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Ich habe diese paar freien Tage sehr genossen, und ich habe auch ein bisschen gearbeitet. Am Freitag war ich in Basel. Ich habe mir ein grosses Buch gekauft über die Gotik. Es behandelt die Stilgeschichte und ist Teil einer Reihe. Ich habe davon auch schon den Band Rom und ein paar andere. Und auf dem Gotik-Band ist auf dem Frontbild eine wunderschöne Abbildung der Sainte Chappelle von Paris, dem Chor der Königskapelle. Sicherlich kennst du sie. Sie ist auch sehr raffiniert beleuchtet. Die fein gegliederten Säulen widerspiegeln mit ihren Rippen das Licht und zeigen sich als feinleuchtende Lichtlinien, die hinauf zur Decke führen. Und dazwischen sind die wunderbaren Glasfenster, diese Glasvorhänge, muss man beinahe sagen. Es war die Kunst der Gotik, die schweren romanischen Mauern aufgelöst zu haben zu einem reinen Steingerüst, um darin die wunderschönen Fenster platzierien zu können. In der modernen Architektur gab es dann später die sogenannte Curtain-Wall. Das war ein ähnlichs Prinzip. Der Bau wird auf Säulen gestellt, und die Wände tragen nicht mehr, sondern sind nur da als eine Art Paravent, eine feine Abgrenzung gegen aussen, meist aus blossem Glas. Das sind dann diese modernen Glashäuser, in denen sich das ganze Stadt-Panorama spiegelt. Und die Gotik hat das erfunden. Und wenn man gotische Kathedralen von aussen ansieht, muss man ja sagen, dass sie darin einigen Aufwand betrieben haben mit diesen Hilfskonstruktionen und dem ganzen Strebewerk. Es ist ein ganzes Steingerüst, welches das Hauptgebäude zusammenhält, denn sonst würde es nach allen Seiten auseinanderbrechen, wenn diese Streber nicht wären. Die Mauer allein wäre zu schwach und zu dünn, all das zu halten.
Doch ich wollte dir eigentlich etwas anderes erzählen. ...
Freitag, 1. Juli 2011
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