der hier ganz in der Nähe wohnt. Er ist allerdings nur 50% Schweizer. Seine Mutter ist Südafrikanerin, wie ich mal in einem Interview vernommen habe. Und ein Kollege aus meinem Club hat ihm die Wohnung vermittelt, die er jetzt hat. Er wollte nämlich in einen anderen Kanton umziehen. Und das wäre doch ziemlich schade gewesen wegen der Steuergelder, die wir hier verloren hätten.
Und die Griechen, hast Du sie gesehen? Ich hatte wirklich ein bisschen Mitleid mit den Portugiesen. Sie waren meine Favoriten. Und ich finde es ein wenig unanständig als Gast in einem fremden Land, derart rücksichtslos einfach zu gewinnen und nicht dem Gastgeber den Vortritt zu lassen. Das ist schlechter Geschmack, nicht wahr. Aber die Griechen kennen in sportlichen Dingen keine Skrupel. Das wissen wir seit den ersten olympischen Spielen, die sie erfunden haben. Sie stellen den Sport über alles.
Und so gehen wir in eine neue Woche. Und die Mühle beginnt wieder von vorne. Das Wetter hat auch etwas abgekühlt. Es ist bedeckt und vielleicht knapp 20°. Ist das eigentlich normal, dass das Wetter so unbeständig auf und ab pendelt? Früher hatten wir doch mal warme Sommer und kalte Winter, oder täusche ich mich da?
Es ist wirklich 18.00h in meinem Leben. Ich habe es, nach einiger Überwindung, ausgerechnet. Eigentlich wollte ich es nicht so genau wissen und wollte sagen, es sei vielleicht 17.00h. Aber es ist 18.00h, man muss den Dingen ins Auge schauen. Und um 22.00h ist Schlafenszeit! Aber ich will ja gar nicht jammern. Ich will bloss feststellen, was los ist. -- Ich glaube, Du hast recht. Man muss sich die Zeit gut organisieren. Sie läuft wie Sand durch die Finger. Und die meisten Menschen, die in Pension sind und die ich kenne, behaupten, sie hätten weniger Zeit als früher. Vielleicht hängt damit ein wenig die Torschlusspanik zusammen. Aber natürlich fliesst die Zeit ungemein rasch, wenn man nicht acht gibt. Und nur, wenn man ein volles Programm hat, erscheint der Tag wirklich lang. Ich will mir also Mühe geben, besser zu planen in Zukunft. Bisher habe ich ungeplante Zeiten immer sehr genossen. Ich mag das sehr, einfach zu sehen, was auf mich zukommt. Aber ich werde hier ein hartes Regime aufziehen.
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Heute morgen habe ich aufgeräumt und einige Tonnen Papier weggeschafft. Zum Glück haben wir einen kleinen Container hier im Büro, der vom Hauswart wöchentlich geleert wird. Das ist sehr praktisch und angenehm. Man hatte, als die PCs eingeführt wurden, gelobt, wie viel Papier man damit sparen könne. Ach, ich sage Dir Malou, wenn man positive Prognosen hört, dann sollte man sie geradewegs in derselben Richtung, aber als Warnung verstehen. Entwicklungen machen im Grunde keinen Sinn. Entwicklungen lösen vielleicht kleine Probleme, die man nicht hätte, wenn es keine Entwicklungen gäbe. Jede einzelne Verbesserung mag, für sich betrachtet, als kleine Verbesserung gelten, als klitzekleine vielleicht. Aber das Gemisch aus all diesen kleinen Schritten, das ist nicht ein grosser Schritt, sondern das ist bloss ein beliebiges Herumgetreten.
Na Malou, mit Deinem awiw heizest Du mir wieder mal tüchtig ein. Besonders wenn die awiws mitten in der lauen Nacht rund ums Bett flattern. Ich schlafe zur Zeit wieder ruhiger. Die Heilpraktiker behaupten ja, dass das alles auch mit der Ernährung und mit dem Sympathikus und Parasympathikus zusammenhängt. Nun, ich bin froh, wenn sich meine beiden Sympathiki wieder besser verstehen und im Zweifelsfall auch einigen können.
Ich wünsche Dir einen feinen Wochenanfang.
Mlgukuswnbm
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